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Kita St. Hubertus: Pfarre fehlen die Grundlagen zur Planung

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Da geht´s lang! Für die Pfarre St. Hubertus ist unterdessen noch nicht klar, in welche Richtung sie sich mit der Kita in der Dell in Zukunft bewegen wird.

Stolberg. Die Kindergarten-Landschaft in Stolberg wird neu geordnet, und die katholische Kirche sucht noch ihren Platz für die Zukunft. Das ist keinesfalls ein leichtes Unterfangen in einer Phase, in der neue Betreuungsformen und Betreuungszeiten eingerichtet und die organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufgaben aufgrund des neuen Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) immer größer werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Umstrukturierungen im Bistum vielen Pfarren alles abverlangen. Kein Wunder also, dass eine längerfristige Planung, die auf den ab 1. Januar 2013 geltenden Betreuungsanspruch für Kinder ab dem ersten Lebensjahr ausgerichtet ist, derzeit kaum möglich ist.

Ein gutes Beispiel dafür liefert die Pfarre St. Hubertus in Büsbach. Nachdem sie zum 1. Januar 2008 bereits das Marienheim an der Bischofstraße in die Hände der katholischen Stiftung Marienhospital Aachen übergeben hatte, erwägt sie nun auch, die Trägerschaft der Kindertagesstätte in der Dell aufzugeben.

Allerdings ist dies nur eine von mehreren Optionen, wie Dr. Josef Michels vom Kirchenvorstand am Montag erklärte.

„Wir befinden uns in der Prüfphase”, räumt Michels ein, dass es spätestens bis Ende des Jahres gleich mehrere grundsätzliche Entscheidungen zu treffen gebe. Eine davon zielt auf die Angebotspalette der integrativen Einrichtung und ihrer drei Gruppen ab. Diese ist bis dato nur für Kinder ab drei Jahren vorgesehen. „Wir müssen aber noch klären, inwieweit wir uns auch für unter Dreijährige öffnen.”

Das ist nicht nur eine Fragen des Willens und des pädagogischen Konzeptes, sondern ist auch abhängig von den räumlichen Anforderungen, die vom Landschaftsverband Rheinland definiert und über Pauschalbeträge bezuschusst werden. Ob ein eventueller Aus- oder Umbau in Büsbach von der Pfarre mit Hilfe der Fördermittel finanziert werden kann, gilt jedoch als fraglich.

Fraglich ist laut Josef Michels auch, ob die Pfarre St. Hubertus die Leitung der Kita auf Dauer überhaupt noch alleine stemmen kann. Wohl auch deshalb haben Ende vergangener Woche erste Gespräche mit der Caritas Lebenswelten GmbH stattgefunden, die am Obersteinfeld bis Ende 2010 eine viergruppige integrative und heilpädagogische Kindertagesstätte bauen und sich damit auch in Stolberg etablieren will. „Wir müssen schauen, dass wir das Beste für unsere Einrichtung erreichen”, fordert Josef Michels. Das bedeutet für ihn, „dass die katholische Ausrichtung der Kita gesichert wird. Wenn uns das gelingt, ist es zweitrangig, wer Träger ist.”

Wie aber konkrete Verhandlungen führen und Planungen aufstellen, wenn auch auf Bistumsebene die Rahmenbedingungen (noch) gar nicht klar sind? „Die Pfarren sind vom Bischof aufgefordert worden, sich bis Ende des Jahres in Pfarrverbänden zusammenzuschließen”, erinnert das Kirchenvorstandsmitglied an die Vorgaben von Heinrich Mussinghoff.

Während die sieben Pfarren im Stolberger Norden fusionieren müssen, sollen die neun Süd-Pfarreien, zu denen auch St. Hubertus zählt, eine „Gemeinschaft der Gemeinden” bilden. „Es gibt aber keinerlei Vorgaben, was das für die Trägerschaft der katholischen Kindertagesstätten bedeuten wird”, verweist Michels auf ein weiteres Dilemma. Dazu passt auch, dass das Bistum zum 1. Januar 2010 die Übernahme der Personal- und Finanzhoheit für die bistumsweit 303 Kitas angekündigt hat. Im Gegensatz zu den Pfarrfusionen soll aber auf eine bischöfliche Anordnung verzichtet und den Pfarren somit eine Wahlmöglichkeit eingeräumt werden.

Da verwundert es nicht, dass Josef Michels konstatiert: „Überall gibt es Unsicherheiten.” Zumindest in einem Punkt aber muss zügig Klarheit geschaffen werden: Das Jugendamt der Stadt Stolberg muss dem Land bis Mitte März die Bedarfszahlen und die Betreuungsangebote der einzelnen Einrichtungen für das Kita-Jahr 2009/10 melden. Und da wird auch die Kita in der Dell keine Ausnahme machen dürfen.
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