Mit Truhenorgel und Traversflöte im Töpfereimuseum

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Darja Großheide (Traversflöte) und Gerhard Blum (Truhenorgel) spielen am Montag, 20. Mai, um 20 Uhr im Töpfereimuseum. Foto: Kronenberg

Stolberg/Langerwehe. Erstmalig wird bei der Konzertreihe Tonspuren im Töpfereimuseum Langerwehe am Pfingstmontag, 20. Mai, um 20 Uhr eine Truhenorgel zu hören sein. Die kleine, transportable Orgel wird von Gerhard Blum, Organist an St. Kunibert Köln, gespielt. Blum begleitet Darja Großheide (Traversflöte) bei einem Programm ausgewählter Sonaten, die im dritten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts komponiert wurden.

Nachdem die Querflöte im Laufe der 1720er Jahren deutlich an Popularität gewonnen hatte, erschienen besonders im nördlichen Europa immer neue Notendrucke mit Sonaten für „Violine oder Flöte“. Handelte es sich bei dieser Angabe nur um einen verkaufstechnischen Kniff oder um mangelnde Kenntnis der Komponisten hinsichtlich der spezifischen Charakteristika dieses neuen Modein–struments Flöte?

Vorbilder der Verzierungstechnik

Möglich wäre es zumindest bei den „Methodischen Sonaten“ von Telemann, Vorbilder gesanglicher Verzierungstechnik, oder bei den Sonaten des in Amsterdam wohnhaften Pietro Locatelli.

Der französische Geiger Jean Marie Leclair hingegen differenziert einzelne Sätze für Violine und Flöte – nur aufgrund fehlender Doppelgriffmöglichkeiten der Flöte?

Ganz anders Wilhelm Friedemann Bach, der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs, dessen virtuose Flötenstücke dem Instrument auf den Leib geschrieben scheinen und sich vermutlich am legendären Können des damals in Dresden arbeitenden Flötisten Buffardin messen.

Dem „Scholastiker und Kanoniker von St. Kunibert zu Köln“ widmete 1743 Giovanni Platti schließlich einen Band mit Flötensonaten.

Spätestens hier hat die Querflöte ihre eigene Farbe und Ausdrucksform gefunden, die sie zu einem der wichtigsten Instrumente der folgenden Jahrzehnte machen wird. 1739 komponiert Johann S. Bach im „alten Stil“ einige Stücke zum Thema Pfingsten, die bei diesem Pfingstmontagskonzert nicht fehlen dürfen. Sein Sohn Carl Phillip Emanuel Bach hingegen vergnügt sein Publikum mit „Flötenuhrstücken“.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr im Saal des Töpfereimuseum. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, Kinder und Studenten haben freien Eintritt.

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