Stolberg - Mehr Strom, weniger Lärm und Schatten

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Mehr Strom, weniger Lärm und Schatten

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Das Bild der Werther Heide wird sich nicht wesentlich ändern, wenn die beiden linken der insgesamt drei Windräder erneuert werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Mehr Leistung mit weniger Umdrehungen und dabei weniger Lärm und Schatten erzeugen ist das Ziel der Erneuerung von zwei Windenergieanlagen in der Werther Heide. Der Betreiber hat beim zuständigen Kreis Aachen den Antrag gestellt, die aus den 1990er Jahren stammenden Windräder durch zwei neue Anlagen zu ersetzen.

Das dritte Windrad auf dem Gelände wird von einem anderen Eigentümer betrieben, soll aber offensichtlich auch erneuert werden.

Denn inzwischen überschreiten die Anlagen die Immissionsrichtwerte in den Nachtzeiten „nicht unerheblich”, wie Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt dem heute tagenden Ausschuss für Stadtentwicklung mitteilt.

Das liegt allerdings daran, dass die Bewertungs- und Berechnungsparameter im Laufe der Jahre verschärft wurden. „Zum Zeitpunkt der damaligen Genehmigung wurden die zulässigen Grenzwerte eingehalten”, betont Pickhardt.

Zweistufiger Aktionsplan

Aus diesem Grunde ist ein Aktionsplan in zwei Stufen vorgesehen, in den beide Betreiber einbezogen seien. Der erste Betreiber von zwei Anlagen beabsichtigt mit dem Repowering genannten Antrag, seine beiden neuen Anlagen schallreduziert zu betreiben; der zweite Betreiber habe zugesagt, seine Anlage nach einem späteren Repowering ebenfalls schallreduziert zu betreiben, erklärt der Fachbereichsleiter.

Ziel dieser Minderungsstrategie soll es sein, alle drei Windenergieanlagen in den Nachtstunden mit den gleichen Schallleistungspegeln zu betreiben, so dass die Richtwerte an allen Immissionspunkten eingehalten werden können, so Pickhardt: „Fakt ist aber, dass schon die jetzt beantragte Repoweringstufe1 zu einer deutlichen Minderung der Schalldruckpegel führt.”

Vorgesehen ist es, Anfang nächsten Jahres die beiden vorhandenen Anlagen des Typs Nordex N54 durch zwei EnerconE70-E4-Anlagen am bestehenden Standort zu ersetzen. Und die können jede Menge mehr als ihre Vorgänger. Anstatt 1000 Kilowatt erzeugen sie eine Leistung von 2300 Kilowatt. Damit kann der gemeinsame jährliche Stromertrag fast verdoppelt werden von 3,5 Millionen auf 6,8 Millionen Kilowatt-Stunden - das entspricht dem Verbrauch von nun 1700 statt bisher 900 Haushalten.

Auch in ihrer Optik unterscheiden sich die Anlagen ein wenig: Bisher drehten sich drei 26 Meter lange Rotoren auf einer Nabe, die in 70 Meter Höhe sitzt; zukünftig liegt die Nabenhöhe bei 64 Meter und die drei Rotoren sind 33 Meter lang. Damit verändert sich die Gesamthöhe nur minimal von 98,25 auf 99,5 Meter und bleibt somit unterhalb der im Flächennutzungsplan auf 100 Meter begrenzten Gesamthöhe.

Mit besagtem Flächennutzungsplan hatte die Stadt im Frühjahr 2005 eine so genannte Konzentrationszone für Windenergieanlagen in der Werther Heide beschlossen, wo zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Anlagen betrieben wurden.

Hintergrund war allerdings weniger, diese alternative Energiegewinnung zu fördern, sondern eine Zersiedelung des Stolberger Stadtgebietes durch Windräder zu vermeiden. Denn seinerzeit waren insgesamt vier Anlagen beantragt: in Büsbach, Breinig sowie in Werth beim Alberts- und beim Niederhof.

Konsequenz war, dass der Investor seinerzeit seine Anträge zurückzog, und lediglich das dritte Windrad im September 2005 in der Werther Heide errichtet wurde.

Kehrseite der Medaille ist, dass die Errichtung von Windrädern auf dem Areal privilegiert genehmigt werden müssen. Allerdings ist das Gelände so klein bemessen, dass es nach heutigem technischen Standard wohl kaum mehr als die bestehenden drei Anlagen beherbergen kann.

Privilegiertes Vorhaben

So genießt auch das jetzt beantragte Repowering der Windräder eine bevorzugte Behandlung. Es bietet allerdings auch einen weiteren Vorteil. Denn die größeren Rotorblätter müssen sich seltener im Wind drehen.

Elf statt 16 beträgt die Rotordrehzahl bei Windgeschwindigkeiten von sechs Meter pro Sekunde. Und die Drehungen können punktuell unterbrochen werden. Immer dann, wenn bestimmte Konstellationen von Lichteinfall und Rotordrehungen einen periodischen Schattenwurf befürchten lassen. Deshalb sind die neuen Anlagen mit einer Schattenabschaltung versehen, die immer dann eintreten soll, wenn ein solch ungewünschter Schattenwurf eintreten kann.

Allerdings hat die Stadt Stolberg wenig beizutragen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. Sie darf lediglich das gemeindliche Einvernehmen aus planungsrechtlicher Sicht herstellen. Dass dem wesentliche öffentliche Belange nicht entgegen stehen, ergibt sich juristisch gesehen allein schon aus der Tatsache, dass die beiden Anlagen schon seit mehr als zehn Jahren vorhanden sind, klärt Andreas Pickhardt auf. Alle übrigen Fragen im Genehmigungsverfahren sind vom Kreis Aachen mit den betroffenen Behörden zu klären.
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