Stolberg - Mehr Attraktivität am Hauptbahnhof

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Mehr Attraktivität am Hauptbahnhof

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Theke, Regale, Sitzecken: So könnte es im zukünftigen Service-Zentrum aussehen. Quelle: DORV
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Parkdruck am Hauptbahnhof: Mit dem Bau eines Parkdecks soll im kommenden Jahr die Situation deutlich entschärft werden. Foto: J. Lange

Stolberg. Es kommt Bewegung in die Entwicklung des Stolberger Hauptbahnhofes als Drehscheibe der Euregiobahn. Während der Infrastrukturbetreiber EVS die Gespräche über eine Elektrifizierung der Strecke und Vollendung des Ringschlusses vorantreibt sowie die Sanierung des Umfeldes des Bahnhofsgebäudes zum Jahresende abschließt, möchte die Stadt ihren Teil zur Steigerung von Attraktivität und Kundenfreundlichkeit des Hauptbahnhofes vorantreiben.

„Vordringlichstes Problem ist die Lösung der Stellplatz-Frage“, sagt Paul M. Kirch. 242 P+R- sowie etwa 50 offizielle Stellplätze im Umfeld reichen nicht aus, dem Andrang Herr zu werden. Wildes Parken, Ausweichen in entferntere Gewerbegebiete sowie auf Banketten sind die Folge. „Dies ist aber auch ein Indiz für die Akzeptanz des Stolberger Hauptbahnhofes“, so Hildegard Nießen. „Er wird mit dem Ringschluss nach Alsdorf weiter an Bedeutung gewinnen.“ Zumal zunehmend Reisende aus der Eifel, Würselen und Aachen als Ausgangsbasis Stolberg nutzen, „und an den Aachener Haltepunkten kaum P+R-Angebote vorgehalten werden“, so Pickhardt. Angemeldet ist der Zuschussbedarf für den Bau eines Parkdecks direkt am Hauptbahnhof, das das Angebot der P+R-Stellplätze von 242 auf 408 erhöhen soll. Frühzeitig soll die Verwaltung Vorsorge treffen, so Nießen weiter, dass vor Beginn der Bauphase im kommenden Jahr ausreichend provisorische Parkflächen bereitgehalten werden können. Die EVS habe ihre Zusammenarbeit dazu bereits signalisiert.

Weiter am Ball bleiben wollen SPD und CDU auch bei einer Anbindung Breinigs an das Euregiobahn-Netz, betonte Dr. Tim Grüttemeier. Ein Haltepunkt in Breinig erschließe weitere Kundenströme aus Venwegen, Büsbach und dem Aachener Süden für den Schienenverkehr, sondern sei auch für die Pendler aus der Eifel schneller erreichbar als der Hauptbahnhof. Dort soll das Parkdeck auch einen lang ersehnten Wunsch wahr werden lassen: die barrierefreie Erreichbarkeit des Mittelbahnsteigs, an dem die Expresszüge der DB Richtung Aachen bzw. Köln halten. Ein „Skywalk“ nahe dem Hauptgebäude, ein Übergang aus dem Parkhaus über die Euregiobahn-Gleise 44 und 43 mit Lift zum Mittelbahnsteig, stellt die geplante behindertengerechte Lösung dar. Er soll durch die DB bei der für die kommenden Jahre angekündigten Sanierung des Mittelbahnsteigs realisiert werden. „Dann kann man mit dem Auto bis fast direkt an die Bahnsteigkante fahren“, unterstreicht Rolf Engels das kundenorientierte Angebot von Parkdeck mit „Skywalk“, der eine Alternative zur ungeliebten und ungepflegten Unterführung darstellt.

Bereits im kommenden Jahr neu gebaut werden soll die Rhenaniastraße zwischen Hauptbahnhof und Münsterbachstraße (L 236). „Bis Ende Juni ist der Förderantrag eingereicht“, versicherte Kistermann. Das Land bzw. der Zweckverband Nahverkehr Rheinland haben eine Bezuschussung zugesichert. „Die Rhenaniastraße ist als Zufahrt zum Hauptbahnhof und zur Steigerung der Attraktivität ein wichtiger Baustein“, verweist auch Kistermann auf die wachsende Bedeutung Stolbergs als Drehscheibe für den regionalen Bahnverkehr.

Diese Stellung unterstreichen soll auch das im Hauptgebäude geplante Service-Zentrum. Als Modellprojekt engagiert sich die Städteregion bei der Analyse und Umsetzung des Projektes ebenso wie sich die EVS engagiert, um die Kundenfreundlichkeit und Attraktivität des Hauptbahnhofes in seiner dezentralen Lage abseits von Wohngebieten zu unterstreichen. Derzeit laufen die letzten Abstimmungsgespräche der Beteiligten zur Realisierung des Konzeptes.

In der Tat hat die Machbarkeitsstudie der „Dorv“ – Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung Zentrum GmbH, ein Modellprojekt des Landes mit Sitz in Jülich – die Schwierigkeiten einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung aufgezeigt. Die Frequenz möglicher Kunden ergibt sich nur aus der Anzahl an Fahrgästen, Gelegenheitsfahrer, Abholer und Touristen. Zukünftiges Potenzial bietet die Vermarktung des Gewerbegebietes Camp Astrid.

Als Lösungsansatz präsentiert die „Dorv“ einen multifunktionalen Betrieb inklusive von Zusatz- und Extraangeboten, der als gemeinnützige Gesellschaft geführt werden könnte. Kernpunkt neben der Leistung von Kiosk- und Serviceangeboten wäre dabei eine Integration von Menschen mit Behinderung als Teilbetrieb eines Integrationsprojektes im Rahmen des „Dorv“-Verbundes – quasi als Filiale des „Dorv“-Ladens in Barmen. Damit wäre auch eine ordnungsgemäße Betreuung einer öffentlichen Toilettenanlage verbunden – eine Premiere nach jahrzehntelanger Abstinenz am Hauptbahnhof.

„Wachsende Bedeutung“

Angeboten werden sollen in dem Service-Zentrum neben klassischem Kiosk-Portfolio wie Imbiss, Café, Backwaren, Obst, Molkereiprodukte, Tabakwaren und Getränke auch postalische Dienstleistungen, touristische Informationen, Fahrkarten, Internet oder 24-Stunden-Reinigung, Fahrrad-Verleih und -Unterstellplätze, eine Mitfahrzentrale. Angestrebt wird eine Eröffnung des Service-Zentrums mit Abschluss der Sanierungsarbeiten am Umfeld des Bahnhofes. „Service-Zentrum, Parkdeck, „Skywalk“ und Aufwertung des Umfeldes als gemeinsames Paket sind für uns entscheidende Verbesserungen der Attraktivität des Hauptbahnhofes, die seiner wachsenden Bedeutung Rechnung tragen sollen“, betonen Nießen und Grüttemeier.

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