Stolberg-Vicht - Mit Gegensätzen wird bewusst gearbeitet

Mit Gegensätzen wird bewusst gearbeitet

Von: Heike Eisenmenger
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Ein beeindruckendes Bild: „Der Tod des Neandertalers” von Petros Nikas, das im Kunsthof in Vicht ausgestellt ist. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Vicht. Es ist eine archaische Urgewalt, die von dem zwei mal 1,65 Meter großen Ölbild ausgeht: Der Mann mit der antiken Maske ist ein wahrer Muskelberg und wirkt kriegerisch. Das Bild könnte glatt aus dem Film „300” entsprungen sein, das auf dem gleichnamigen Comic von Frank Miller basiert und in starken Bildern die Schlacht bei den Thermopylen erzählt.

Der 35-jährige Petros Nikas aus Berlin hat sein Werk derweil „Der Tod des Neandertalers” genannt. Es gehört zur Ausstellung „Berliner Salon” im Europäischen Kunsthof in Vicht, die am Samstag eröffnet wurde. Die Ausstellung zeigt Bilder, Objekte und Skulpturen von 15 Berliner Künstlern. Es ist gerade das Gegenüberstellen unterschiedliche Stile und Kunstrichtungen, das diese Ausstellung so spannend und abwechslungsreich macht.

Geographische Gemeinsamkeit

Die einzige Gemeinsamkeit der Künstler ist geographischer Art - sie alle arbeiten und leben in der Hauptstadt. Einige der Künstler waren zur Vernissage in Vicht angereist, dazu gehörte neben dem Maler Nikas auch Felix Wunderlich. Die beiden Maler kennen sich aus Studienzeiten und haben bereits vor zehn Jahren in Vicht ausgestellt. „Damals waren wir noch Studenten und natürlich heilfroh, dass Angelika Kühnen unsere Bilder verkaufte”, erzählt der 35-jährige Nikas lachend.

Im Atelier von Felix Wunderlich entstand das aus mehreren Einzelbildern bestehende Gesamtkunstwerk „Penisneid”. Basis des Arrangements, das nicht wenigen Besuchern der Ausstellung ein Schmunzeln entlockte, sind Titelfotos einer TV-Zeitschrift. Es passt zum Thema, das ausnahmslos Frauen mit tiefem Dekolleté abgebildet sind, deren Foto Wunderlich auf den Kopf gestellt hat. Das Cover wurde vor schwarzem Hintergrund so arrangiert, dass es die im Titel zum Ausdruck gebrachte Form annimmt.

Ganz anderer Machart sind die Bilder von Jens Hausmann, die wie aus einer Traumsequenz entsprungen zu sein scheinen. Auf einem seiner Bilder ist ein alter, weißer Mann zu sehen, der einem dunkelhäutigen Jungen an einem leeren Pools gegenübersitzt. Im Hintergrund ist tropische Vegetation und ein Wachturm zu erkennen. Faszinierend sind die Gefühle, die das Ölbild auslöst: Es macht Freude, das Bild zu betrachten, aber hat auch durchaus etwas Melancholisches.

Die Ausstellung im Kunsthof Vicht in der Eifelstraße dauert bis 14. Februar.
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