Stolberg - Mit der Euregio-Erde Tiere, Pflanzen und Moore retten

Mit der Euregio-Erde Tiere, Pflanzen und Moore retten

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
Torf-BU
Weg frei für torffrei: Heike Stiller, Abfallberaterin der AWA, Dr. Manfred Aletsee von der Biologischen Station, Naturschützerin Ursel Deuster vom BUND und Andreas Groten, Betriebsleiter der Gabco (v.l.), bieten kostenlose Proben der torffreien „Euregio-Pflanzerde” auf dem Stolberger Kaiserplatz an. Foto: D. Müller

Stolberg. In vielen Haushalten werden derzeit Blumentöpfe und -kübel für Balkon und Terrasse sowie Gärten frisch bepflanzt, und pünktlich zur Eröffnung der Gartensaison stapeln sich Säcke mit Blumen- oder Pflanzenerde in Baumärkten und Gartencentern.

„Diese Erde besteht aber meist zu 30 bis 90 Prozent aus Torf und sollte daher nicht verwendet werden”, mahnt Ursel Deuster vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Torf ist der Stoff, aus dem die Moore sind. Der Verkauf herkömmlicher Blumenerde fördert die Zerstörung des Lebensraums bedrohter Tier- und Pflanzenarten.”

Hobbygärtner sollten nicht nur aus Gründen des Tier- und Pflanzenschutzes auf Torf verzichten, erklärt Diplom-Biologe Dr. Manfred Aletsee von der Biologischen Station der Städteregion Aachen: „Die Moore spielen eine wichtige Rolle im ökologischen Gesamtgefüge unseres Planeten.

Große Mengen Kohlendioxids sind in diesen Ökosystemen gespeichert, und zwar dauerhaft - im Gegensatz zu jeder anderen Vegetation.” Allein in Deutschland werden durch Trockenlegung und Abbau jährlich 42 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt und erhöhen den Treibhauseffekt. Dies entspricht rund 4,5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der Bundesrepublik.

Ein gesundes Moor wachse jährlich nur einen Millimeter, und ein wichtiges Ökosystem, das im Laufe von Jahrtausenden herangewachsen ist, werde vernichtet, sagt der Biologe. Die Verwendung torffreier Erden sei aktiver Natur- und Klimaschutz, den jeder leisten könne: „Weder die Pflanzenarten in unseren Gärten noch die heimischen Balkonpflanzen benötigen Torferde. Es gibt gute und umweltfreundliche Alternativen.”

Diese Alternativen hat eine Kooperation von BUND, Biologischer Station, AWA-Entsorgung GmbH und Gabco Kompostierung GmbH jetzt auf dem Kupferstädter Kaiserplatz vorgestellt. „Man kann einfach selbst mischen: Ein Drittel Kompost, Mutterboden oder alte Blumenerde und Sand ergeben gute Pflanzenerde für Blumenkästen. Neun Teile Sand und ein Teil Kompost eignen sich zur Aussaat und Anzucht”, sagt Heike Stiller von der AWA. Den umwelt- und klimafreundlichen „Ersatz-Torf” gibt es in den Kompostanlagen in Aachen-Brand, Eschweiler und Würselen, an den Kompostcontainern der Stadt Aachen sowie in der Biologischen Station der Städteregion (siehe Infokasten).

Die Kooperation zum Schutz der Moore bietet mit der „Euregio-Pflanzerde” auch ein gebrauchsfertiges Produkt an. „Diese Erde ist zu 100 Prozent torffrei, und die Komponenten stammen ausschließlich aus der Region. Sie besteht aus 30 Prozent Kompost, 15 Prozent Sand und 55 Prozent Mutterboden und lässt Pflanzen hervorragend gedeihen. Auf Wunsch liefern wir die âEuregio-PflanzerdeÔ auch aus”, erläutert Andreas Groten, Betriebsleiter der Gabco in Alsdorf-Warden. Über Hersteller torffreier Erde führt der BUND außerdem eine Liste im Internet.

Kompost für Blumen- und Pflanzenerde kann in der Städteregion bei folgenden Kompostanlagen erworben werden:

- Aachen-Brand, Camp Pirotte 50, 52062 Aachen;

- Alsdorf-Warden, Mariadorferstraße 2, 52249 Eschweiler;

- Würselen, Am Weiweg 40, 52146 Würselen.

Weitere Bezugsstellen sind die Kompostcontainer in der Stadt Aachen und die Biologische Station der Städteregion, Zweifaller Straße 162, 52224 Stolberg.

Den Einkaufsführer „Torffreie Erde” gibt es auch im Netz.

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