Luise Nießen ist ein Urgestein des Werther Karnevals

Von: Lukas Franzen
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Ohne Frage ist der 77. Geburtstag für jeden ein Grund zu feiern. Besonders schön muss ein solcher Tag aber sein, wenn er sich ausgerechnet an Altweiberfastnacht ereignet und das Geburtstagskind ein Stolberger Karnevalsurgestein ist.

Über diesen glücklichen Zufall freut sich Luise Nießen aus Werth, die mit sieben mal elf Jahren am heutigen Fettdonnerstag ihr ganz persönliches närrisches Jubiläum feiert.

„Karnevalsbegeistert war sie schon immer”, erzählt ihre Tochter Anita Heinemann-Nießen. In Hastenrath geboren, zog Luise Nießen nach dem Krieg mit ihrer Familie nach Werth. Schon an der Gründung der Werther Damenabteilung im Jahre 1968 war sie beteiligt.

Als ihre damalige Freundin und Gründungsvorsitzende, Erika Kern, zwei Jahre später verstarb, versprach sie ihr, das Amt weiter zu führen und für den Erhalt der Damenabteilung zu sorgen.

„Dem fühlt Sie sich heute noch verpflichtet”, berichtet Tochter Anita. Fast 30 Jahre lang war die jecke Wertherin als Präsidentin der Damenabteilung tätig. Den erfolgreichen Werther Karneval hat sie somit maßgeblich mitgeprägt.

Heute ist das Ehrenmitglied der „Adler” aus Werth Seniorenpräsidentin und „hält das ältere Semester des Dorfes zusammen”, wie ihre Tochter erzählt.

Für ihre langjährigen Verdienste wurde die Werther Jeckin mit dem Verdienstorden des deutschen Karnevalsbundes (BDK) ausgezeichnet.

Auch mit 77 Jahren ist die lebensfrohe und immer hilfsbereite Frau, wie sie Tochter Anita charakterisiert, an Rosenmontag auf dem Elferratswagen des FC Adler Werth zu finden und unermüdlich moderiert sie Jahr für Jahr den karnevalistischen Kaffeeklatsch im Werther Festzelt.

„Am liebsten bis ich 111 Jahre alt bin”, sagt Luise Nießen immer. Ob sie dieses jecke Jubiläum erleben wird, steht zwar noch in den Sternen, ihrem Lebensmotto „Freude bereiten so lange es möglich ist” wird das Werther Urgestein aber auch in den kommenden Jahren treu bleiben, wenn es die Gesundheit zulässt. Lachend sagt sie oft: „Wenn ich meine Uniform trage, fühle ich mich am wohlsten.”

Familie mit Virus angesteckt

Auch an ihre Familie hat sie ihre jecke Lebenseinstellung erfolgreich weitergegeben und sie mit dem Karnevalsvirus angesteckt, denn auch Kinder und Enkel engagieren sich aktiv bei den Adlern. Tochter Anita ist Vizepräsidentin des Vereins und trainiert unter anderem die Minitanzgarde. Ihre andere Tochter Petra war Jahre lang in der Tanzgruppe aktiv und Sohn Peter, ehemals auch Büttenredner in Werth, übernimmt organisatorische Aufgaben rund um das närrische Treiben im Dorf und moderiert den Werther Karnevalszug. Seine Frau Erika ist sogar die amtierende Präsidentin der Werther Damen.

Wenn man einem bekannten deutschen Musiker glauben darf, dann fängt das Leben ohnehin erst mit 66 Jahren richtig an. Wer als Karnevalist dann elf Jahre später seinen 7x11-jährigen Jubeltag an „Altweiber” erleben darf, für den geht es sicherlich auch erfolgreich weiter.

Das wünscht sich nicht nur Luise Nießens Familie, auch die gesamte Damenabteilung des FC Adler Werth sagt: „Herzlichen Glückwunsch.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert