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Lieder voll Empörung, Trauer und Sehnsucht

Von: Dirk Müller
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Pianist Theo Palm und Altistin Anna Fischer intonieren leidenschaftlich Gustav Mahlers „Rückertlieder”, bevor sie sich an dem literarischen Konzertabend den „Kindertotenliedern” widmen. Foto: D. Müller

Stolberg. Kein anderer Komponist markiert den Übergang von Spätromantik zur Moderne so bedeutend wie Gustav Mahler (1860-1911). Eine ganz besondere Symbiose von Musik und Literatur allerdings erwartete die Gäste im Kulturzentrum Frankental. Dort standen am Samstagabend die „Rückertlieder” und die „Kindertotenlieder” auf dem Programm.

Nachdem Theo Palm (Stolberg) mit dem Adagietto aus der fünften Sinfonie in der Bearbeitung für Klavier den Abend eröffnet hatte, übernahm Thomas Rheindorf (Bad Neuenahr-Ahrweiler) das Wort.

Der Autor und Journalist rezitierte aus Sekundärliteratur zu Mahler wie aus persönlichen Briefen des Komponisten. Nun betrat die Altistin Anna Fischer (Köln) die Bühne, um mit Palm die „Rückertlieder” zu intonieren. Die fünf mahlerschen Vertonungen von lyrischen Texten des deutschen Dichters und Übersetzers Friedrich Rückert (1788-1866), die eigenständige Werke darstellen, begeisterten das Publikum.

Palm bestach durch sein präzises wie hoch virtuoses Spiel am offenen Flügel, und Fischer wusste den Saal des Kulturzentrums mit ihrer voluminösen Stimme zu füllen. Ihre klare Modulation gepaart mit dem Temperament und der Spannung ihrer leidenschaftlichen Darbietung überzeugte die Gäste vollends.

Rückerts Texte wurden von vielen Komponisten wie Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms oder Richard Strauss vertont, den größten Bekanntheitsgrad erlangten die „Kindertotenlieder” zu der Musik Mahlers.

Zwei Kinder Rückerts verstarben in Folge einer Scharlacherkrankung, worauf der Dichter 428 Kindertotengedichte verfasste, aus denen Mahler später fünf auswählte, um sie zu vertonen. Diesen „Kindertotenliedern” gehörte der zweite Teil des literarischen Konzertabends, der damit äußerst atmosphärisch fortgeführt wurde.
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