Leoni bekennt sich zum Standort Stolberg

Von: Lukas Franzen
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Die Mitglieder des seit 60 Jahren bestehenden Kerpen Chores wurden von Roland Schultner (vorne rechts) ausgezeichnet. Foto: L. Franzen

Stolberg. 90 Jahre Produktion am Standort Stolberg und 60 Jahre Kerpen Chor boten die Gelegenheit, die Korken kräftig knallen zu lassen. Zahlreiche Mitarbeiter und Ehrengäste waren der Einladung des Unternehmens am Samstag gefolgt und nahmen teil an den offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten von Leoni Kerpen.

Gegründet am 1. März 1920, wurde die Entwicklung des Familienbetriebes gekennzeichnet durch die erste Bleipresse der Kabelindustrie und auch durch die erste Lochkarten-gesteuerte PVC-Fertigung.

Standorte in Berlin, London, Singapur, Malaysia, Bangkok und Houston entstanden, die später allerdings teilweise auch wieder geschlossen wurden. Zudem sei das Unternehmen der führende Hersteller von geschirmten Datenkabeln weltweit, wie der zum Monatsende scheidende Roland Schultner betonte.

In seiner Ansprache hob der Vorsitzende der Geschäftsführung außerdem die Leistungen von Heinz-Günther Kerpen und Heinz Kerpen hervor. Wie kaum ein anderer hätten sie das Unternehmen geprägt und das Lebenswerk der Gründer fortgeführt.

In der Krise seit 2009

Im Jahre 2005 entschied sich die Gründerfamilie, nach 85 Jahren die Geschicke des Unternehmens in die Hände der Leoni AG zu legen. Das Kerpenwerk, das mit rund 600 Mitarbeitern in Stolberg immer noch einen der größten Arbeitgeber in der Region ist, wurde Teil des weltweit agierenden Konzerns und konnte in den Jahren 2007 und 2008 die erfolgreichsten Jahre der Firmengeschichte feiern.

Doch im Jahre 2009 wurde auch die Stolberger Firma von der Wirtschaftskrise heimgesucht, unter deren Folgen sie heute deutlich noch zu leiden hat. „Die Krise zwingt uns jetzt wieder flexibel zu reagieren, uns den Marktgegebenheiten entsprechend zu positionieren und innovativ zu sein”, gab der Roland Schultner die Marschrichtung für die Zukunft vor - die er selber als Frühpensionär erleben wird, da er zum Monatsende ausscheidet.

Dies sei aber eigentlich immer ein Merkmal des Unternehmens und seiner Mitarbeiter gewesen. „Es wird auch dieses Mal wieder gelingen, die notwendigen Schritte zu formulieren und umzusetzen”, zeigte sich Schultner zuversichtlich.

„Stetig ist der Wandel bei Leoni Kerpen”, äußerte sich auch Martin Moser als neuer Geschäftsführer und Nachfolger von Ulrich Küsters, der Stolberg ebenfalls verlässt, zu den Herausforderungen der Zukunft. Man müsse sich an den Rahmenbedingungen neu ausrichten.

Gleichzeitig überbrachte er den Mitarbeitern aber auch stellvertretend für den Mutterkonzern ein klares Bekenntnis zum Standort Stolberg. Er sei sicher, dass es im Jahre 2020 einen großen Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Stolberger Traditionsunternehmens geben werde, und bedankte sich gleichzeitig für das Vertrauen und die Loyalität der Mitarbeiter.

Als Repräsentant von Rat und Verwaltung der Stadt Stolberg überbrachte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler Unternehmensleitung, Mitarbeitern und Chormitgliedern die besten Glückwünsche.

Gleichzeitig äußerte er sich besorgt über die wirtschaftliche „Schieflage” und drohende Stellenstreichungen, über die unsere Zeitung am Samstag berichtet hatte. Er sei aber optimistisch, dass die Krise am Stolberger Standort überwunden werden könne. Die Äußerungen von Martin Moser werte er auch als ein Bekenntnis zur Standortsicherheit.

Fingerspitzengefühl bewiesen derweil die sangeskräftigen Jubilare des Kerpen Chors mit der Liedauswahl an diesem Tag. Mit dem Stück „Conquest of Paradise” hatten sie die Einlaufmusik des ehemaligen deutschen Boxers Henry Maske gewählt. „Von Sieg zu Sieg”, das müsse auch das Motto bei Leoni Kerpen sein, waren sich viele der Gäste an diesem Tag einig.
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