Klassik-Trio verschenkt Rosen auf der Burg

Von: Dirk Müller
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Stolberg. Dass sich der Weg in die Burg für die Zuhörer am Samstagabend gelohnt hat, stand schon nach den ersten Klängen fest, als Marie-Sophie Caspar ausdrucksstark „Ich lade gern mir Gäste ein” intonierte.

Mit dem Lied aus „Die Fledermaus” von Johann Strauß eröffnete die Mezzosopranistin den Operettenabend im Rahmen der Abo-Konzerte des Stolberger Kulturprogramms. Aus selbigem Werk trug anschließend Ulrike Krone (Sopran) „Klänge der Heimat” vor und erreichte dabei Tonlagen in schwindelnden Höhen, mit denen sie die akustischen Bedingungen im Rittersaal ausreizte.

Die Pianistin Katja Schönafinger komplettierte das Operettentrio am Flügel. Schönafinger ist ausgebildete Diplom-Musikerin und Diplom-Musikpädagogin (Musikhochschule Köln) und absolvierte sechs Meisterkurse, unter anderem in Argentinien, Italien und Spanien. Ihr Spiel begleitete den Streifzug durch die Welt der Operette virtuos wie präzise.

Melodien aus Franz Lehárs „Paganini” und „Die lustige Witwe”, „Der Vogelhändler” von Carl Zeller oder Eduard Künneckes „Der Vetter aus Dingsda” wurden von Ulrike Krone mit sinnlichem und vollen Ton präsentiert. Die Sopranistin des Ensembles der Kammeroper Köln gab unter anderem die „Musette” in Giacomo Puccinis „La Bohme” bei der „Monschau Klassik 2010”.

Auch in der Stolberger Burg meisterte Krone atemberaubende Koloraturen und erfreute die zahlreichen Gäste mit Liedern wie „Schenkt man sich Rosen in Tirol” aus Carl Zellers „Der Vogelhändler”.

Marie-Sophie Caspar beeindruckte sowohl stimmlich als auch mit enormer Bühnenpräsenz. Die Mezzosopranistin, die seit 2008 im Chor der Bayreuther Festspiele singt, begeisterte zum Beispiel mit dem „Schwips-Lied” aus „Eine Nacht in Venedig”, zu dem sie hinreißend durch den Rittersaal schwankte.

Besonders das männliche Publikum horchte interessiert auf, als Caspar das musikalische Bekenntnis „Meine Lippen, sie küssen so heiß” aus „Giuditta” leidenschaftlich zu Gehör brachte.

Mit Zarah Leanders Welthit „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen” (Musik: Michael Jary; Text: Bruno Balz), entführte Caspar kurzzeitig in den deutschen Tonfilm „Die große Liebe” aus dem Jahr 1942, um daraufhin amüsant von der nervtötenden Profession ihres Bruders zu berichten: So rundete der 30er-Jahre-Schlager „Mein Bruder macht im Tonfilm die Geräusche” von Fred Raymond den Ausflug in die Filmthematik ab.

Krone und Caspar glänzten auch stimmgewaltig im Duett. Die „Barcarole” aus „Hoffmanns Erzählungen” von Jacques Offenbach, Léo Delibes´ „Blumenduett” aus der Oper „Lakmé” intonierten sie ebenso gemeinsam wie die Zugabe „Miau Miau Miau”, dem „Duetto buffo di due gatti” von Gioachino Antonio Rossini.
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