Stolberg - Koalition: Bei Kindern und der Jugend wird nicht gespart

Koalition: Bei Kindern und der Jugend wird nicht gespart

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Annika hat Spaß - dank des Sk
Annika hat Spaß - dank des SkM-Spielmobils. Das soll nach dem Willen der großen Koalition trotz aller Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung auch so bleiben. Foto. H. Eisenmenger

Stolberg. Zukunftsträchtig sind die Pläne der Koalition aus SPD und CDU trotz Haushaltslage und Sparpaket für Kinder, Jugendliche und ihrer Familien bis 2014. Nicht nur weil die Stadt mittelfristig eine generationenübergreifende Spielanlage im Grado-Park errichten und so einen Beitrag zum demografischen Wandel leisten will.

Einzelne in der Grünanlage verteilte Spielmodule könnten von Senioren wie auch Kindern genutzt werden und wären ein zeitgemäßes Angebot an die Einrichtungen für Jung und Alt in der Umgebung wie auch für die Veränderungen in der Gesellschaft.

Eine Vielfalt von Trägern

Um dem Wandel gerecht zu werden, „wollen wir vor allem bewährte Strukturen im Jugendbereich erhalten”, betonen Ben Grendel (CDU) und Arndt Kohn (SPD) als jugendpolitische Sprecher ihrer Fraktionen. Gleichzeitig leistet auch dieser Bereich seinen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, indem Prioritäten gesetzt und Standards überprüft werden, unterstreichen die beiden Fraktionsvorsitzenden Hildegard Nießen und Dr. Tim Grüttemeier. So lassen sich beispielsweise bei den Pflichtaufgaben höhere Kosten für Therapie und Betreuung sparen durch eine preiswertere, aber effektivere Prophylaxe. Deshalb setzt die Koalition auf den weiteren Ausbau des Netzwerkes für frühzeitige Hilfen, um vorzeitig Bedarf zu erkennen sowie Familien und Kinder gezielt fördern und unterstützen zu können. Wie von der Gemeindeprüfungsanstalt gefordert, soll das Netzwerk gemeinsam mit freien Trägern so geschnürt werden, dass Überschneidungen vermieden und die Mittel gezielt eingesetzt werden, so Grendel. Vorgesehen ist, 30 000 Euro, das entspricht der anteilmäßigen Förderung des SkF-Projektes „Von Anfang an”, für Projektmittel der Prävention in der frühen Hilfe zur Verfügung zu stellen. Mit 10 000 Euro soll zusätzlich das SKM-Projekt „Familienpatenschaften” gefördert werden. Auch das Ganztagsangebot der Förderschule Tal-straße soll unterstützt werden.

Bedarfsgerecht ausgebaut soll die Kinderbetreuung und ihre Qualität gesichert werden, unterstreicht Kohn. Dabei setzt die Koalition ausdrücklich auf eine Vielfalt von Trägern in der Stolberger Landschaft von Kindertagesstätten. Mit 1779 Plätzen, etwa ein Drittel davon in freier Trägerschaft, kann Stolberg nahezu den gesetzlich geforderten Bedarf im kommenden Kindergartenjahr decken. Rund 1,5 Millionen Euro wurden hier bereits investiert, weitere 1,7 Millionen Euro - mit 0,96 Millionen Euro gefördert - fließen noch in den Ausbau der Einrichtungen Cornelia-, Berthold-, Mozartstraße, Mausbach und Liester.

Gezielt sollen weitere Familienzentren eingerichtet und zentral gesteuert sowie verstärkt präventive Maßnahmen und die Vermittlung von Tagespflege eingebunden werden. Die Anzahl der Tagespflegeplätze soll von 74 auf 110 steigen, der Bedarf kontinuierlich aktualisiert werden. Angedacht sind Groß-Tagespflegestation in den Sozialräumen Liester, Unterstolberg und Breinig/Breinigerberg, der bedarfsgerechte Ausbau der U3-Betreuung auch über das gesetzliche Maß hinaus und die Absicherung der Inklusion. Angelassen ist bereits der Neubau einer Kita auf dem Donnerberg.

Unter dem Aspekt der Prävention sollen auch weiterhin die Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen begleitet werden, indem Einrichtungen freier Träger sowie der Stadt finanziell unterstützt werden. Vier städtische Treffs sowie die KOT St. Josef, die Jugendheime St. Lucia und St. Franziskus und die Alte Schule Venwegen sowie Jugendschutzhütten in fünf Stadtteilen sind für die Koalition ebenso fest verankert wie das Angebot des Jugendbusses als flexibles Rückgrat der mobilen Jugendarbeit und das vom SKM betreute Spielmobil. So soll die Zusammenarbeit zwischen Stadt und freien Trägern intensiviert und die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen überprüft werden, um die Kostenentwicklung im Griff zu behalten. „Zu einem wirklich starken Partner”, so Ben Grendel, haben sich die Ferienmaßnahmen des „Stolbärchens” entwickelt, die ebenso wie die JUKS-Events und das Kinderkino fester Bestandteil des Angebotes bleiben sollen.

Trotz aller finanziellen Engpässe wird ebenso am Bestand von jetzt 49 Spiel- und Bolzplätzen im Stadtgebiet festgehalten und der bestehende Bedarf in Büsbach sowie im Neubaugebiet Duffenterstraße soll gedeckt werden.

„Stolberg ist ein Spitzenreiter in Sachen Jugend und Soziales”, bilanziert Hildegard Nießen. „Wir wollen diese Strukturen trotz und wegen der finanziellen Lage erhalten, fortschreiben und entsprechend dem tatsächlichen Bedarf weiter entwickeln”, ergänzt Dr. Tim Grüttemeier.
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