Stolberg - Kogelshäuserschüler auf Zeitreise in die Welt der Klassik

Kogelshäuserschüler auf Zeitreise in die Welt der Klassik

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Frühe Rasur im Blick der lachenden Mitschüler: Alex Gräbe aus der 6a der Kogelshäuserschule dient den Bühnengästen der Jungen Oper Detmold als „Requisit” bei der Arie des Barbiers von Sevilla. Foto: D. Müller

Stolberg. Musiklehrerin Sabine Kutscher beschreibt es so: „Die Idee ist, unsere Schüler in einem Alter, in dem das noch möglich ist, an die klassische Musik heranzuführen. Schließlich ist Kultur für Schüler unverzichtbar.”

Und diese Idee geht offensichtlich auf, denn gebannt und fasziniert sitzen die Fünft- und Sechstklässler der Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße mit großen Augen und offenen Ohren in der Turnhalle und genießen hoch interessiert die musikalische Zeitreise, die sich vor und auch mit ihnen abspielt.

Zu Gast in der Kogelshäuserstraße sind zwei Akteure der Jungen Oper Detmold. Andrea Kwade und Martin Lucaß haben eine Musikanlage und einen Beamer mitgebracht und führen kostümiert durch die Epochen der Musikgeschichte. Visuell durch eine Diashow unterstützt, lassen sie zu Playback-Musik eindrucksvoll ihre geschulten Stimmen erklingen.

Bei der Antike beginnend bis hin zu modernem Rock, Pop und Hip-Hop verpacken sie das pädagogische Konzept der Jungen Oper Detmold in genau das, was Opern, Operetten und Musik generell sind: Unterhaltung. Das Erleben der Musik und die stets humorvolle und lockere Präsentation sprechen die Kinder an, und die musikalischen Epochen, Daten sowie Namen von berühmten Komponisten werden spielerisch vermittelt, zumal der „Oper-Unterricht” interaktiv abläuft.

Neben dem schultypischen „Frage-und-Antwort-Schema” schlüpfen einige Schüler auch in die Rollen von Komponisten. So kommt es vor, dass Kwade und Lucaß eine Schülerin als den kleinen Walzerkönig Johann Strauß (Sohn) oder einen weiteren Schüler als Wolfgang Amadeus Mozart interviewen, der aber leider keine Zeit für ein längeres Gespräch hat, weil er dringend noch eine Oper komponieren muss.

Großes Gelächter kommt auf, als Martin Lucaß noch ein wichtiges „Requisit” benötigt. Er möchte die Arie des Barbiers von Sevilla zum Besten geben und bedient sich der Hilfe von Alex Gräbe aus der 6a. Alex bekommt eine Zeitung in die Hand gedrückt, nimmt auf einem Sessel Platz und wird von dem singenden Barbier Lucaß erst einmal kräftig mit Rasiercreme eingeschäumt. Seine wohl erste Rasur erlebt der Schüler in schallendem Opernszenario. Als Lucaß später noch die Lehrerin Sabine Kutscher zum Walzer bittet und schwungvoll mit ihr tanzt, ist gewiss, dass den Kindern diese ungewöhnliche Unterrichtsstunde nachhaltig im Gedächtnis bleiben dürfte.

Seit sechs Jahren bringt die Junge Oper Detmold Musik und Oper in die Schulen der Bundesrepublik. „Die Förderung von Musikkultur bei Kindern ist ein wichtiges Element moderner Bildung. Musik tut den Schülern gut und stärkt Sinne, Geist und Persönlichkeit”, erklärt Andrea Kwade. Die witzige und unterhaltsame Vorführung der Akteure sei dabei hilfreich, um sowohl das Interesse an klassischer Musik zu wecken als auch Wissen zu vermitteln.

„Mit Musik können die auditive Wahrnehmungsfähigkeit, Sprache und Kognition gefördert werden. Die Berührung mit der Oper erschließt neue Lebenswelten, und die Mitmach-Elemente in unserem Programm stärken die sozialen Kompetenzen der Schüler”, erläutert Lucaß. Musiklehrerin Sabine Kutscher, die die Junge Oper in die Schule Kogelshäuserstraße geholt hat, bestätigt das und zeigt sich zufrieden mit der ansprechenden und lehrreichen Abwechslung vom Schulalltag: „Es ist toll zu sehen, wie sich unsere Schüler für die ihnen vorher weitgehend fremde Musik begeistern können. Das Konzept der Jungen Oper vermittelt Wissen und Lust auf Musik. Aus pädagogischer Sicht ist mein Fazit absolut positiv, und eine Wiederholung dieser klangvollen Stunde für kommende Jahrgänge ist wirklich wünschenswert.”
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