Mit sieben Kilo Bananen zum Aufstieg in die Oberliga

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
Ein Freudentänzchen krönt de
Ein Freudentänzchen krönt den Aufstieg: Die B-Jugend des SSV hat es in die Oberliga geschafft.

Stolberg. Zu den schönsten Geschichten, die der Sport erzählen kann, gehören ja immer die, bei denen auf schmerzhafte Niederlagen große Siege folgen. In den Zeitungen wird dann über ein Comeback geschrieben, mindestens, manchmal steht da sogar etwas von Wiederauferstehung.

Wer in diesen Tag mit Ralf Sauer spricht, der hört zwar weder etwas von einem Comeback noch über eine Wiederauferstehung, aber irgendwann sagt er zumindest: „Das ist ein absoluter Riesenerfolg. Gerade in der derzeitigen Situation. Es gibt ja schon einige Probleme.”

Sauer ist Leiter der Jugendabteilung beim Stolberger SV Handball (SSV) und im Moment dürfte er ziemlich glücklich darüber sein, dieses Amt innezuhaben. Am Sonntag haben die jungen Männer der B-Jugend in einer Sporthalle in Bergisch-Gladbach den Aufstieg in die Oberliga geschafft. Damit gehört die Stolberger Mannschaft zu den acht besten Teams im Handball Verband Mittelrhein. „Ja”, sagt Sauer, „da ist man schon stolz.”

Und dann erzählt er über die Truppe, die das Sensationelle vollbrachte. Eine behutsam gewachsene Mannschaft sei das, die bereits in der Mini-Abteilung zusammen gespielt habe. Klar, über die Jahre habe es ein paar Zu- und Abgänge gegeben, aber es waren eben nie übermäßig viele.

Das mit der Jugendarbeit funktioniert beim SSV jedenfalls ziemlich gut, was nicht nur der jüngste Erfolg der B-Jugend eindrucksvoll unterstreicht, sondern auch die C-Jugend, die sich durch den dritten Platz beim Qualifikationsturnier für die Teilnahme an der Verbandsliga qualifizieren konnte.

Ralf Sauer könnte als Leiter der 160 Mitglieder starken Jugendabteilung nun mit den Erfolgen hausieren gehen, die der Nachwuchs unter seiner Verantwortung erreicht hat, aber so ein Mensch ist er nicht. Er erzählt lieber vom tollen Teamgeist und dem hervorragende Trainergespann. Und während er so spricht, merkt man, dass es ihm Freude macht, Positives über den SSV erzählen zu können.

Es mag auch daran liegen, dass der Verein in der jüngeren Vergangenheit mit weniger schönen Geschichten auf sich aufmerksam machte. Im Zuge der Jahreshauptversammlung Ende Mai trat Klaus Hilgert sein Amt als Vorsitzender an und nahm sich vor, den SSV aus der Krise zu führen. Genau: Krise. Finanziell stand und steht man vor ziemlich großen Herausforderungen und die erste Mannschaft ist von der Oberliga in die Landesliga abgestiegen.

Nun sagt das zwar nichts über die Qualität der Nachwuchsteams aus, aber so ein Verein wird ja doch als großes Ganzes wahrgenommen und damit betraf die Krise eben den gesamten SSV.

Mit dem Aufstieg in die Oberliga hat die B-Jugend nun für ein Erfolgserlebnis gesorgt, dass für den Verein und seine Verantwortlichen immens wichtig sein dürfte. Bemerkenswert ist vor allem, wie die Mannschaft in der Halle in Bergisch-Gladbach auftrat.

In der ersten Partie ging es für die Stolberger gegen HSG Refrath, ein Gegner, der im vergangenen Jahr das Halbfinale der Westdeutschen Meisterschaften erreicht hatte. Obwohl dem SSV-Team zwei wichtige Spieler fehlten, gelang es über die länge des Matches stets knapp in Führung zu bleiben, bis der Gegner dann kurz vor Schluss doch noch ausgleichen konnte. Am Ende gewannen die Stolberger denkbar knapp, 31:30 war auf der Anzeigetafel zu lesen.

Nach nur einer halben Stunde Pause gingen die SSV-Spieler zum zweiten Mal auf den Platz, diesmal hieß der Gegner BTB Aachen. Die Partie verlief einseitiger als das erste Match, zur Pause führten die Stolberger bereits mit 20:13 beim Schlusspfiff stand es dann schließlich 33:23, die Zeit für ein Freudentänzchen war gekommen.

Welche Leistung die B-Jugend-Spieler in dieser schwülwarmen Halle in Bergisch-Gladbach gebracht haben, lässt sich an dem was sie in der kurzen Pause zwischen den beiden Spielen verzehrt haben, vielleicht genau so gut ablesen wie von der Anzeigetafel: Es war viel Wasser, eine Menge Kuchen und nicht weniger als sieben Kilo Bananen.

Der Aufstieg hat die jungen Handballer ziemlich viel Energie gekostet, so viel ist klar. Ob er der Beginn eines Comebacks ist, wird sich zeigen. Eine Wiederauferstehung wird es wohl nicht. Der Spitzname der Stolberger Handballer lautet Devils, Teufel.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert