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„Klassenlose Gesellschaft”: Enser Alici ist Einzelkandidat für den Integrationsrat

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Eine klassenlose Gesellschaft, das ist für Enser Alici das Idealbild des Zusammenlebens. Das gilt auch für die Unterschiede zwischen Deutschen und Menschen mit Migrationshintergrund, die in einer solchen Gesellschaft der Vergangenheit angehören sollen.

Alici ist Mitglied der Linken, tritt aber bei der Wahl zum Integrationsrat am kommenden Sonntag als Einzelbewerber an. Die wichtigsten Ziele, für die der 46-jährige Vater zweier Töchter im Integrationsrat eintreten will, unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer Kandidaten.

„Wahlrecht für alle, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben”, fordert er ebenso wie bessere Bildungschancen für ausländische Jugendliche. „Junge Leute mit Migrationshintergrund müssen besser gefördert werden”, sagt er und regt unter anderem eine frühkindliche Sprachförderung schon in Kindergärten und Schulen an unter Einbindung der Eltern. Obendrein fordert er, analog zum Programm der Linken in NRW, Angebote zur Verbesserung der Gesundheits- und Wohnsituation von Migranten.

Alici hofft auf eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren, als nur rund 7 Prozent der ausländischen Mitbürger in Stolberg von ihrem Wahlrecht zum Ausländerbeirat Gebrauch machten. Der heißt nun Integrationsrat und soll mehr Möglichkeiten bekommen, auf die lokale Politik Einfluss zu nehmen. „Die Leute glauben, man kann nicht viel bewegen”, sagt Alici. „Aber man muss von unten anfangen und die Interessen der Menschen von unten nach oben vertreten.”

Zusammenhalt zwischen den einzelnen Gesellschaftsgruppen sei gerade in Zeiten der Finanzkrise wichtig, und Zusammenhalt erhofft sich der Schweißer auch vom Integrationsrat, damit dieser an Einfluss gewinnt. „Es darf nicht mehr unterschieden werden zwischen Menschen mit und Menschen ohne Migrationshintergrund.”

In einem Aufruf wirbt auch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler bei Migrantinnen und Migranten in Stolberg für eine Teilnahme an der Wahl zum Integrationsrat. „Ich schätze die Bedeutung des Gremiums innerhalb der Kommunalpolitik sehr”, heißt es in dem Aufruf, der mit den Worten schließt: „Nutzen Sie Ihr Wahlrecht, indem Sie am 7. Februar wählen gehen, und gestalten Sie die Zukunft unserer Stadt mit!”

Die Wahl findet am kommenden Sonntag, 7. Februar, statt. Rund 4500 Wahlberechtigte sind dann aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der Integrationsrat ist das kommunale Vertretungsorgan für Migrantinnen und Migranten.

Am Mittwoch haben Wahlberechtigte die letzte Möglichkeit, die Ausstellung von Wahlscheinen und die Aushändigung von Briefwahlunterlagen online unter www.stolberg.de zu beantragen. Für weitere Fragen steht Stefan Beckers vom städtischen Wahlamt unter Telefon 13225 zur Verfügung.

Die beiden Wahllokale in der Grundschule Hermannstraße und im Bürgerhaus Büsbach sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
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