Kreis gibt 1,5 Millionen Euro für Ausbau der Regenbogenschule

Von: Michael Grobusch
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Hervorragende Perspektiven: Schulleiterin Gundula Brüggenwirth und Kreis-Baudezernent Uwe Zink freuen sich über und auf den Ausbau der Regenbogenschule (im Hintergrund). Foto: M. Grobusch

Stolberg. Den demographischen Wandel erlebt Gundula Brüggenwirth nur außerhalb des Schulgeländes. Während die Geburtenraten in Deutschland jahrelang rückläufig waren, und erst allmählich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau festzustellen ist, registriert die Regenbogenschule in Stolberg stetig steigende Anmeldezahlen.

„Im Jahr 2000 hatten wir noch weniger als 100 Schüler. Mittlerweile sind es 134”, verweist die Leiterin der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung auf einen Anstieg um gut ein Drittel innerhalb von knapp zehn Jahren.

Gründe gibt es gleich mehrere für diese Entwicklung: Die medizinischen Fortschritte spielen ebenso eine Rolle wie die veränderte Diagnostik und der häufigere Wechsel von der Regel- zur Förderschule.

Nicht zuletzt haben die Förderschulen auch deutlich an gesellschaftlicher Akzeptanz und Bekanntheit gewonnen.

Getrübt wird das positive Gesamtbild derzeit nur in einem Punkt: Die vom Kreis Aachen getragene Einrichtung stößt an die Grenzen ihrer Kapazität.

Deshalb musste das Trainingshaus, dass 2004 für rund 160.000 Euro gebaut worden war, zwischenzeitlich zum Klassenraum umgewandelt werden.

Dabei kommt gerade diesem Gebäude für die Schüler auf ihrem Weg in ein möglichst selbstständiges Leben eine wichtige Funktion zu.

Der Handlungsbedarf wurde mittlerweile erkannt, nachdem Gundula Brüggenwirth erstmals 2006 zusätzlichen Raumbedarf reklamiert hatte.

„Im Zuge der Schulentwicklungsplanung haben wir dann festgestellt, dass dieser Bedarf dauerhaft bestehen wird”, blickt Uwe Zink zurück. Für den Baudezernenten des Kreises steht fest: „Wir müssen die Möglichkeit haben, alle Kinder aufzunehmen, die eine Förderung benötigen.”

Und so ist auch Zink sehr froh, dass mit dem einstimmig positiven Votum in den Fachgremien und dem Kreistag jetzt die Weichen für eine Erweiterung gestellt worden sind.

1,5 Millionen Euro sollen an der Stettiner Straße investiert werden - ein Vorhaben, dass dank der Mittel aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes nun deutlich schneller realisiert werden kann als eigentlich vorgesehen.

In vier Monaten soll der Bauentwurf fertig sein und die öffentliche Ausschreibung folgen. Im April 2010 könnte das Projekt dann schon abgeschlossen werden.

Unweit der Trainingswohnung soll dann ein rund 650 Quadratmeter großes hufeisenförmiges Gebäude eingeweiht werden, von dem vor allem die Schüler der Berufspraxisstufe (früher: Werkstufe) profitieren werden.

Drei großzügig bemessene Klassenräume samt eigenem Gruppenraum werden sie dort beziehen. Zur Verfügung stehen zudem eine große Küche, ein Rollstuhlraum und ein Bereich für die Wäschepflege.

„Die Schüler können dort ihren jeweiligen Berufsrhythmus leben und so auf die Zeit nach der Schule vorbereitet werden”, weiß Gundula Brüggenwirth um die Bedeutung, die diese Übergangsphase im Leben der Jugendlichen hat.

Vor dem Neubau kommt allerdings der Abriss: Überlegungen, das ehemalige Hausmeisterhaus in die Planungen mit einzubeziehen, wurden angesichts der schlechten Substanz und der hohen Schadstoffbelastung rasch verworfen.

Stattdessen entsteht ein ebenerdiges und kellerloses Gebäude, das wahrscheinlich über ein Blockheizkraftwerk mit Energie versorgt wird.

Von den Bautätigkeiten als solche werden die Kinder und Jugendlichen nur geringfügig betroffen sein. Angesichts der Randlage des Standortes auf dem riesigen Schulgelände und der zusätzlichen Zufahrtsmöglichkeit, die über die Birkengangstraße besteht, wird der Schulbetrieb weitgehend ungestört laufen können.

Nicht nur dafür ist Gundula Brüggenwirth dankbar: „Der Kreis setzt sich enorm für unsere Kinder, die in der Gesellschaft eine Minderheit sind, ein. Das wissen auch die Eltern, mit denen wir einen engen Kontakt pflegen, sehr zu schätzen.”
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