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Kunst eröffnet ganz neue Möglichkeiten

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Die Mädchen und Jungen der Förderschule Talstraße nehmen mit Begeisterung an dem neuem Kunstprojekt teil. Begleitet werden sie von Monika Wienges (vorne). Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Kunst ist mehr als nur etwas, das gefällt. Kunst kann motivieren und Menschen erreichen, die sonst nicht zu erreichen wären. Ein besonderes Kunstprojekt wird nun probeweise in der Förderschule Talstraße realisiert.

Das Kunstprojekt, gefördert mit Bundesmitteln, soll für eine größere Chancengleichheit im Bildungssektor sorgen. Es ermöglicht Kindern einen Zugang, die sonst nicht ohne Weiteres den Weg zur Kunst finden würden. Die Kunst funktioniert in diesem Fall wie ein Türöffner. Sie motiviert und fördert Fähigkeiten, die den Kindern in dem vorhandenen Maße nicht bewusst und auch ihrem persönlichen Umfeld in der Regel nicht bekannt sind.

„Die Schüler gewinnen an Selbstbewusstsein und haben Spaß an dem, was sie tun. Konzentration und Motorik werden spielerisch gefördert. Außerdem haben die Kinder eine neue Möglichkeit, um ihre Gefühle auszudrücken“, erläutert Verena Ringering vom Jugendamt der Stadt Stolberg. Eingebettet ist das Projekt in der offenen Ganztagsschulbetreuung, unterrichtet werden die Kinder von der Künstlerin Monika Wienges aus Aachen. Dahinter steckt die Überzeugung, dass eine Künstlerin bei den Schülern eine andere Wirkung erzielen kann als ein Lehrer.

Unter fachgerechter Anleitung bringen die Kids etwas zustande, wovon die ganze Schule profitiert: Die Bilder sollen später die Mensa schmücken. Eines der Kinder arbeitet hochkonzentriert an seinem Bild. Es malt dunkelrote Kirschen in einer Schale. Als Vorlage dient dem Mädchen das Foto eines Gemäldes, und es ist erstaunlich, welche Ähnlichkeit das kindliche Werk auf der Leinwand mit dem Original hat. Die Akribie, mit der das Kind jede einzelne Kirsche malt, ist außergewöhnlich.

Die Idee, das Projekt als solches an einer städtischen Schule zu etablieren, entstand aus der Erkenntnis heraus, dass die Angebote der Jugendhilfe in Stolberg zwar prinzipiell greifen, aber punktuell noch einer Ergänzung bedürfen. Das ist die Quintessenz, die Verena Ringering aus der engen Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten und weiteren Einrichtungen wie dem Helene-Weber-Haus als Familienbildungsstätte mitgenommen hat und in ihrer Konsequenz jetzt mit Leben füllen möchte.

Das Helene-Weber-Haus war aufgrund seiner langjährigen Erfahrung für Ringering eine große Hilfe und übernimmt auch die Qualitätssicherung des Angebotes. Vorerst ist das Projekt auf ein halbes Jahr begrenzt. Es ist offen für alle Schüler der Förderschule.

Die Wangen des zwölfjährigen Alexander glühen schier vor Stolz, als er gebeten wird, sein Kunstwerk zu präsentieren. Flugs holt er eines der schon fertigen Bilder vom Schrank und zeigt es den Besuchern. So sieht eben echte Begeisterung aus.

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