Metallwerk streicht 49 statt 70 Stellen

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. Leicht fällt es Rolf Hallmann und Heinz Meuser nicht. Der Werkleiter und der Betriebsratsvorsitzende des Stolberger Metallwerks müssen den Betroffenen die schlechte Nachricht überbringen.

„Hier am Standort müssen zum 1. Mai 49 Stellen abgebaut werden”, erklärt Hallmann. Aber als im Januar die KME Gemany AG & Co. KG in Osnabrück den massiven Stellenabbau ankündigte, waren es noch 70 Stellen, die in der Kupferstadt zur Disposition standen.

„Nach langen und schwierigen, aber fairen Verhandlungen haben Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft für Stolberg ein Gesamtpaket verabschiedet”, betonen Hallmann und Meuser gemeinsam. „Die wirtschaftliche Lage zwang dazu.” Insbesondere die starke Abhängigkeit von der Automobilproduktion.

Zu 80 Prozent arbeiten die Stolberger für diese Branche. Dem Aufschwung der letzten Jahre folgte jetzt mit der Rezession die Ernüchterung. Die Einschnitte schmerzen bei Werksleitung wie Arbeitnehmervertretern. „Es trifft Menschen, die wir seit vielen Jahren kennen”, unterstreicht Meuser. „Da rollen auch Tränen.”

Die Stolberger haben sich bemüht, mit den Unternehmensleitungen in Osnabrück und im italienischen Florenz eine möglichst sozialverträgliche Reduzierung des Personals auszuarbeiten. Kenner der Branche gehen davon aus, dass der Konzern dafür mehrere Millionen Euro aus der Tasche ziehen wird.

„Das Paket besteht das aus mehreren Komponenten”, sagt Hallmann. Eine davon ist die Beschäftigung in einer Transfergesellschaft, deren Dauer sich nach der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers richten soll. „Ziel ist, durch Qualifizierungen die Chancen des Mitarbeiters auf schnelle Integration in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu ermöglichen.” Die bundesweit agierende Transfergesellschaft „Peag” übernimmt diese Herausforderung; sie unterhält eine Zweigstelle in Aachen.

Die Übernahme in eine Transfergesellschaft bedeutet auch, dass die betroffenen Mitarbeiter mindestens ein Jahr lang nicht auf Arbeitslosengeld angewiesen sein müssen, verdeutlicht Helmut Wirtz. „Ein wichtiger Aspekt”, sagt der Geschäftsführer der IG Metall. „Die Entscheidung über die Entlassungen ist in der Konzernzentrale in Florenz gefallen.” In Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen musste vor Ort eine Lösung gefunden werden.

Für die in Stolberg verbleibenden 245 Beschäftigten bedeutet diese Entscheidung, weniger von Kurzarbeit betroffen zu sein. Sie können die Hoffnung hegen, von „einer Marktbelebung” profitieren zu können. „Denn wir haben die letzten Jahre und Monate intensiv genutzt”, verweist Rolf Hallmann auf die innovativen Bestrebungen der „Kupfermeister”, das „Portfolio über die Applikationen des Automobilsektors hinaus zu erweitern”.

Der Werksleiter will die starke Abhängigkeit des Produktionsortes an der Kupfermeisterstraße mindern, ihn breiter aufstellen und neue Märkte erschließen. „Wir erwarten einen entsprechenden Ergebniseffekt ab dem Jahr 2010”. Die ersten Anzeichen dafür seien erkennbar.
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