Mestrenger Wassermühle steht seit 350 Jahren im Kalltal

Von: bel
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Mal diente das gebäude im Zweiten Weltkrieg als Hauptquartier, mal als Sanitätshaus. Das Mühlrad ist eine große Attraktion und funktioniert auch heute noch. Foto: Bruno Elberfeld

Hürtgenwald. Vossenack-Mestrenger Mühle: Ihr würdiges Alter sieht man ihr, der 350 Jahre alten Wassermühle, trotz vieler Restaurierungsarbeiten in den letzten Jahrzehnten durchaus an. So soll es ja auch sein: eine gute Mischung aus Alt und Neu.

Seit zwei Jahren hat die idyllische Mühle zwischen Schmidt und Vossenack einen neuen Besitzer, der mit seinem Team das Restaurant in eigener Regie betreibt.

Andreas Wallek, der Inhaber, und sein Team sind guter Hoffnung, dass die Menschen, die die Eifel und die Idylle lieben, weiter und vermehrt die traditionsreiche Örtlichkeit an der Kall besuchen. Auf Mauerankern an der Hofseite ist die Jahreszahl des Mühlenbaus abzulesen: 1663. Haus und Hofanlage wurden an der Stelle erbaut, wo der Weg von Vossenack nach Schmidt und Kommerscheidt das Kalltal quert.

Besuch vom Bürgermeister

Erst 1705 – so steht es in den Annalen – wird eine Ölmühle in Betrieb genommen. Ein Jahr später erhält der Besitzer die Konzession zum Betreiben einer „Mahlmühle als Beimühle“ der zuständigen Bann- und Hauptmühle in der Nähe von Lammersdorf.

Die Mestrenger Mühle fungierte also zunächst als eine Art Zweigstelle, die für die Orte Schmidt, Vossenack, Harscheidt und Kommerscheidt zuständig war. Bürgermeister Axel Buch hielt eine kurze Ansprache anlässlich des Jubiläums, in der er von der Kalltalgemeinschaft berichtete.

Widerborstige Gruppe

Eine „widerborstige“ Gruppe von Künstlern aus Köln sei das gewesen, die ihre Zelte in Simonskall aufschlug, wo sie vor dem Zugriff der Kölner Justiz sicherer waren. 1926 wurde die Mühle von namhaften Dürener Mühlenbetreibern übernommen.

1944 spielte die „Mestereng“, wie das Gehöft im Volksmund noch heute heißt, eine große Rolle bei der Hürtgenwald-Offensive der Amerikaner. Mal diente sie als Hauptquartier, mal als Sanitätshaus der Soldaten, die Richtung Düren vorrückten.

Im November 1944 wurde dort zwischen den Amerikanern und den Deutschen eine dreitägige Waffenruhe vereinbart und durchgeführt. Ältere Bewohner erinnern sich noch. Nach dem Krieg wurde nur noch kurze Zeit Getreide gemahlen.

Vor etwa 30 Jahren fiel das Restaurant einem Brand zum Opfer. Aufbau und Inbetriebnahme des Gaststättenbetriebs gestalteten sich schwierig, bis – wie viele Bürger hoffen – jetzt wieder Stabilität in die weitere Zukunft des Hauses eingekehrt ist. So wurde das Jubiläum zum 350. Geburtstag des Gebäudes mit reichlich Musik und Kabarett gestaltet. Bei traumhaftem Sommerwetter spielte das „Cappuccino Trio“ aus Vossenack Barockmusik aus der Gründerzeit der Mühle.

Ausstellung eröffnet

Am Spätnachmittag wurde dann als ein weiterer Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten die Ausstellung des Malers Hubert Heinrich aus Aachen eröffnet. Anschließend bestritten die beiden Künstler Hubert vom Venn und Achim Konejung ihr Kabarettprogramm „Letzte Ausfahrt Eifel“, bevor Pia Fridhill & Band mit „Der Stimme Schwedens“ das Fest ausklingen ließen.

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