Mit Optimismus und 40 Sachen unterwegs durch die Spielstraße

Von: Dirk Müller
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Die Papiere, bitte: Bei der Verkehrskontrolle in einer Spielstraße im Mühlenrötschen gingen der Polizei zahlreiche „Falschfahrer” mit erhöhter Geschwindigkeit, aber ohne Durchfahrtserlaubnis ins Netz. Foto: D. Müller

Stolberg. Bedingt durch die XXL-Baustelle ist die Konrad-Adenauer-Straße in den Ortsteilen Münsterbusch und Büsbach derzeit nur in eine Richtung (Büsbach) befahrbar, so dass viele Verkehrsteilnehmer gezwungen sind, Ausweichrouten zu wählen.

Manche begeben sich dabei allerdings auf zweifelhafte Pfade und benutzen zum Beispiel die Straße „In der Dell” als Verbindung zwischen Bischof- und Galmeistraße. Auch Mühlenrötschen dient einigen Autofahrern als Alternative, um parallel zur Konrad-Adenauer-Straße voranzukommen.

Bei beiden Wegen ist jedoch die Durchfahrt verboten. „Anlieger frei” markiere nur die Ausnahmen des generellen Verbots, erklärt Polizeikommissarin Nicole Ramjou. „Wer Bekannte, Verwandte, Kunden oder ein Geschäft besuchen möchte, und natürlich wer hier wohnt, darf in diese Straße hineinfahren. Die bloße Durchfahrt aber ist grundsätzlich verboten”, beschreibt die Verkehrssicherheitsberaterin im Mühlenrötschen. Dort kontrollierte die Polizei am Freitagmorgen gleich aus zwei guten Gründen, denn bei der Straße handelt es sich außerdem um einen verkehrsberuhigten Bereich.

Wer von der Aachener Straße kommt, dem zeigt ein blaues Schild, auf dem spielende Kinder abgebildet sind, bereits 20 Meter vor dem eigentlichen Bereich die sogenannte Spielstraße an. „Hier gilt Schritttempo, also auf jeden Fall eine Geschwindigkeit unter zehn Kilometern pro Stunde”, sagt Ramjoué und winkt mit der Kelle den nächsten Verkehrsteilnehmer an die Seite. Ihr Kollege mit der Laserpistole hat ihr zuvor „40” zugerufen, und die Polizistin redet nun dem traurigen Spitzenreiter der Verkehrskontrolle ins Gewissen: „Die hier verordnete Geschwindigkeit ist ja keine Willkür. Wir beobachten den ganzen Morgen, wie viele Kinder hier unterwegs sind.”

30 ist kein Schritt-Tempo

Immer wieder hören die Beamten von Autofahrern, sie seien doch nicht schneller als 30 Stundenkilometer gefahren. „Doch ein verkehrsberuhigter Bereich ist eben keine 30-Zone. In einer Spielstraße´ sind Autos nur geduldet, und es ist im Schritttempo zu fahren - das lernt man auch in der Fahrschule”, beharrt Ramjoué. Die Bilanz der Kontrolle im Mühlenrötschen fällt jedoch eher ernüchternd aus: Von 40 überprüften Verkehrsteilnehmern haben 20 gegen das Durchfahrtsverbot verstoßen, und beinahe alle von ihnen waren zu schnell unterwegs.

Appell an die Einsicht

Aber auch, wenn die Autofahrer der Polizei Freitagmorgen „in die Falle gingen”, erlebten sie die Ordnungshüter nicht als moderne „Raubritter”. Mit einer Verwarnung in Höhe von 15 Euro kamen die „Verkehrssünder” trotz zweier Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung verhältnismäßig günstig davon. „Wir wollen vor allem an die Einsicht der Autofahrer appellieren. Nicht hohe Bußgelder, sondern die Sicherheit der Fußgänger, besonders der Kinder, ist das Ziel dieser Verkehrsüberwachung”, betont Ramjoué.
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