Stolberg - Lebenswelten bauen Kita und Wohngruppe am Obersteinfeld

Lebenswelten bauen Kita und Wohngruppe am Obersteinfeld

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Eine Sorge hat das städtische Jugendamt jetzt weniger: Nach längerer Bedenkzeit ist bei der Caritas Lebenswelten GmbH die Entscheidung zugunsten einer Kindertagesstätte in Stolberg gefallen.

Wie Geschäftsführer Georg Jansen auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt hat, soll am Obersteinfeld auf dem Gelände des früheren Hubschrauber-Landesplatzes eine viergruppige Einrichtung entstehen, die von der Caritas in Eigenregie finanziert, gebaut und auch betrieben wird.

Eine Regelgruppe mit 20 Kindern sowie zwei integrative Gruppen mit jeweils 15 Kindern wird die neue Kita beherbergen. Darüber hinaus entsteht in dem Neubau die erste heilpädagogische Gruppe Stolbergs.

Acht mehrfach oder schwer behinderte Kinder können dort betreut werden und müssen damit nicht mehr - wie bisher mangels Angebot erforderlich - in Einrichtungen anderer Kommunen ausweichen.

„Wir befassen uns jetzt mit den Bauplänen. Die konkrete Vorbereitung hat begonnen”, frohlockt Jansen, der über den Kostenrahmen allerdings noch keine Angaben machen möchte.

Das liegt vermutlich auch darin begründet, dass sich die Caritas Lebenswelten bis dato noch nicht für ein Investorenmodell entschieden hat.

Zwei Alternativen stehen zur Wahl: Das Projekt wird entweder von einem externen Geldgeber geschultert, oder aber der „Verein zur Förderung der Caritas” tritt als verbandsinterner Investor in Erscheinung.

Unabhängig von der noch zu treffenden Entscheidung steht aber bereits fest, dass die Caritas Lebenswelten GmbH das Objekt als Mieter beziehen und - auch langfristig betrachtet - nicht übernehmen wird. Stattdessen soll über ein mindestens 20 Jahre währendes Mietverhältnis die Finanzierung und auch die Bereitstellung von Betreuungsplätzen festgeschrieben werden.

Ergänzt wird die Kindertagesstätte durch ein integratives Wohnprojekt, das in betreuten Wohngruppen acht Plätze für geistig behinderte Erwachsene vorsieht.

Mit dem Landschaftsverband Rheinland ist zwischenzeitlich eine Einigung erzielt worden. „Er begrüßt das Projekt sogar”, berichtet Georg Jansen davon, dass die LVR-Verantwortlichen offensichtlich keine Differenzen mehr sehen zwischen dem Projekt der Caritas Lebenswelten und dem politischen Ziel der Landesregierung, behinderte Menschen vermehrt ambulant zu betreuen statt sie in stationären Einrichtungen unterzubringen.

Konzeptionell lassen sich Kita und betreutes Wohnen gut miteinander vereinbaren. Und bautechnisch ist eine derartige Kombination aus Sicht des Geschäftsführers geradezu ein Muss. „Das Grundstück ist viel zu wertvoll, um es nur einstöckig zu bebauen”, zeigt sich Jansen überzeugt. Und so werden auf der ebenerdig angelegten Kindertagesstätte die Wohneinheiten entstehen.

Bis Sommer 2010 soll das Ensemble fertiggestellt werden. Probleme, das ursprüngliche Zieldatum einzuhalten, sieht Georg Jansen trotz des verzögerten Entscheidungsprozesses nicht: „Wir liegen im Zeitplan und müssen nichts überstürzen.”
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