Stolberg - Marode „Villa” mit einem „unangemessenen Niveau” für ein Amt

Marode „Villa” mit einem „unangemessenen Niveau” für ein Amt

Von: -jül-
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Stolberg. Viel zu nobel residiert das Technische Betriebsamt in seiner „Villa” an der Mausbacher Industriestraße. Ein schmuckes Atrium mit jeder Menge Glasfronten - „das ist ein unangemessenes Niveau” für das Team vom Amt 68.

Das fand Dienstagabend im Hauptausschuss jedenfalls Uschi Küpper beim Blick auf die Sanierungskosten, die erforderlich sind, um den Dienstsitz wasserdicht zu machen. „Da müssen alternative Konzepte her”, markierte die Fraktionsvorsitzende der Grünen die Meinung fast aller Ratsfraktionen. Denn mit satten 300.000 Euro wurde die Behebung der Schäden kalkuliert - vor zwei Jahren. „Das wird angesichts der Preissteigerung heute mit Sicherheit wesentlich teurer”, zeigte sich auch Bernd Engelhardt überzeugt. Der FDP-Fraktionsvorsitzende forderte ebenfalls andere technische Lösungen ein.

Konstruktive Mängel bescheinigt ein Gutachten dem aus einer Insolvenz durch die Stadt erstandene Gebäude. Die sind so grundlegend, dass umfassende Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich sind. Und dabei hat das Gutachten bislang nur an der Oberfläche der Probleme gekratzt, ergänzte Dieter Wolf. „Es gibt zahlreiche Verweise darauf, dass das Objekt noch intensiver untersucht werden muss, um alle Mängel offen zu legen”, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Das bedeute weiteren Sanierungsbedarf und weiter steigende Kosten.

Gemeinsam mit der Ampelkoalition zeigte sich auch CDU-Sprecher Tim Grüttemeier nicht gewillt, die von der Verwaltung beantragten Mittel frei zu geben. Im Gegenteil, der Hauptausschuss kürzte sie mehrheitlich auf nicht einmal zehn Prozent zusammen. „Maximal 20.000 Euro”, so formulierte es Wolf mit Blick auf weitere noch zu stemmende, erhebliche Investitionen, die gemeinsam gesetzte Grenze, gewährte das Parlament seiner Exekutive, um die zerfallende „Villa” näher zu untersuchen und nach alternativen Sanierungs- oder auch Nutzungsarten Ausschau zu halten.

Auch der Arbeitsschutz wird weiterhin ein Auge auf das Gebäude haben, versicherte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler auf Anfrage von Hans Emonds (UWG), der durch Schimmelbildung mögliche Gesundheitsbeeinträchtigungen befürchtete. Allein Mathias Prußeit war bereit, dem Wunsch der Verwaltung nach umfassender Sanierung sofort zu folgen. Wenn diese teurer als kalkuliert würde, so der Fraktionschef der Linken, dann sei das in Stolberg einerseits nichts Neues. Andererseits werfe auch dieser Vorgang die Frage auf, weshalb die Stadt noch immer nicht ins Baucontrolling eingestiegen sei. Denn dadurch könne Stolberg jede Menge Geld sparen.
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