Stolberg - Kupferstädter Weihnachtstage: Sie gehört schon fast zum Inventar

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Kupferstädter Weihnachtstage: Sie gehört schon fast zum Inventar

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
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Der Stolberger Weihnachtsmarkt ist für sie ein Muss: Ledwon-von Ameln stellt seit 2006 auf der Burg aus und freut sich schon auf die Eröffnung am heutigen Samstag. Foto: A. Schaefer

Stolberg. Sie könnte ihre Zelte auch in Düren aufschlagen, schließlich ist Brigitte Ledwon-von Ameln gebürtig aus Gürzenich. Doch schon vor sieben Jahren waren es die Kupferstädter Weihnachstage, zu denen sich die 66-Jährige hingezogen fühlte. Seit 2006 ist Ledwon-von Ameln gemeinsam mit ihrer Tochter auf dem Stolberger Weihnachtsmarkt vertreten.

Auch in diesem Jahr wartet auf die Besucher ein buntes Angebot an hochwertigem Porzellan, selbst gestrickter Kleidung und kreativen Tischdecken. Im Gespräch mit unserer Zeitung hat Ledwon-von Ameln über den besonderen Reiz, Jahr für Jahr in der Vorweihnachtszeit den Weg von Düren in die Kupferstadt einzuschlagen, gesprochen.

Die ersten Besucher freuen sich an diesem Wochenende auf den Beginn der Kupferstädter Weihnachtstage. Sie hingegen sind schon seit einigen Tagen im Rittersaal mit dem Aufbau Ihres Standes beschäftigt. Da kommt man doch sicherlich schon viel früher als die anderen in Weihnachtsstimmung.

Ledwon-von Ameln: Nein, eigentlich nicht. Die Tage vor dem offiziellen Start des Weihnachtsmarktes sind sehr intensiv und mit viel Arbeit verbunden. Da bleibt keine richtige Zeit, sich auf Weihnachten einzustimmen. Allerdings finde ich das auch nicht weiter schlimm. Vielmehr sehe ich es als unsere Aufgabe an, eine bestmögliche Weihnachtsatmosphäre zu verbreiten, von der in erster Linie die Besucher profitieren sollen. Wenn der Weihnachtsmarkt vorbei ist, habe auch ich gemeinsam mit meiner Familie noch genug Zeit, mich auf das Fest zu freuen.

Das heißt, die Arbeit verbietet es momentan, die Vorweihnachtszeit zu genießen?

Ledwon-von Ameln: Ganz so schlimm ist es nicht. Bevor die Tore bei den Kupferstädter Weihnachtstagen öffnen, haben meine Tochter und ich täglich die Gelegenheit, ein wenig über die Burg zu schlendern, um zu schauen, was die anderen so anbieten. Diese wenigen freien Minuten genieße ich immer sehr, denn man trifft jedes Mal die gleichen bekannten Gesichter. Man kann fast schon sagen, dass hier im Laufe der Jahre eine kleine Weihnachtsmarkt-Familie entstanden ist. Das ist auch der Grund, warum es immer wieder Spaß macht, nach Stolberg zu kommen. Natürlich ist das alles mit harter Arbeit verbunden, aber das Vergnügen kommt hier sicher nicht zu kurz.

Sie sprechen die vielen Freunde an, die man im Laufe der Jahre auf dem Weihnachtsmarkt gewonnen hat. Diese kleine Weihnachtsmarktfamilie hätten Sie sich aber auch in Düren aufbauen können.

Ledwon-von Ameln: Das ist gut möglich. Wir sind ja parallel auch auf dem Weihnachtsmarkt auf Schloss Merode in Langerwehe vertreten, aber für uns war damals sofort klar, dass wir unsere Zelte in Stolberg aufschlagen werden. Ich mag die Atmosphäre, diese wunderbare Kulisse rund um die Burg. Das hat nicht jeder Weihnachtsmarkt zu bieten. Darüber hinaus ist es sehr angenehm, den Stolbergern unsere Ware zu präsentieren. Die Besucher, die hierher kommen, zeigen ein gewisses Grundinteresse, gehen auf einen zu und lassen sich immer wieder von neuen Angeboten inspirieren. Davon profitieren wir sehr.

Womit lockt man die Besucher besser? Mit traditionellen Angeboten oder mit neuen Sachen?

Ledwon-von Ameln: Mit Letzterem. Die Leute wollen nicht immer das gleiche sehen. Schaut man nach links und rechts, so bemerkt man, dass sich bei den anderen Ständen immer wieder etwas verändert. Seit unserer Premiere bei den Kupferstädter Weihnachtstagen haben wir uns kontinuierlich weiterentwickelt. Mittlerweile blicken wir auf ein sehr vielfältiges Angebot. Ob Tisch- und Mitteldecken, Geschenkartikel, hochwertiges Porzellan oder handgestrickte Kleidung: Wir können inzwischen mit Recht behaupten, dass für jeden etwas dabei ist. Auch Kinder kommen bei uns nicht zu kurz, denn wir bieten auch handgefertigtes Spielzeug, das sehr gut ankommt. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal spezielle Westen und Hüte für Herren im Angebot.

Dauert es lange, die Besucher für neue Dinge zu begeistern?

Ledwon-von Ameln: In der Regel dauert es immer ein Jahr, bis die Besucher von neuen Angeboten überzeugt sind. Das muss man mit einkalkulieren. Viele lassen sich inspirieren, gehen nach Hause, denken drüber nach und kommen im nächsten Jahr wieder und fragen gezielt nach einem unserer Angebote. Generell haben wir das Glück, viele Stammkunden hier auf dem Weihnachtsmarkt zu besitzen, die jährlich nach uns fragen. Ich bin mir sicher, dass man uns auch die nächsten Jahre noch öfter hier antreffen wird.

Außerhalb des Weihnachtsmarktes legen Sie keineswegs die Füße hoch, denn Sie besitzen in Gürzenich noch ein eigenes Geschäft, in dem man ihr vielfältiges Angebot bestaunen kann. Was mögen Sie am meisten an Ihrer Arbeit?

Ledwon-von Ameln: Auch ohne mein Geschäft könnte ich schlecht die Füße hochlegen, denn die Planungen für den nächsten Weihnachtsmarkt im kommenden Jahr beginnen schon im Januar. Denn wie sagt man so schön? Nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt. Das fängt an mit der Anmeldung und hört auf mit der Zusammenstellung unserer Ware. Aber was ich am meisten genieße an der Arbeit ist die Tatsache, dass wir ein Familienbetrieb sind. Alle ziehen an einem Strang. Sowohl meine Tochter als auch mein Sohn sowie meine Schwiegertochter sind involviert. Was gibt es Schöneres für einen Familienmenschen, als täglich mit seinen engsten Angehörigen zu arbeiten?

Ist es das, wovon Sie jahrelang beruflich geträumt haben?

Ledwon-von Ameln: Das kann ich nicht wirklich sagen. Nach meiner Ausbildung zur Industriekauffrau war ich lange bei einer Bank angestellt, quasi das komplette Gegenteil von dem, was ich heute mache. Der Entschluss, mich selbstständig zu machen, kam erst, als ich 50 wurde.

Was hat zu diesem Entschluss geführt?

Ledwon-von Ameln (lacht): Im Grunde waren es meine Nachbarn. Sie hatten mich hin und wieder darum gebeten, etwas für sie zu stricken. Mal waren es kleinere Kleidungsstücke, mal Tischdecken. Die Rückmeldungen waren immer sehr positiv. Ich merkte, dass ich dafür scheinbar ein gewisses Talent besitze. Irgendwann sagte ich dann zu mir selbst: Mensch, du bist doch bescheuert. Du musst dich damit selbstständig machen. Ich habe diesen Entschluss zwar spät gefasst, bereue ihn aber bis heute keinen einzigen Tag. Und uns gibt es nun immerhin schon seit 16 Jahren.

Das Weihnachtsgeschäft zehrt seit Jahren an den Kräften. Nimmt da nicht allmählich die Lust zu, mal eine Pause einzulegen, um gemütlich mit einem Glühwein in der Hand über mehrere Weihnachtsmärkte in der Region zu spazieren?

Ledwon-von Ameln: Um ehrlich zu sein, vermisse ich das bislang nicht so sehr. Natürlich würde ich mir zum Beispiel auch mal gerne den Aachener Weihnachtsmarkt ansehen, den kenne ich nämlich noch gar nicht. Aber solange es mir Spaß macht, Jahr für Jahr nach Stolberg zu kommen, werde ich das beibehalten.

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