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„Konduktive“ Förderung: Petö-Einrichtung im Rolandshaus eingeweiht

Von: Dirk Müller
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Pfarrer Hans Rolf-Funken segnet bei dem Einweihungsfest statt der neuen Petö-Einrichtung des Vereins Fortschritt Städteregion Aachen lieber gleich jedes der anwesenden Kinder einzeln – sehr zur Freude der Kleinen. Foto: D. Müller
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Der Vereinsvorsitzende Professor Richard Brosse öffnet offiziell die Pforte der neuen Petö-Einrichtung.

Stolberg. Als sich der Verein „Fortschritt Städteregion Aachen“ im Jahr 2010 gegründet hat, war sein Ziel, ein ambulantes Angebot der konduktiven Förderung nach Professor András Petö in der Städteregion zu etablieren. „Wir haben seitdem gemeinsam ein Mosaik gebaut – Steinchen für Steinchen“, sagte Professor Dr. Richard Brosse, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins, bei der offiziellen Einweihung der neuen Petö-Einrichtung an der Stolberger Steinfeldstraße.

Bei dem „Mosaikbau“ seien viele Bestandteile in Form von kleinen und großen Spenden und Unterstützungen eingeflossen, wie etwa die von „Menschen helfen Menschen“, einer Aktion unserer Zeitung.

Brosse erinnerte unter anderem an den konzertierten Einsatz des AJH-Aachen (Arbeitskreis Junger Handwerksunternehmer), bei dem die Räume im Rolandshaus hergerichtet wurden. Und auch an den Förderkreis „Schwerkranke Kinder in der Region Aachen“ sowie den Stolberger Verein „Menschenskind“: „Sie haben Petö in unsere Region gebracht, und beide Vereine sind nach wie vor mit uns verbunden.“

Dass nach zweimaligen Förderwochen in der Regenbogenschule nun erstmals eine Petö-Einrichtung in der Städteregion die konduktive Förderung für Kinder und Erwachsene mit zerebraler Bewegungsstörung anbieten kann, sei auch der Unterstützung durch die Schwesternvereine Fortschritt Düsseldorf und München und der Hilfe vieler Vereinsmitglieder, Eltern und Förderer zu verdanken.

„Ihnen allen farbenfrohen und herzlichen Dank. Ohne Sie hätten wir es nicht geschafft, ohne Sie gäbe es keinen Fortschritt“, erklärte Brosse. Die über den Parkplatz des Rolandshauses barrierefrei zu erreichende Einrichtung ist hell und freundlich gestaltet, die Farben des Vereinslogos finden sich in den Therapieräumen, der kleinen Küche, Besprechungs-, Umkleide- und Vorratsraum sowie in dem behindertengerechten WC wieder. Zwei Gruppen werden derzeit montags konduktiv gefördert, nach den Sommerferien sollen es mehr werden.

Die ganzheitliche Förderung könne teils über die Eingliederungshilfe der Städteregion finanziert werden, aber Fortschritt sei weiterhin auf Spenden angewiesen, sagt Brosse: „Ich schätze, dass unser Verein künftig rund die Hälfte der Kosten für eine ausgebildete Konduktorin, Miete, Betriebskosten und Fördermaterialien aufbringen muss.“

Wirksamkeit erwiesen

Die Wirksamkeit der Petö-Methode sei seit Jahren bewiesen, die nächstgelegenen Angebote zur konduktiven Förderung aber seien bisher in Düsseldorf und Oberhausen zu finden gewesen.

Über die Einrichtung in der Kupferstadt freute sich auch Pastor Hans-Rolf Funken, der zur Einweihung „seinen neuen Mietern“ – das Rolandshaus ist im Besitz der Pfarre St. Lucia – einen Besuch abstattete. „Ich wusste früher noch gar nicht, dass ein ungarischer Professor etwas erfunden hat, das den Menschen so gut helfen kann“, sagte Funken und dankte dem Verein Fortschritt für sein starkes Engagement hinsichtlich der konduktiven Förderung. Die neue Petö-Einrichtung segnete der Geistliche jedoch nicht – stattdessen lieber jedes der anwesenden Kinder einzeln, was den Kleinen offensichtlich große Freude bereitete.

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