Stolberg - Kunstausstellungsreihe: Aus einem Konzept wird Realität

WirHier Freisteller

Kunstausstellungsreihe: Aus einem Konzept wird Realität

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
6124536.jpg
Künstler Peter Henn und Kurator Prof. Dr. Dieter Alexander Boeminghaus bauen die Kunst-Installation am Offermannplatz auf. Foto: D. Müller

Stolberg. Peter Henn bei der Arbeit zuzuschauen ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Besonders weil der Entstehungsprozess am Offermannplatz immer wieder von verwunderten Blicken und Gesprächen begleitet wird. „Was machen Sie da eigentlich?“ oder „Was wird das wenn’s fertig ist?“, sind Fragen, die Henn von vielen Passanten gestellt bekommt.

Meist antwortet er mit der Gegenfrage „Kennen Sie ,Artibus‘ und die Burg-Galerie?“, und schon beginnt ein Dialog über die Kunstausstellungsreihe in der Kupferstadt, während Henn fortfährt, orangene Stoffbahnen an den Geländern des Bachlaufs und der Brücke über die Vicht zu drapieren.

Bei der Gemeinschaftsausstellung mit Marie Madeleine Bellenger „Stolberg spiegelt sich“ hatten die Künstler im Rahmen der „Artibus“-Reihe das Wasser in der Kupferstadt thematisiert. Bellenger hatte mehr als 1000 Fotos und 80 Tuschezeichnungen beigesteuert, Henn Collagen und Installationen mit künstlerisch-konzeptionellen Charakter. Seine Werke waren über die Schau in der Burg-Galerie hinaus als Anregungen, als Vorschläge zu verstehen. „Es waren zugleich Ideen dafür, wie man das durch Stolberg fließende Wasser mittels Kunst gezielt in Szene setzen könnte“, erklärt Henn. Und eben diese Kunst-Konzepte werden derzeit realisiert.

Insgesamt sechs Brücken auf einer Achse vom Heinrich-Böll-Platz an der Zweifaller Straße bis zur Arnoldsmühle bezieht Henn mit ein, stattet sie mit Installationen aus Drahtgestellen und Spiegelfolien aus, versieht sie mit Stoffbahnen. Konsequenter Weise ist das „Artibus“-Spezial, das am heutigen Montag offiziell eröffnet wird, mit „Stolberg spiegelt sich wirklich“ betitelt. „Beim Aufbau gab es viel Interesse und positive Neugier seitens der Bürger. Einige haben sich schon zur Vernissage angekündigt“, berichtet Henn. Die Brücken habe er für seine ansprechenden Installationen ausgewählt, weil sie „eigentlich zu schade sind, um nur darüber zu gehen“.

Durch das Mittel der Kunst sollen Betrachter der Installationen „angehalten“ werden, auf den Brücken zu verweilen, und so auch den Fluss des Wassers als Qualitätsmerkmal im eigenen Lebensumfeld bewusster wahrnehmen. Zentrum der Verbindung von Kunst und Wasser ist der pittoreske Offermannplatz, der in seiner Schönheit ebenfalls geeignet sei, in den Fokus der Betrachtung gerückt zu werden. Mit der Realisierung von „Stolberg spiegelt sich“ verwirklicht sich zudem auch der Anspruch der diesjährigen Ausstellungsreihe, die Kunst von der Burg-Galerie in die Stadt zu tragen.

„Nach Initiative der stellvertretenden Bürgermeisterin Hildegard Nießen in Kooperation mit dem Ratsmitglied Ludwig Hahn und dem Kulturmanager Max Krieger konnten wir mit Unterstützung der F.-Victor-Rolff-Stiftung die Kunst-Konzeption in die Tat umsetzen“, freut sich Prof. Dr. Dieter Alexander Boeminghaus, Kurator der „Artibus“-Reihe. Bei „Stolberg spiegelt sich wirklich“ ist auch Marie Madeleine Bellenger wieder mit von Partie. Sie hat den Entstehungsfluss der Installationen an der Vicht mit der Kamera begleitet und Fotoimpressionen erstellt, die bei dem „Artibus“-Spezial begleitend in den kommenden Wochen in der Steinweg-Galerie im Burg-Center zu sehen sein werden.

Dort werden auch Bellengers Tuschezeichnungen sowie die ursprünglichen konzeptionellen Collagen Henns gezeigt und die Vernissage am heutigen Abend gestartet. Anschließend sind alle Interessierten eingeladen, nicht nur die Kunst-Installationen zu bestaunen, sondern auch die durch die Altstadt fließende Vicht und den malerischen Offermannplatz bewusst wahrzunehmen und diese Komponenten Kupferstädter Lebensqualität zu genießen. Bei passender Musik, denn ein Jazz-Trio spielt zur Ausstellungseröffnung „Goin‘ up the River“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert