Kraft, Ästhetik und Eleganz auf zwei Rädern

Von: Johannes Mohren
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Bezirksmeisterschaften mit Heimvorteil: Cornelia Dix und Patrik Bachmann vom RSC 07 Stolberg-Münsterbusch begeistern mit ihrer spektakulären Show die Zuschauer. Foto: J. Mohren

Stolberg. „Mögen sich möglichst viele qualifizieren.” Mit diesen Worten wird am Sonntagmorgen der Wettkampf eröffnet, und die ersten Athleten rollen auf das 14 mal 11 Meter große Feld in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums. Die Bezirksmeisterschaften des Kreises Aachen stehen an, die Disziplin: Kunstradfahren.

Bereits vor dem offiziellen Start der Meisterschaften wird noch fleißig trainiert, der letzte Schliff vorgenommen. Denn der Wettkampf in der Kupferstadt hat einen hohen Stellenwert: „Hier fährt man ja nicht nur um die Bezirksmeistertitel, es geht auch darum, sich mit einer guten Darbietung für die kommenden Landesmeisterschaften zu qualifizieren”, betont Robert Schell, der als Jurymitglied mit über Freude und Enttäuschung bei den Athleten entscheidet.

Spektakuläre Show

Was folgt, ist eine teils spektakuläre Show. Im 1er, 2er und 4er treten die kleinen und großen Kunstradfahrer an, bieten Einlagen auf zwei Rädern, die den Zuschauer so manches Mal den Atem stocken lassen. Wahre Radakrobaten finden sich unter den Teilnehmern, die Figuren, die sie auf dem Sattel, der Lenkstange oder in den Gruppendisziplinen miteinander präsentieren, bringen ihnen große Annerkennung und Applaus vom Publikum. Viele zufriedene Gesichter sind auch bei den Athleten nach der etwa fünfminütigen Vorstellung zu erkennen, doch bei einigen richtet sich der Blick auch sofort gebannt auf die Punktetafel.

Denn die schwarzen Ziffern, die nun hier wenige Minuten nach der Vorführung auf weißem Grund angebracht werden, sind entscheidend. „Für alle gefahrenen Übungen gibt es Punkte. Die Gesamtpunktzahl, die Addition der erreichten Zähler aus allen Teilübungen, ist ausschlaggebend für den Sieg am heutigen Tag, aber auch für eine Teilnahme an den Landesmeisterschaften”, erzählt Stefanie Schäfer. Sie moderiert die Veranstaltung, neben ihr sitzt der „DJ” des Tages, denn zu jeder Darbietung gehört eine eigene Musiknummer, die über große Boxen eingespielt wird und zur guten Stimmung auf den Rängen beiträgt.

Gute Stimmung, die vor allem von den jungen Teilnehmern immer wieder entfacht wird. Sie haben ihre Familien mitgebracht, stellen stolz und stets lächelnd ihre Übungen vor und fahren sich so in die Herzen aller Besucher. „Die sind schon süß”, findet auch Schäfer. Von ihrem Platz direkt hinter dem Kampfgericht hat sie besten Ausblick auf das Geschehen im Feld und immer ein Auge auf die Jury. Hier betrachten fünf Richter ganz genau die Darbietungen, jede Bewegung, jede Übung wird auf einem Bogen bepunktet. Die Bewertungszettel wandern dann ins Rechenzentrum, die Computerzentrale des Wettbewerbs. Alle Zahlen laufen in dem kleinen Raum zusammen und werden ausgewertet, damit möglichst schnell die schwarzen Täfelchen an der Punktetafel gesetzt werden können.

Dann brandet so manches Mal Jubel auf. Gute Ergebnisse sind nämlich für große und kleine Athleten immer ein Grund zu feiern. Und auch die Vereine rechnen gespannt: Denn ob aus Stolberg, Eilendorf, Herzogenrath oder dem niederländischen Heerlerheide, gemeinsam gewinnen, den Gesamtsiegerpokal hochrecken, das wollen hier alle. Dafür arbeitet jeder: vier Vereine, 36 Starts. Radakrobatik und Spannung. Viele glückliche Gewinner und begeisterte Zuschauer. Und am Ende: Vielleicht einen begehrten Pokal oder noch besser, ein Ticket nach Rösrath dem „Tor zum Bergischen Land”, Lengerich im Kreis Steinfurt oder in den Bergheimer Stadtteil Oberaußem. Warum den bloß dahin? Na, da werden dieses Jahr die Landesmeister ermittelt.
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