Stolberg - Mäurer und Wirtz setzt auf edle Duftkreationen

Mäurer und Wirtz setzt auf edle Duftkreationen

Von: Jürgen Lange
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Stellt morgen das neueste Produkt aus dem Hause Mäurer & Wirtz vor: Geschäftsführer Johannes Verhoog präsentiert 4711 Acqua Colonia dem Fachpublikum im Kölner Glockenhaus. Foto: J. Lange

Stolberg. Johannes Verhoog freut sich auf den Februar. Nicht wegen des Karnevals, sondern auf Paris. Dann wird der neue Geschäftsführer des Stolberger Traditionsunternehmens Mäurer & Wirtz in der Modemetropole an der Seine in die Geheimnis umwobene Welt der Düfte eingeweiht.

Dann wird er erleben, wie kleinste Tropfen feinster Essenzen den Charakter eines Duftes verändern. „Das wird eine spannende Erfahrung”, sagt der studierte Kaufmann, der seine Geschmacksknospen gerne an einem guten Wein und Essen trainiert und mit seiner beruflichen Herausforderung vermehrt seine Nase fordern wird: Bei neuen Kreationen aus dem traditionsreichen Haus in Stolberg und mit dem richtigen Riecher für den Erfolg auf dem schnelllebigen Duftmarkt.

Die menschliche Komponente

Dort sind die Marken von Mäurer & Wirtz vor allem im so genannten Brückenbereich zwischen Billigprodukten und Prestigedüften eine feste Größe. Gut ein Drittel des Marktes macht dieses hart umkämpfte mittlere Preissegment aus, in dem der Erfolg einer Marke gehegt und gepflegt werden will wie zerbrechliches Porzellan. „Und doch ist es möglich, Marken langfristig zu etablieren und das Produkt weiter auszubauen”, nennt Verhoog als Beispiel „Betty Barclay”.

Der Damenduft wird inzwischen in fünf unterschiedlichen Noten angeboten. Die besten Beispiele für Erfolg aus der Kupferstadt sind aber „Nonchalance” und „Tabac Orignal”, - Klassiker für Sie und Ihn, die seit den 1950er Jahren zu den erfolgreichsten Düften schlechthin zählen. Namen des Erfolgs, mit denen der 50-jährige Niederländer bereits während seiner Tätigkeit bei Procter & Gamble konfrontiert wurde, - als er die Marken Boss und Laura Biagiotti auf dem österreichischen Markt einführte.

Seit dieser Zeit verbindet Johannes Verhoog den Namen Stolbergs mit Dalli und Mäurer & Wirtz. „Ich war sofort interessiert, als mich ein Personalberater anrief und mir die Geschäftsführung antrug”, erzählt Verhoog. Die neue Aufgabe reizt und passt in seinen beruflichen Werdegang, der nach dem wirtschaftswissenschaftlichen Studium von unterschiedlichen Positionen in der Waschmittel- und Kosmetikindustrie geprägt ist, zu dem aber auch die Reorganisation des auf dem CD-, DVD- und Musikinstrumentenmarkt tätigen Familienunternehmens in den Niederlanden sowie eine Tätigkeit bei einer Unternehmensberatung zählt.

„Ich hatte sofort einen guten Eindruck”, blickt Verhoog auf seine ersten Kontakte zu Mäurer & Wirtz zurück. „Hier spielt die menschliche Komponente eine wichtige Rolle”. Eine Wertschätzung, die er vom eigenen Familienunternehmen her kennt. „Es ist die ideale Herausforderung”.

Die begann für den 50-Jährigen bereits am 1. Oktober. Sein Vorgänger Bert Lehnen nutzt die Gelegenheit, Johannes Verhoog mit dem Unternehmen, Geschäftspartnern und Produkten vertraut zu machen. „Eine gute Erfahrung”, befindet Verhoog, der seit 1. Januar die Verantwortung trägt. Jetzt ist es an ihm, die Stammkunden bei der Stange zu halten, die Marken attraktiv und modern zu präsentieren und gleichzeitig neue Akzente in der Welt der Düfte zu setzen.

Seine Marke setzen möchte Mäurer & Wirtz zunehmend im Prestigesegment. Mit „Pussy Deluxe” und ihrer Schwester „Pussy Deluxe Velvet Kitten” ist dort ein Trendlabel für „Samtpfötchen” bereits erfolgreich platziert. Jetzt folgt die nächste Transaktion: 4711, die wohl älteste Marke der Welt, wird um eine sehr hochwertige Serie ergänzt. „4711 Acqua Colonia” heißt das Eau de Cologne, das am Freitag in Köln der Fachpresse präsentiert wird.

Das Wunderwasser soll dann auch mit den individuellen Duftnoten Lavendel/Thymian, Royal Riesling, Lemon/Ginger, Melisse/Verbena und Vetyve/Bergamotte in der Molanusflasche mit zusätzlichem Zerstäuber weiter die internationalen Märkte erobern. „Und das nächste neue Produkt ist bereits in der Pipeline”, setzt Mäurer & Wirtz auf Innovation.

Ohnehin denkt Verhoog daran, das Stolberger Portfolio intensiver global zu platzieren, „wobei wir auf die Vorlieben eines jeden Landes besonders achten müssen”, sagt der Geschäftsführer. Japan ist beispielsweise ein wichtiger Markt für 4711. Die normalerweise wenig zu Duftwässern greifenden Asiaten haben allerdings ein Hairtonic der Marke ins Herz geschlossen. Schnell in sein Herz geschlossen hat Johannes Verhoog jedenfalls sein neues Unternehmen und die Kupferstadt, wo er in Zweifall logiert.

Das private Zuhause steht am Familiensitz in Nijkerk nahe Utrecht, in das er zu seiner - aus Italien stammenden und bei Heineken in Amsterdam arbeitenden - Ehefrau, Tochter (8) und Sohn (9) sowie ein Aupair meist am Wochenende heimkehrt. Dann bleibt bei kulinarischen Genüssen auch Zeit am Flügel zu spielen, „und wie es sich für einen Holländer gehört, segele ich seit meinem vierten Lebensjahr”, gesteht Verhoog. Und dabei kann er sich von der Brise des Meeres für neue Duftprojekte inspirieren lassen.
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