Kita-Ausbau bleibt hinter dem Plan zurück

Von: gro
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Stolberg. Als Fachmann hat man ja manchmal einen sogenannten Tunnelblick. Den kann man Josef Offergeld aber prinzipiell nicht unterstellen. Auch dann nicht, wenn er, wie am Donnerstag geschehen, den ausdrücklichen sprachlichen Bezug zu einem Tunnel wählt.

An dessen Ende sieht der städtische Abteilungsleiter immer noch kein Licht. Und das, obwohl Bund und Land am Donnerstag angekündigt haben, in diesem und im kommenden Jahr Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 480 000 Euro für den weiteren Ausbau von U 3-Betreuungsplätzen in den Stolberger Kitas zu gewähren.

„Das Positive ist, dass wir die Mittel kombinieren können. Das ändert aber nichts daran, dass wir auch weiterhin unseren eigentlichen Planungen um ein Jahr hinterherhinken”, sieht Offergeld keinen Anlass zum Jubeln. Besagte Planungen hatten stets das Jahr 2013 im Fokus, ab dem Eltern ihren dann geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind ab dem ersten Lebensjahr geltend machen können.

Aufgrund von verzögerten bzw. reduzierten Mittelbewilligungen wird die letzte Ausbaustufe nun frühestens 2014 abgeschlossen sein. „Ich weiß natürlich nicht, welche zusätzlichen Förderprogramme vielleicht vom Bund aufgelegt werden”, hat Josef Offergeld die Hoffnung auf zusätzliche Unterstützung noch nicht aufgegeben. Momentan aber muss er sich mit den faktischen Gegebenheiten abfinden und das Beste aus der Situation machen.

Ausbau der Kita St. Barbara

Das bedeutet konkret: „Der Ausbau der Kita St. Barbara Breinig kann jetzt offiziell beginnen”, so der Abteilungsleiter, der die 225 000 Euro, die vom Bund zur Verfügung gestellt werden, um weitere 80 000 Euro Landesmittel aufstocken will, um die gesamten Kosten abdecken zu können. Die verbleibenden Gelder sollen in den Um- und Ausbau der Kita Corneliastraße fließen.

Nicht abgedeckt sind hingegen die geplanten Baumaßnahmen in der katholischen Kita St. Sebastianus (Atsch) und in der städtischen Einrichtung am Rektor-Soldierer-Weg (Mausbach). Gleiches gilt auch für die für die letzte Stufe vorgesehenen Kindertagesstätten Mozartstraße und Auf der Liester.

Spannend bleibt die Einführung des Rechtsanspruches und ihre Auswirkungen auch noch unter einem anderen Aspekt: Während der Bund von einer 35-prozentigen Belegungsquote bei den Null- bis Dreijährigen ausgeht, rechnen nicht wenige Fachleute damit, dass Nachfrage und Bedarf deutlich höher ausfallen könnte.

Als Alternative und Kompensationsmöglichkeit würde in diesem Fall mehr noch als bisher die Tagespflege zum Tragen kommen. Doch auch hier sind die Kapazitäten klar begrenzt.
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