Messerstecherei auf Kirmes: Kripo klärt Ungereimtheiten

Von: -jül-
Letzte Aktualisierung:
8400176.jpg
Der Tatort am Samstag der Stadtkirmes: Auf der Aachener Straße in Höhe des Willy-Brandt-Platzes strecken vier Angreifer ihr Opfer nieder. Das wiederum ist ein per Haftbefehl gesuchter Einbrecher. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Sache kommt der Stolberger Kriminalpolizei von Anfang an etwas „spanisch“ vor. Schweigen und Widersprüche bei der Vernehmung von Tatverdächtigen und dem Opfer weckten den Argwohn der Beamten an der Mauerstraße bei der Aufklärung der Tat vom 5. Juli.

Es ist der Samstag der Stadtkirmes, als es gegen 17.50 Uhr zwischen dem späteren Opfer und vier Tatverdächtigen im Bereich Steinweg / Burgstraße zu einer Auseinandersetzung kommt. Sie eskaliert blutig auf der Aachener Straße gegenüber den Willy-Brandt-Platz. Pfefferspray wird eingesetzt; die vier Angreifer schlagen und treten auf ihr Opfer ein.

Mindestens einer der Beschuldigten fügt ihm mit einem Messer erhebliche Stichverletzungen zu. Der Stolberger wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Zwei Verdächtige werden von Stolberger Polizisten noch vor Ort festgenommen, zwei weiteren gelingt die Flucht.

Doch schon bei den ersten Vernehmungen stoßen die Beamten auf Ungereimtheiten. Das Opfer gibt im Krankenhaus falsche Personalien an – damit es offensichtlich nicht erkannt wird –, und es schweigt sich zum Hergang der Tat aus. Zunächst ist von einem 39-Jährigen die Rede.

Aber die Kripo kann ermitteln, dass das Opfer das Geburtsjahr 1972 hat und wegen Einbruchsdelikten per Haftbefehl gesucht wird. Der genesende 42-Jährige muss so dann sein Krankenbett mit einer Zelle in einer Haftanstalt tauschen.

Aber nicht nur das Opfer, sondern auch die Tatverdächtigen geben sich ausgesprochen schwierig. Dennoch können die Beamten der Stolberger Kripo schwer wiegende Beweise ermitteln. Die Aachener Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehle wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung, bestätigte Justizsprecher Dr. Jost Schützeberg auf Anfrage. Das Amtsgericht Eschweiler erlässt die vier Haftbefehle.

Freitag in aller Früh stehen die Stolberger Fahnder mit Unterstützung von Hundeführern vor den Türen der beiden Wohnungen an der Vogelsang- und der unteren Aachener Straße. Festgenommen werden zwei 23 Jahre und ein 43 Jahre alter Mann aus Stolberg sowie ein 32-Jähriger ohne festen Wohnsitz und ziehen in die Untersuchungshaft ein.

„Die Hintergründe und Motive, die zu der Tat führten, sind immer noch Gegenstand der Ermittlungen“, erklärte Jost Schützeberg. Gleichwohl sei die Staatsanwaltschaft bemüht, zügig die Anklage bei Gericht einzureichen

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert