Acubi Freisteller

Kolpingsfamilie will größer und jünger werden

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
13787614.jpg
Schwester Lisetta aus dem Bethlehem-Krankenhaus hat der Kolpingsfamilie das Friedenslicht aus Bethlehem mitgebracht. Helmut Enkler hat damit die Kolpingkerze entzündet. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Ein anstrengendes, aber auch ein wichtiges Jahr hat die Stolberger Kolpingsfamilie hinter sich. Das ist am Dienstagabend deutlich geworden. Die Gemeinschaft hatte zum ersten Mal im ökumenischen Gemeindezentrum, das seit einigen Wochen ihre neue Heimat ist, ihren Neujahrsempfang gefeiert.

Lange Zeit hatte man mit sich gerungen, den alten Treffpunkt, das Rolandshaus, zu verlassen. Doch schon jetzt wird deutlich: Die Stimmung ist gut. Die Mitglieder fühlen sich in den neuen Räumen offensichtlich wohl. Und für das kommende Jahr haben sie sich viel vorgenommen.

„Wir wollen das Fortbestehen der Kolpingsfamilie sichern und neue Mitglieder gewinnen“, sagte Helmut Enkler, Schriftführer im Leitungsteam der Kolpingsfamilie, in seiner Ansprache. So habe man sich vorgenommen, auf junge Familien zuzugehen und durch verschiedene Aktionen den Leuten zu vermitteln, wofür die Kolpingsfamilie eigentlich steht: für den Frieden und soziales Engagement. Symbolisch entzündete er dann auch die Kerze der Kolpingsfamilie am Friedenslicht aus Bethlehem, das Schwester Lisetta an diesem Abend extra aus der Kapelle des Bethlehem-Krankenhauses mitgebracht hatte.

Kontakte im Diözesanverband

„Beim ökumenischen Pfingstfest waren die Leute zum Teil ganz erstaunt, dass wir so viele sind“, erzählte Enkler. Auch an alte Kontakte zum Handwerk wolle man wieder anknüpfen, und mit der Kirchengemeinde St. Lucia Stolberg freundschaftlich kooperieren. „Wir sind auch mit anderen Kolpingsfamilien im Diözesanverband in Kontakt gekommen, das wollen wir ausbauen“, sagte Enkler. Beispielsweise habe man Einladungen aus Übach-Palenberg und Monschau bekommen, die man gerne annehme. Denn: Auch wenn das Durchschnittsalter der Stolberger Kolpingsfamilie bei über 74 Jahren liegt: „Das Alter allein ist nicht entscheidend, sondern wie fit wir im Kopf sind“, betonte Helmut Enkler. Und fit seien die Mitglieder. „Wir haben sehr viele Ideen im Kopf. Das macht unsere Gruppe aus.“

Enkler ging in seiner Ansprache zwar nicht explizit auf die Schwierigkeiten ein, die dem Umzug vom Rolandshaus ins ökumenische Gemeindezentrum vorausgegangen waren. Es wurde dennoch deutlich, wie dankbar er dafür ist, dass diese Umsiedlung geglückt ist.

Weil das Aachener Bistum den katholischen Gemeinden, auch St. Lucia, strenge Sparmaßnahmen verordnet hat, muss sich die katholische Kirche auf lange Sicht von einigen ihrer Immobilien trennen. Die Instandhaltungskosten, so will es das Bistum, müssen deutlich gesenkt werden. Zu den Gebäuden auf der „roten Liste“ gehört auch das Rolandshaus – von dem sich einige Kolpings-Familienmitglieder nur sehr schwer trennen konnten. Erst nach zwei außerordentlichen Mitgliederversammlungen im vergangenen Jahr, auf denen es zum Teil sehr emotional zuging, stimmten 80 Prozent der Gemeinschaft für den Umzug.

Dass das gelang, dafür sind laut Enkler unter anderem zwei Männer maßgeblich verantwortlich: Dietmar Prielipp vom Diözesanverband und Peter Effenberg, der im Vorstand der Aachener Handwerkskammer sitzt. Prielipp habe nach jahrelangen Auseinandersetzungen den Weg zu Gesprächen mit Pfarrer Hans Rolf Funken und Rendant Helmut Gottfried von der Gemeinde St. Lucia geöffnet. Er habe außerdem bei den Mitgliederversammlungen „mit klugen Beispielen und vielfachem Rat“ dazu beigetragen, hoch schlagende Wogen zu glätten. Peter Effenberg habe die zweite, entscheidende Mitgliederversammlung souverän geleitet. Dass Enkler mit seiner Meinung nicht alleine steht, verdeutlichte am Dienstagabend der spontan einsetzende Applaus für Effenberg.

Dieser betonte wiederum, dass Helmut Enkler und dessen Frau Marianne Kriebel-Enkler die entscheidende Vorarbeit geleistet hätten, damit der Umzug ein Erfolg werden konnte.

Auch Pfarrer Hans Rolf Funken zeigte sich zufrieden mit dem Umzug der Kolpingsfamilie ins ökumenische Gemeindezentrum. Auf das bundesweite Pilotprojekt könnten sowohl die evangelischen als auch die katholischen Gläubigen der Stadt stolz sein. „Ich hoffe, dass Sie sich hier wohlfühlen, und dass das Gemeindezentrum für die Kolpingsfamilie ein Stück Heimat werden kann“, sagte Funken. Pfarrer Jens Wegmann von der evangelischen Kirche schloss sich den Wünschen seines Kollegen an und betonte das „Christ Sein“ als verbindendes Element der Konfessionen.

Dass die Kolpingsfamilie mit ihren Werten und Ideen gut nach Stolberg passt, betonte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Patrick Haas, in seinem Grußwort. So gebe es zwischen dem neuen sozialen Leitbild der Stadt und dem, wofür die Kolpingsfamilie stehe, viele Parallelen. „Die Stadt möchte mit ihrer neuen Sozialraumplanung soziale Ungerechtigkeiten überwinden, das ist ja auch unter anderem Ihr Thema.“ Auch sei die Kolpingsfamilie, in 60 Ländern aktiv, ein verbindendes Element zwischen Generationen und Kulturen. Kurzum: „Die Ideen von Adolph Kolping gibt es schon lange“, sagte Patrick Haas, „doch sie sind in unserer heutigen Zeit aktueller denn je.“

198 Paar Schuhe gesammelt

Ganz aktuell findet derzeit die Schuhsammlung „Mein Schuh tut gut“ statt. Dabei sammelt das Kolpingwerk bundesweit Schuhe ein, die gegen einen kleinen Obolus an Kleinhändler in Afrika und Asien verschickt werden. Diese sollen mit den Schuhen ihren Lebensunterhalt aufbessern können, während die Einnahmen des Kolpingwerks wiederum für andere Sozialprojekte eingesetzt werden. „Wir haben in Stolberg bereits 189 Paar Schuhe eingesammelt“, verkündete Helmut Enkler. Noch bis Ende dieses Monats werden Schuhe für Männer, Frauen und Kinder gesammelt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert