Stolberg - Kulturverein will den Wert von Weihnachten vermitteln

Kulturverein will den Wert von Weihnachten vermitteln

Von: Dirk Müller
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Marcel Künstler Interview. Foto: D. Müller

Stolberg. Während der Kupferstädter Weihnachtstage begegnet man dem Christkind, Maria, Josef und Hirten sowie den Heiligen Drei Königen, dem Nikolaus und spitzohrigen Elfen, hinter denen sich Mitglieder der „City Starlights“ verbergen.

Mit Marcel Künstler, dem Vorsitzenden des Kulturvereins, sprach Dirk Müller über Weihnachten und darüber, dass die „City Starlights“ während des ganzen Jahres in Stolberg aktiv sind.

Wie kommt es, dass die „City Starlights“ teilweise mit dem Karneval assoziiert werden?

Künstler: 2005 haben wir mit vier Aktiven die Show- und Parodiegruppe „City Starlights“ gegründet und waren dann tatsächlich viel im Karneval unterwegs. Aber diese Fastelovvend-Lastigkeit hat sich grundlegend gewandelt, als aus den „City Starlights“ der heutige Kulturverein wurde.

Warum haben Sie den Kulturverein gegründet?

Künstler: Schon seit 2009 hatten wir auch den „Kinderquatsch mit Max und Co.“, so dass mit der Zeit immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene irgendwie bei den „City Starlights“ mitwirken, und das am liebsten ganzjährig, also nicht nur an Karneval, aktiv sein wollten. Als Konsequenz haben wir im April 2011 den Kulturverein „City Starlights“ gegründet.

Aus welchen Gruppen besteht der Verein heute?

Künstler: Den „Kinderquatsch mit Max und Co.“ gibt es immer noch, ebenso wie die Show- und Parodiegruppe, die inzwischen allerdings aus elf Aktiven besteht. Hinzugekommen sind die „Star Kids“ mit 17 Mitgliedern im Alter von zwei bis 17 Jahren, unsere „Elfen-Crew“ und natürlich unsere Theatergruppe „Star Dream“, die das Weihnachtsmärchen „Wenn Elfen helfen“ aufführt. Es ist uns gelungen, im gesamten Jahr aktiv zu sein, wobei wir großen Wert darauf legen, ein Stolberger Kulturverein zu sein. Die Betonung liegt durchaus auf „Stolberg“, weil wir uns mit unserer Stadt identifizieren und uns auch für sie einsetzen.

Wie setzen die „City Starlights“ sich für Stolberg ein?

Künstler: Wir beteiligen uns an den Aktionen des Stolberger Bündnisses gegen Radikalismus, sind mit Shows und Programmpunkten bei „Stolberg goes . . .“, der Stadtparty und der Stadtkirmes vertreten. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt haben wir das lebensgroße Stolbärchen realisiert, das häufig präsent ist, und einmal im Jahr besuchen wir die Regenbogenschule. Und dann mischen wir tüchtig bei den Kupferstädter Weihnachtstagen mit. Die Adventszeit ist der beste Beweis, dass unser Themenschwerpunkt eben nicht mehr der Karneval ist, sondern ganz eindeutig Weihnachten.

Wie entwickelte sich die Beteiligung der „City Starlights“ an den Kupferstädter Weihnachtstagen?

Künstler: Ich schlüpfe schon seit fünf Jahren in die Rolle des Nikolaus‘. Mit „Die zauberhafte Rose“ hat unsere Theatergruppe „Star Dream“ 2011 erstmals ein Weihnachtsmärchen zu den Kupferstädter Weihnachtstagen beigesteuert. Im letzten Jahr haben wir „Jimmy, der Weihnachtself“ aufgeführt und zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt an der Burg die Elfenwerkstatt aufgebaut, in der wir ausgediente und entsorgte Weihnachtsdekoration liebevoll wieder aufbereitet und für kleines Geld angeboten haben. Na ja, und in diesem Jahr ist es halt noch etwas mehr geworden.

Wann und wo trifft man bei diesen Kupferstädter Weihnachtstagen auf die „City Starlights“?

Künstler: Nikolaus und Elfen-Crew sind in der Altstadt und auf dem Kaiserplatz unterwegs, auf dem oberen Burghof trifft man sie auch immer wieder an der Elfenwerkstatt, die jetzt noch mit einem Weihnachtsbüro erweitert ist. In diesem können Kinder für sie in der Adventszeit wichtige Geschäfte erledigen, zum Beispiel Wunschzettel schreiben oder ihr Großwerden beschleunigen, indem sie die Nuckel an den Schnullerbaum hängen. Am Sonntag, 22. Dezember, öffnen wir um 18 Uhr zum ersten Mal unser eigenes Fenster am Adventskalender am alten Rathaus. Deswegen findet die lebende Krippe an diesem Tag auch nur einmal um 16 Uhr statt. Die lebende Krippe auf dem unteren Burghof inszenieren wir auch.

Wie kam es, dass der Kulturverein die lebende Krippe in Szene setzt?

Künstler: Das Kupferstädter Traumtheater hatte sich aufgelöst, und es drohte, keine lebende Krippe mehr zu geben. Dann sind die Burgritter eingesprungen und haben die lebende Krippe übernommen. Die Ritter waren aber in diesem Jahr personell dazu nicht mehr stark genug, so dass Jürgen Gerres, der für die Stadt die Weihnachtstage organisiert, uns gefragt hat, ob wir die lebende Krippe darstellen können. Die „City Starlights“ haben ohne zu zögern „Ja“ gesagt.

Am zweiten Sonntag der Kupferstädter Weihnachtstage haben Sie die lebende Krippe modifiziert.

Künstler: Ja, die Weihnachtsgeschichte kommt nun nicht mehr von einer CD, sondern wird live erzählt, so dass wir das Publikum auch darauf einstimmen können. Noch wichtiger aber ist uns, die Kinder mit einzubinden. Am Ende sind die kleinen Zuschauer eingeladen, in die Krippe zu kommen und das Christkind, Maria und Josef zu besuchen. Wir denken, dass so die lebende Krippe insgesamt noch etwas lebender ist.

Was erwartet die Gäste beim Weihnachtsmärchen im Kulturzentrum Frankental?

Künstler: Eine tolle Kulisse, 16 Kinder und Jugendliche und zehn Erwachsene auf der Bühne. In einem Spukschloss ist Weihnachten seit mehr als 200 Jahren verboten. Die Schlossherrin „Sophie Amalia von Maus und Bach“ hat das ganze Schloss verflucht. Zufällig landen dort aber zwei Elfen, die alles daran setzen, dass auch in dem Schloss wieder Weihnachten gefeiert werden kann. Thematischer Kern des Märchens ist das Verzeihen.

Warum ist den „City Starlights“ Weihnachten so wichtig?

Künstler: Wir wünschen uns, dass Kinder und Erwachsene sich wieder mehr auf alte Traditionen besinnen. Wunschzettel schreiben, Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, Märchen erzählen, Weihnachtslieder singen und Kerzen anzünden, machen die Atmosphäre von Weihnachten aus, das das höchste Fest der Familie ist und mit Verwandten und Freunden begangen werden sollte. Es ist auch das höchste Fest der Christen, und auch da wollen wir ansetzen und den Kindern erklären, warum es Geschenke und ein festliches Essen gibt, und daran erinnern, dass wir die Geburt Jesu Christi feiern. Weihnachten ist als Fest der Menschwerdung des Sohn Gottes, der Liebe, der Familie und der Freundschaft sehr wertvoll, und diesen Wert möchten wir vermitteln.

Was hat es mit der Jugendbotschafterin des Vereins auf sich?

Künstler: Unsere Jugendbotschafterin ist für ein gesamtes Jahr die Repräsentantin der Kinder und Jugendlichen der „City Starlights“. Derzeit ist es Vanessa Schneider, die aber faktisch während der Kupferstädter Weihnachtstage im „Elfen-Urlaub“ ist. Wie schon bei ihrer Vorgängerin ist „Jugendbotschafterin“ aber nicht nur ein Titel, sondern der Name ist Programm, da unsere Jugendbotschafterinnen wirklich eine Botschaft haben, die sie auch klar äußern.

Welche Botschaft ist das?

Künstler: Grundsätzlich geht es darum, dass alle Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Ausrichtung, in Frieden und Glück miteinander leben sollten. Die Voraussetzungen dafür, dass dies gelingen kann, sind Respekt, Toleranz und eben ein liebevolles Miteinander. Auch dies möchten wir den Kindern und Jugendlichen im Verein vermitteln. Zum Beispiel mit einer jährlichen Aktion, die man ausnahmsweise nicht in der Öffentlichkeit wahrnehmen kann: Der Besuch im „Friedensdorf International“ in Oberhausen ist fester Bestandteil in unserem Jahreskalender.

Was ist das Friedensdorf?

Künstler: Mehr als 1000 verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten, die in ihrer Heimat nicht behandelt werden können, werden in jedem Jahr nach Deutschland geholt und in Kliniken in Europa behandelt. Im Friedensdorf erfolgt dann die Rehabilitation; die Kinder lernen mit Prothesen zu laufen oder zu greifen, den richtigen Umgang mit den Medikamenten, die sie später selbst einnehmen müssen, und sie lernen, ungezwungen ohne Angst zu spielen, so dass sie an Körper und Seele gesunden, bevor sie wieder zu ihren Eltern in die Heimat zurückgebracht werden.

Und was machen die „City Starlights“ in dem Friedensdorf?

Künstler: Die verletzten Kinder unterhalten wir mit unserem „Kinderquatsch mit Max und Co.“, was ihnen immer viel Freude macht. Unsere Kinder und Jugendlichen kommen dort mit den Kindern aus den Kriegsgebieten ins Gespräch, bauen Kontakt- und Berührungsängste ab und sehen zugleich, was Krieg mit den Kindern macht. Für das Friedensdorf International ist wohl auch wichtig, dass wir Geld mitbringen, denn es finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Dort wird sehr gute Arbeit geleistet, die leider notwendig ist. Deswegen sammeln wir für das Friedensdorf und spenden überschüssige Eintrittsgelder etwa von unserem Galaabend oder dem Weihnachtsmärchen, das heute aufgeführt wird.

Was können wir 2014 von den „City Starlights“ erwarten?

Künstler: Es sind einige Änderungen angedacht. Wir wollen uns stärker auf die Bereiche Märchen und Fantasy fokussieren und generell mehr in Richtung Varieté arbeiten. Insofern verspreche ich nicht zu viel, wenn ich einige Überraschungen ankündige. Sämtliche bisherigen Aktivitäten in der Kupferstadt wollen wir allerdings definitiv beibehalten. Vielleicht kommt aber auch noch etwas Neues hinzu. Für zusätzliche Aktionen und Projekte haben wir auf jeden Fall noch Potenzial.

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