Stolberg - Messerstecherei: Wer Opfer oder Täter ist, ist noch ungewiss

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Messerstecherei: Wer Opfer oder Täter ist, ist noch ungewiss

Von: Jürgen Lange
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Der Parkplatz des McDonald‘s-Restaurant auf der Mühle wird als Tatort weiträumig von der Polizei abgesperrt. Während sich Notärzte und Rettungssanitäter um die Verletzten kümmern, suchen die Beamten das Gelände nach Spuren und Tatwaffen ab. Foto: J. Lange
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Der Parkplatz des McDonald‘s-Restaurant auf der Mühle wird als Tatort weiträumig von der Polizei abgesperrt. Während sich Notärzte und Rettungssanitäter um die Verletzten kümmern, suchen die Beamten das Gelände nach Spuren und Tatwaffen ab. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Hintergründe sind einen Tag nach der Bluttat auf dem Parkplatz von McDonald‘s auf der Mühle noch nicht genau aufgeklärt. Vorläufig festgenommen wurden noch in der Nacht zwei Tatverdächtige.

Die Staatsanwaltschaft führte sie am Morgen dem Richter vor, um Haftantrag zu stellen, so Dr. Jost Schützeberg auf Anfrage unserer Zeitung. Allerdings wurde dem Antrag nicht entsprochen. Es bestehe kein dringender Tatverdacht. Genauer gesagt sei unklar, ob es sich um Täter, Opfer oder einen Fall von Notwehr handele, erklärte der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft.

Die Verdächtigen seien jedenfalls wieder auf freiem Fuß. Was in diesem Fall bedeutet, dass sie sich zur stationären Behandlung im Krankenhaus aufhalten. Welche Rolle welche Beteiligten haben, das bedarf weiterer Ermittlungen. Die Betroffenen im Alter von 17, 25 und 40 Jahren stammen aus Stolberg und Aachen.

Begonnen hat die Auseinandersetzung, deren Ursachen nach derzeitigem Stand in einem familiären Umfeld zu suchen sein sollen, offenbar bereits am Vormittag. Zu Ort und Umständen machte die Staatsanwaltschaft am Freitag noch keine Angaben. Jedenfalls fand der Zwist seine Fortsetzung unter rund zehn Beteiligten gegen 21 Uhr auf dem Parkplatz von McDonald‘s. Als gesichert gilt, dass sich die Beteiligten kannten, nicht zweifelsfrei steht fest, ob sie sich zufällig getroffen oder verabredet haben, um ihre Angelegenheiten zu regeln.

Der zunächst verbale Streit eskalierte. Messer wurden gezückt. Die Prügelei endete blutig: Drei Menschen wurden schwer verletzt. Der Beteiligte, der am Abend noch Lebensgefahr schwebte, lag am Freitag noch auf der Intensivstation; zwei weitere befanden sich zur stationären Behandlung in Krankenhäusern, wo Mediziner die erlittenen Stichverletzungen durch Messer in Brust- und Rückenbereichen versorgen.

Neben Notärzten und mehreren Rettungswagen hatten in der Nacht ebenso zahlreiche herbeigerufene Streifenwagen den Tatort angesteuert. Bei ihrem Eintreffen hatte sich eine größere Menschenmenge auf und vor dem Gelände der Fastfood-Kette versammelt – teils Zeugen, teils Zaungäste. Beim Eintreffen der Beamten sitzt ein junger Mann noch auf einem Bordstein am Rande des Parkplatzes. Sein weißes T-Shirt ist auf dem Rücken von Blut durchtränkt. Sanitäter kümmern sich um das Opfer. Polizeibeamte verweisen Schaulustige des Platzes, sperren den Parkplatz als Tatort so ab, dass der Drive-In-Verkauf weiterlaufen kann.

Polizisten beginnen mit den ersten Vernehmungen von Zeugen und sichern Spuren. Messer werden gefunden und sichergestellt. Die vorsorglich herbeigebetene Feuerwehr muss zur Ausleuchtung des Tatortes nicht eingreifen. Gegen 22.15 Uhr übernimmt die Kripo den Tatort und lässt sich von den uniformierten Beamten einweisen. Motive und Hintergründe sind zu dem Zeitpunkt nebulös.

„Am Abend gingen die Beamten noch von einem versuchten Tötungsdelikt aus“, erklärte Dr. Schützeberg. Das sei nach den Erkenntnissen von Freitag nicht haltbar. „Derzeit müssen wir von gefährlicher Körperverletzung ausgehen“, so der Staatsanwalt.

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