Lebensgefahr auf der L 12 - Auch für Fußgänger

Von: oha
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Die Landesstraße 12 bleibt noch mindestens zwei Monate gesperrt. Auch für Fußgänger. Die Hänge sind noch nicht gesichert. Foto: O.Hansen
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Ein kleiner Teil des Hanges ist bereits mit einem Stahlnetz überzogen.

Stolberg. Die Landesstraße 12 zwischen Schevenhütte und Langerwehe-Wenau bleibt noch mindestens zwei Monate lang gesperrt. Die Sicherung der Straße vor herabstürzendem Geröll von den Hängen ist noch nicht beendet. „Es hat sich eine weitere Spalte im Hang aufgetan. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass weitere Erdmassen herunter kommen“, begründet Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau den Zeitverzug auf der Baustelle.

Die Straße ist von Schevenhütte aus nur bis zum Seniorenheim Krichelsmühle befahrbar.

Dort hat der Landesbetrieb eine Sperre quer über die Fahrbahn errichtet. Wie das große Schild ausweist, ist die Straße ab hier nicht nur für Fahrzeuge, sondern auch für Fußgänger gesperrt. „Achtung Lebensgefahr“ warnt eines der Schilder. Ob es daran liegt, dass Pferde nicht lesen können: Der Pferdemist auf dem Asphalt zeigt jedenfalls, dass sich nicht jeder an das Verbot hält.

Am Mittwochmorgen nähern sich etliche Pkw-Fahrer von Schevenhütte aus der Sperre, drehen um, und fahren entnervt wieder in die Richtung, aus der sie gekommen sind. Die Hoffnung, dass die Bauarbeiten nach drei Monaten Straßensperrung vielleicht beendet sein könnten, hat sich zerschlagen. Der Fahrer eines Motorrollers nimmt es mit dem Durchfahrtsverbot nicht so genau. Er quetscht sich durch die Absperrung und fährt einfach Richtung Langerwehe weiter. Das kann teuer werden!

Denn nur eine Minute später folgt ihm ein Polizeiwagen. Ein Bewohner des Altenheimes rückt den Beamten die Sperre beiseite, damit sie durchfahren können. Auf der Baustelle tut sich indes an diesem Morgen nichts. Kein Baufahrzeug ist zu sehen, weit und breit keine Arbeiter. Zwar ist der Berghang entlang der L 12 auf einer Länge von rund zwei Kilometern inzwischen von Bäumen und Gestrüpp befreit, doch müssen Steine und Erde nun noch gesichert werden, damit sie nicht beim nächsten Regen auf die Straße poltern.

So geschehen am 30. Januar, als sich auf dem Hang ein Baum gelöst hatte und samt Erdbrocken das Steilstück hinab auf die Straße gerutsch war. Drei Autofahrer waren plötzlich mit dem Geröll konfrontiert worden, es war zum Glück nur Sachschaden entstanden. Ein kleiner Streifen des Hanges ist inzwischen mit einem Drahtgitter überzogen und auf diese Art befestigt worden. Doch ist das längst nicht das Ende der Arbeiten am Streckenabschnitt der „Kaiserroute zwischen Aachen und Paderborn“.

Der hilfsbereite Senior aus dem Altenheim, der ungenannt bleiben möchte, bringt die Absperrbaken wieder in Stellung. Sollten die Polizisten wieder zurück Richtung Schevenhütte fahren, müssen sie sich jetzt schon selbst freie Durchfahrt verschaffen. Der Straßensperrung kann der Alte durchaus postive Seiten abgewinnen: „Hier fahren derzeit keine Autos mehr lang.

Die Ruhe ist schon ideal.“ Christel Müller, die mit ihrem Pkw zur Krichelsmühle gefahren ist, um hier Verwandte zu besuchen, sieht das schon etwas anders: „Ich muss jetzt schon die ganze Zeit den langen Umweg von Langerwehe aus hierher fahren. Und jetzt soll die Sperrung noch weitere zwei Monate dauern? Das darf doch nicht wahr sein.“

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