Langjährige verdiente Mitglieder der Stolberger SPD geehrt

Von: Tim Griese
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Stolberg. Einiges hatten die Stolberger Sozialdemokraten bei der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins Nord-Süd am Donnerstag zu besprechen: Es ging um Delegiertenwahlen, gelaufene und geplante Projekte und Neuigkeiten aus dem Landtag.

Im Mittelpunkt der Versammlung standen aber zwei Stolberger Persönlichkeiten: Matthias J. Breuer und Rolf Hantzsch wurden als langjährige verdiente Mitglieder der Partei ausgezeichnet. Bundestagskandidat Detlef Loosz überreichte den beiden den SPD-Ehrenbrief und die Willy-Brandt-Medaille.

Breuer war bereits im Jahr 1954 Sozialdemokrat geworden, ist also seit 59 Jahren politisch unterwegs. Nur ein Jahr weniger ist Hantzsch dabei. Damit sind die beiden die dienstältesten Mitglieder der SPD in Stolberg. Breuer saß 28 Jahre im Stadtrat, war unter anderem Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister. Außerdem fungierte er 17 Jahre lang als Mitglied des Kreistages. Hantzsch engagierte sich 25 Jahre im Stolberger Rat, vor allem mit den Schwerpunkten Schule und Kultur, und war unter anderem 13 Jahre lang Mitglied des Kreistages.

„Beide haben als Vertreter der Bürgerschaft große Verantwortung übernommen“, lobte die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Nießen in ihrer Laudatio. „Das ist eine ehrenamtliche Lebensleistung, die ihresgleichen sucht.“

Jede Menge roter Saft

Über die IG Metall, bei der er schon seit 1948 aktiv war, ist Matthias J. Breuer zur SPD gekommen. Der gelernte Maschinenschlosser hat viele Seminare besucht, und auf einem gab es einen Vortrag über die Geschichte der Arbeiterbewegung. „Das hat mich so mitgenommen, dass ich direkt nach meiner Rückkehr den Aufnahmeschein der SPD ausgefüllt habe“, erzählte der 84-Jährige.

Noch früher hat es Rolf Hantzsch erwischt: „Ich habe schon als Kind den roten Saft getrunken“, erinnerte sich der ehemalige Lehrer, der schon als Zehnjähriger bei den Roten Falken aktiv war. „Da war es selbstverständlich, dass nach Kriegsende die politische Rückkehr und der Eintritt in die SPD anstanden.“

Viele Höhepunkte haben die beiden in ihren politischen Karrieren erlebt. Breuer erinnert sich gerne an die Treffen mit zahlreichen bekannten Politikern wie etwa Willy Brandt zurück. Darüber hinaus habe es ihn immer gefreut, die besonderen Situationen bei Wahlen mitzuerleben. „Wir haben immer eine Steigerung der Wahlergebnisse geschafft. In meinem Wahlbezirk hatte ich einmal über 70 Prozent der Stimmen.“

Er sei sogar als Wahllokomotive bezeichnet worden, schmunzelte er. An eine Wahl erinnert sich auch der 92-jährige Hantzsch gut zurück: „Die Liester war immer schwarz, aber 1964 haben wir sie zurückgeholt.“ Das ging nur mit viel Einsatz. „Wir sind von Haus zu Haus gezogen, um an den Türen zu klingeln. Manche haben uns abgelehnt, andere haben uns einen Cognac eingeschenkt.“

Natürlich gab es auch Niederlagen, die beide verdauen mussten. Meinungsverschiedenheiten habe es immer mal wieder gegeben und auch seine Ideen habe er nicht immer umsetzen können, erklärte Breuer. „Aber so ist Demokratie. Da muss man auch andere Meinungen akzeptieren“, sagte er und wies mit einem Lächeln auf seine Gattin Wilhelmine. Sie sei in solchen Momenten seine Trösterin gewesen.

Gute Aussichten

Was die Zukunft der Partei betrifft, sind Breuer und Hantzsch positiv gestimmt. „Bei der Bundestagwahl werden wir keine Brandt-Ergebnisse von über 40 Prozent erzielen. Das ist heute unvorstellbar“, sagte Breuer. „Aber gegen alle Prognosen werde es besser laufen als prophezeit.“ Da sind sich beide sicher.

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