Löcher in Fahrbahn und Budget

Von: Ottmar Hansen
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Loch an Loch in der Rathausstraße. Hier muss man vor allem als Zweiradfahrer höllisch aufpassen. Foto: Hansen

Stolberg. Härtetest für Rad und Stoßdämpfer am Pkw auf der Rathausstraße: Sind die aufgeschütteten Schwellen zur Tempominderung überwunden, rasselt der Reifen in eines der vielen Löcher im Asphalt.

Nicht nur die Rathausstraße, so manche Fahrbahn in der Stadt ist in einem elenden Zustand. Der harte Winter 2010 hat den Straßenbelägen arg zugesetzt, die momentanen Frosttemperaturen geben ihnen den Rest.

„Sind erst einmal erste Risse in der Fahrbahn entstanden, dringt das Wasser von Schnee und Regen in den Belag ein. Das Wasser gefriert und dehnt sich aus, fast wie bei einer Explosion“, kennt Bernd Kistermann, Leiter des städtischen Tiefbauamtes, die physikalischen Vorgänge mehr als zur Genüge. Das Ergebnisse sind tiefe Risse und Löcher im Asphalt. Für den Verkehrsteilnehmer eine einzige Holperstrecke.

„Es sind viele alte Schäden, die jetzt schlimmer geworden sind, aber auch neue“, so Kistermann. Für schöne neue Straßen hat die Stadt kein Geld. Bleibt die Reparatur. Der Etat des Tiefbauamtes für die Straßensanierung liegt für das laufende Jahr bei rund 220.000 Euro. „Das Geld reicht gerade, die Straßen verkehrssicher zu halten“, betont der Amtsleiter.

Mit zwei möglichen Verfahren: Über Kalt-Bitumen – Kistermann: „Das hält bis zum nächsten Frost.“ Oder mit Heiß-Asphalt, der ist stabiler. Bei den momentanen Temperaturen könne man allerdings ohnehin keinen Reparaturtrupp raus schicken, ganz gleich, mit welchem Asphalt.

Derzeit arbeitet das Tiefbauamt an einer aktuellen Prioritätenliste, welche maroden Straßen in Stolberg zuerst geflickt werden sollen. Und welche Straßen dabei unter das „Deckensanierungsprogramm“ fallen werden. Kistermann: „Dabei wird die oberste Straßenschicht abgefräst und erneuert. Der Aufbau darunter bleibt erhalten, aber oben drauf ist alles wie neu. Damit kein Wasser mehr eindringen kann.“

Dass eine Straße von Grund auf erneuert wird, ist eher die Ausnahme. So ist für den Neubau der Aachener Straße der Betrag von 2,3 Millionen Euro im Haushalt einkalkuliert – allerdings einschließlich neuer Kanäle darunter. Am Straßenbau beteiligt sich der Bund mit 60 Prozent. Für alle Kanalbauprojekte insgesamt sind dieses Jahr rund drei Millionen Euro veranschlagt.

Sowohl die Prioritätenliste als auch das Deckenerneuerungsprogramm muss der Stadtrat erst noch absegnen. Das werde voraussichtlich im April geschehen“, blickt Bernd Kistermann nach vorne. Vorher könne er noch keine Prognose abgeben, welche Straße denn nun zuerst geflickt wird.

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