Mehr Betten für die Eifelklinik beantragt

Von: Jürgen Lange
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Stolberg/Simmerath. Die von der privaten Artemed-Gruppe betriebene Eifelklinik St. Brigida in Simmerath hat beim Düsseldorfer Gesundheitsministerium eine Anhebung ihrer 75 anerkannten Betten um weitere elf in der Inneren Medizin, 24 in der Chirurgie und fünf in der Intensivpflege beantragt. Ein Vorgang, den die übrigen Krankenhäuser in der Region einerseits in der Sache skeptisch betrachten, vor allem aber mit erheblicher Kritik am zeitlichen Vorgehen verbinden.

Die Genehmigung soll kurzfristig durchgesetzt werden, noch bevor das landesweite Verfahren zum Krankenhausrahmenplan 2015 Anfang kommenden Jahres anläuft. Darin werden die Kapazitäten der Krankenhäuser im Land für die nächste halbe Dekade in Abstimmung mit den Häusern und Krankenkassen geregelt.

„Es gibt keinen Grund, eine Entscheidung für das Vorhaben der Eifelklinik quasi fünf Minuten vor Zwölf zu treffen“, sagte Bernd Koch, Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West (CTW) und des Bethlehem Gesundheitszentrums, auf Anfrage unserer Zeitung. Vielmehr sei es sinnvoller, über die Bettenkapazitäten der Eifelklinik im Rahmen des jetzt beginnenden Abstimmungsprozesses zu beraten und zu befinden. Es sei allen Krankenhäusern in der Städteregion, im Kreis Düren und im Kreis Euskirchen unerklärbar, dass das Ministerium noch kurz vor Beginn des landesweiten Verfahrens ein Votum zugunsten der Eifelklinik aussprechen wolle.

„Sämtliche umliegende Krankenhäuser, die zum Antrag der Eifelklinik beteiligt wurden, lehnen diesen ab, weil sie das regionale Angebot in der Inneren Medizin und in der Chirurgie für ausreichend erachten“, betont Dr. Tim Grüttemeier. „Die Landesverbände der Krankenkassen und der Verband der Ersatzkassen lehnen den Antrag ebenfalls ab“, so der Fraktionsvorsitzende der CDU im Stadtrat, der die regionalen Abgeordnete im Landtag Axel Wirtz (CDU), Stefan Kämmerling und Daniela Jansen (SPD) sowie den Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt um Unterstützung gebeten hat, sich im Düsseldorfer Gesundheitsministerium für die Einhaltung des normalen Verfahrensweges zu verwenden und eine Entscheidung über die Simmerather Pläne im Rahmen des Krankenhausesplans 2015 herbeizuführen.

Die Verhandlungen dazu werden in den ersten beiden Quartalen des kommenden Jahres geführt. Darum habe außerdem die Städteregion Aachen gebeten, die sich vor wenigen Jahren für den Erhalt der Eifelklinik stark engagiert habe.

„Alle Krankenhäuser aus der Region werden sich in einer gemeinsamen Stellungnahme ebenso positionieren“, kündigte Bernd Koch an. Obwohl alle zu dem Antrag gehörten Einrichtungen und Kassenverbände den Simmerather Antrag abgelehnt hätten, befürworte das Ministerium die Expansionswünsche der Eifelklinik, da der Mehrbedarf für die Grundversorgung in der Region unverzichtbar sei. Die Auslastung von Chirurgie und Innerer Medizin mit 85,3 Prozent rechtfertige den Wunsch nach weiteren Betten.

Dies sehen die umliegenden Krankenhäuser indes gänzlich anders. Der Auslastungsgrad impliziere keinesfalls einen Eilbedarf und sei auch nicht mit der Aufrechterhaltung der Grundversorgung der Eifelregion zu rechtfertigen. Vielmehr sei es der Fall, dass die Artemed-Gruppe durch Werbekampagnen eine hohe Anzahl an Patienten aus dem Nordkreis, und den übrigen Teilen der Städteregion und der Nachbarkeise durch gezielte Zuweisung für die Eifelklinik rekrutierten, berichtet Grüttemeier über eine etwas andere Art von „Eifel-Tourismus“.

„Die Pläne für Simmerath sind nicht förderlich für alle anderen Krankenhäuser“, formuliert Geschäftsführer Koch die Gemütslage in den benachbarten Häusern vorsichtig. Insbesondere durch die räumliche Nähe, aber auch durch die zur Rede stehenden Fachdisziplinen Innere Medizin und Chirurgie wäre das „Bethlehem“ von den Plänen der Eifelklinik in besonderem Maße betroffen.

Einer Sicherung der Grundversorgung durch eine Stärkung von St. Brigida würden die übrigen Krankenhäuser nicht grundsätzlich widersprechen, betont Koch. Aber darüber müsse im Rahmen der landesweiten Krankenhausplanung gesprochen werden. Eine vorzeitige Zustimmung aus Düsseldorf wäre für einen kooperativen Ablauf der Planungsrunde sicherlich nicht förderlich.

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