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Kommentiert: Eine Demontage

Ein Kommentar von Jürgen Lange

Es ist für die Genossen ein Wechselbad der Gefühle.

Am frühen Wahlabend können sie sich noch über den Schulz-Effekt freuen. Dann beginnt die Kater-Stimmung. Der Gatzweiler-Effekt beschert der Stolberger Sozialdemokratie die größte Niederlage der letzten Jahrzehnte.

Sie fällt noch schlimmer aus, als für die CDU vor zehn Jahren die Abwahl von Hans-Josef Siebertz aus dem Bürgermeisteramt. Mit nur 38,9 zu 41,9 Prozent lag Ferdi Gatzweiler im ersten Wahlgang vorne. Jetzt liegt er mit 28,97 zu 51,57 Prozent so klar hinter Tim Grüttemeier, dass es erst gar nicht zur Stichwahl kommt. Trotz oder wegen der 11 Prozent, die Alex Kaldenbach holt. Siebertz hatte von den damals 25 Wahlbezirken immer hin noch acht gewonnen. Das gelang dem scheidenden Amtsinhaber in keinem einzigen Stimmbezirk. Die CDU holte vor zehn Jahren noch zwölf Ratswahlbezirke, die SPD 13. Heute sind es nur noch drei, die die Genossen verteidigen. In ihren Hochburgen blieben Wähler zu Hause. Sie hatten nicht das Gefühl, dass es in der Verwaltung weitergehen soll wie bisher.

Im Sog des Denkzettels für Ferdi Gatzweiler ließ die SPD schmerzhaft Federn, während der Erfolg eines dynamisch wirkenden Tim Grüttemeier die CDU-Kandidaten beflügelte. Die Wunden der SPD sollten kein Hindernis sein, die menschlich und sachlich erfolgreiche Zusammenarbeit der letzten zwei Jahre in der großen Koalition fortzusetzen. In Stolberg warten noch genug Probleme, die mit einer breiten Mehrheit gelöst werden wollen.

j.lange@zeitungsverlag-aachen.de

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