Stolberg - „Lebensraum” Schule braucht noch Mobiliar

„Lebensraum” Schule braucht noch Mobiliar

Von: Kolja Linden
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Baustellenbesuch: Architekt Klaus Kaesler (3.v.l.) und Ferdinand Küpper-Jacobs (4.v.l.) erklären Elternpflegschaftsvertreterin Regina Erschfeld und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (von links) sowie Willi Seyffarth und Ulrich Coopmann (von rechts) die Pläne. Dahinter verdeckt Patrick Haas. Foto: K. Linden

Stolberg. Wenn Ferdinand Küpper-Jacobs Besucher über „seine” Baustelle führt, dann ist der Leiter der Realschule I in seinem Element. Und wenn es sich bei den Gästen um Entscheidungsträger der Stadt handelt, dann erst recht.

Den gestrigen Termin hatte er taktisch gut gewählt. Nicht nur, weil bald die Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen anstehen, sondern auch, weil im Neubau an der Walther-Dobbelmann-Straße langsam erkennbar und greifbar wird, wie der „Lebensraum Schule” dort einmal aussehen soll - aber auch, welche Ausstattung noch nötig sein wird, um wirklich Maßstäbe setzen zu können.

Davon konnten sich neben Bürgermeister Ferdi Gatzweiler auch die beiden Fachbereichsleiter Willi Seyffarth (Schule) und Josef Braun (Bauen), Hochbauamtsleiter Ulrich Coopmann und der neue Schulausschussvorsitzende Patrick Haas (SPD) ebenso ein Bild machen, wie von der Überzeugungsarbeit des Schulleiters.

Denn mit den aktuellen Baumaßnahmen, die vermutlich bis September 2010 abgeschlossen sein werden, soll noch nicht Schluss sein.

Die aktuellen Maßnahmen, dass sind zum einen der Neubau an der Vorderseite der Schule, der den Zustand beenden soll, dass Schüler wegen chronischen Platzmangels in Jahrzehnte alten Containern und Pavillons unterrichtet werden, zum anderen die energetischen Maßnahmen im Altbau, die aus dem Konjunkturpaket II finanziert werden.

Und der Neubau ist durchaus zukunftsträchtig, sagt nicht nur Architekt Klaus Kaesler. Auch Ferdinand Küpper-Jacobs findet, dass damit Maßstäbe gesetzt werden, „die den Standard setzen für die nachfolgende Planung in anderen Schulen”.

Schon im Rohbau wird deutlich, was die pädagogische Architektur ausmacht: helle freundliche Räume, ausgestattet mit jeglicher erforderlicher Elektrik, ein Forum für Präsentationen, Musik- und Theateraufführungen, multifunktionale Klassen- und Arbeitszimmer und ein grüner Innenhof.

Allerdings müsse die Messlatte für das Leben und Arbeiten in dem nachhaltigen Bau so angesetzt werden, dass dies nicht in einer muffigen Ausstattung ende, mahnte der Schulleiter in Anwesenheit von Politik und Verwaltung die Bedeutung des entsprechenden Mobiliars an, das die Schule dann brauche.

Auch Umbauten im Altbestand

Rund 3,6 Millionen Euro kostet die Erweiterungsmaßnahme, die neben dem Neubau auch Umbauten im Altbestand umfasst, wo aus dem Verwaltungstrakt Klassenzimmer werden.

Im Altbau werden darüber hinaus noch einmal 1,6 Millionen aus dem Konjunkturpaket II der alten Bundesregierung investiert. Diese gelten energetischen Maßnahmen, in deren Rahmen auch die Turnhalle der Schule saniert wird.

Doch es gibt noch weitere Ideen. Neben dem pädagogischen Mobiliar besteht Küpper-Jacobs auch auf eine akustische Sanierung der Klassenzimmer im Altbau.

„Damit wir keine Zwei-Klassen-Schule haben”, so der Schulleiter. Messungen haben ergeben, dass die Akustik in einigen der alten Klassenräumen zum Teil gesundheitsgefährdend ist, weshalb das Hochbauamt auch bereits Maßnahmen angemeldet hat, die allerdings noch den Weg in den Haushalt des Kämmerers finden müssen.

„Vorne hui und hinten pfui, das wird es hier nicht geben”, versichert Hochbauamtsleiter Ulrich Coopmann aber, dass der Altbau nicht vernachlässigt werde.

Im März sollen die Arbeiten am Neubau abgeschlossen sein. „Wir gehen davon aus, dass die Schüler und Lehrer dann hier einziehen können”, sagt Architekt Klaus Kaesler. Anschließend sollen im Altbau der Umbau des jetzigen Lehrer- und Verwaltungsbereichs und zeitgleich die energetischen Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket beginnen.

„Da haben wir dann ein logistisches Problem”, erklärt Kaesler. Kurzfristig müssten nämlich Klassen umgesetzt werden, so dass noch auf die Pavillons unterhalb des Schulhofs nicht verzichtet werden kann. Im September 2010 sollen auch diese Maßnahmen fertig sein.

Und dann ist, davon ist Architekt Kaesler überzeugt, die Schule mehr als nur Lebensraum für Schüler und Lehrer, die sich Lehrplangemäß in Zukunft immer länger pro Tag in der Schule aufhalten werden. Die Schule habe sich durch ihren offenen Bau in die Nachbarschaft geöffnet und integriert und könne in ihrer Multifunkktionalität auch anderen Gruppen dienen.
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