Lissabon bei Reisenden hoch im Kurs

Von: xeni/dim
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Bloß weg, in die Sonne und ans Meer. Das denken viele Stolberger beim Blick aus dem Fenster ihrer Wohnung. Und buchen eine Reise, oft nach Italen, in die Türkei oder nach Griechenland. Foto: imago/Jochen Tack

Stolberg. Ruft eher der Berg, oder sind die Kupferstädter reif für die Insel? Pünktlich zur Hauptreisezeit hängt leider eine weitere Frage in der Luft, die einst Rudi Carrell stellte. Und anstatt darauf zu warten, dass es auch in unseren Gefilden mal wieder richtig Sommer wird, treten viele Stolberger nicht nur ihren Jahresurlaub, sondern auch regelrecht die Flucht vor dem bescheidenen Wetter in der Heimat an.

Doch wohin soll die Reise gehen, da beliebte Urlaubsziele von Finanzkrisen oder politischen Unruhen betroffen sind? „Es sind die typischen Ziele“, sagt Marie-France Wuterf vom Reisebüro Braun. Neben Mallorca sei auch die Türkei trotz der Demonstrationen nach wie vor ein beliebtes Reiseziel. Im Reisebüro „Gündüz“, weiß Inhaber Mustafa Gündüz auch warum: „Die meisten unserer Kunden haben Familie und eigene Häuser in der Türkei. Denen sind die Demonstrationen egal.“

Außerdem sei es nur in großen Städten wie Istanbul unruhig, die wiederum seien als Urlaubsziel generell nicht so beliebt. Touristen führen eher nach Antalya. Das Auswärtige Amt ruft indes durchaus zur Vorsicht auf. Demonstrationen sollten gemieden werden. Es wird nahe gelegt die Nachrichten in der Türkei zu verfolgen. Außerdem wird empfohlen, die türkisch-syrische Grenze zu meiden.

„Nordafrikanischen Länder wie Syrien, Ägypten, Tunesien oder Marokko sind als Reiseziel zurzeit uninteressant“, sagt Wuterf. Die Lage dort sei einfach zu riskant. Auch das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Syrien und empfiehlt Reisen in Ägypten bis auf Weiteres auf den Großraum Kairo, die Urlaubsgebiete am Roten Meer, die Touristenzentren in Oberägypten (insbes. Luxor, Assuan, Nilkreuzfahrten) und auf geführte Touren in der Weißen und Schwarzen Wüste zu beschränken. Vom bereisen weiterer Landesteile wird abgeraten.

„Griechenland wird dagegen dieses Jahr wieder mehr gebucht, besonders Rhodos und Kos sind als attraktive Ziele bekannt“, erklärt Wuterf. Häufig würden dieses Jahr auch Kreuzfahrten gebucht.

Von dem Trend, in Deutschland Urlaub zu machen, ist zumindest im Reisebüro Braun nichts zu spüren: „Wahrscheinlich werden Reisen innerhalb Deutschlands eher privat organisiert“, mutmaßt Wuterf. Reisen nach Österreich seien allerdings besonders bei Familien mit Kindern beliebt, denn dort gebe es häufig kindgerechte Angebote.

Wolfgang Krüpe von der Bücherstube am Rathaus sieht dagegen einen Trend zu mehr Städtereisen, auch innerhalb Deutschlands. „Gerade wenn die Kinder aus dem Haus sind, machen viele Leute mehr Kurzurlaube in Städte.“ Die Highlights in Deutschland seien nach wie vor Berlin und Hamburg. Bei den internationalen Zielen seien im Gegensatz zum letzten Jahr mehr Reiseführer von Lissabon gekauft worden. Die Portugiesische Hauptstadt habe damit dem Spitzenreiter vom letzten Jahr, Rom, den Rang abgelaufen. Durch das schlechte Wetter im Mai und Juni seien Südziele dieses Jahr besonders beliebt, teilt Krüpe seine Beobachtungen mit.

Lange Reisen seien unüblich, meistens würden die Stolberger maximal 14, eher zehn Tage buchen und das schon lange im Voraus. Es gebe deutlich mehr Früh- als Lastminute-Bucher.

Die Frage nach dem Geld, das die Kunschaft für eine Reise ausgibt, ist etwas schwieriger zu beantworten, findet Marie-France Wuterf. Je nachdem, wer buchen würde, seien die Preise unterschiedlich. Eine Familie gebe bis zu 4000 Euro für eine Reise aus. Einzelpersonen etwa 800 Euro. Manchmal gebe es aber auch „etwas betuchtere ältere Leute, die gute Qualität fordern und in ihrem Hotel 4 bis 5 Sterne haben wollen.“ Die würden dann um die 1500 Euro ausgeben.

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