Stolberg - Kistenplatz: Baubeginn für Edeka und dm im September

Kistenplatz: Baubeginn für Edeka und dm im September

Von: Jürgen Lange
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Im September wird das Schloss
Im September wird das Schloss wieder geöffnet; dann beginnt der Bau des Edeka- und dm-Marktes auf dem alten Kistenplatz. Foto: J. Lange

Stolberg. Fest verschließen Ketten den Bauzaun an der Eisenbahnstraße. Einsam steht eine mobile Toilette auf dem Gelände. Seit dem Frühjahr hat sich nichts bewegt auf dem „Kistenplatz”.

Dabei wollte schon zu Nikolaus Ender Cevik in der Atsch seinen zweiten Edeka-Markt eröffnen - in Gesellschaft eines dm-Drogeriemarktes.

Bereits Anfang des Jahres hatte ein Spezialunternehmen begonnen, die alte, rund 2,5 Hektar große Industriebrache baureif zu machen. Doch der geplante schnelle Aufbau nach dem Abriss ließ auf sich warten. Investor Dirk Schlun wartete auf eine noch ausstehende wasserrechtliche Genehmigung. Die liegt zwar längst vor, aber die Bagger lassen noch auf sich warten. Das hat natürlich eine Ursache. Doch darauf warten, bis diese offenen Fragen geklärt sind, will der Investor dann doch nicht.

„Im September ist Baubeginn”, sagt Dirk Schlun. „Immerhin stehe ich bei den Stolbergern im Wort.” Insbesondere die Atscher erwarten sehnsüchtig die Rückkehr einer Nahversorgung in ihren Stadtteil. Die werden nach aktuellen Kalkulationen ab März oder April erst einmal 2100 m2 Verkaufsfläche - 1500 m2 für den Vollsortimenter und 600 m2 für den Drogeriemarkt - sicherstellen.

Aber der Bebauungsplan weist für das Gelände noch weitere 7000 m2 Flächen für Gewerbe aus. Bei der Verabschiedung des Bebauungsplans hatte der Stadtrat zwar weniger an weiteren Einzelhandel denn an nicht störendes Handwerk gedacht. Doch mittlerweile gibt es klare Signale aus der Politik, dass eine weitere Konzentration zumindest von nicht zentrenrelevanten Einzelhandel an dem Standort Atsch sie nicht stören würde - vorausgesetzt, ein Investor finanziert alles Notwendige auf seine Kosten und löst die mit einer Ansiedlung weiterer publikumsträchtiger Betriebe verbundenen Probleme. Die könnten in einem verstärkten Verkehrsaufkommen liegen, was den ohnehin stark belasteten Kreuzungsbereich des Dreiecks vor Schwierigkeiten stellen könnte. Ein erstes Verkehrsgutachten dazu hat für einen solchen Fall schon einmal Nachbesserungsbedarf prognostiziert.

Einen konkreten Anlass, in vertiefende Untersuchungen einzutreten, gibt es durchaus: Der Discounter Netto möchte mit einer Filiale in die Nachbarschaft des Supermarktes der gemeinsamen Edeka-Mutter. Eine Bauvoranfrage ist gestellt, bestätigte die Stadt, wollte aber aufgrund des Urlaubs der Experten aus dem Planungsbereich keine Perspektiven zu einer weiteren Entwicklung des Kistenplatzes abgeben. Bei „einem ersten Blick” auf das regionale Einzelhandelskonzept hält zumindest die Städteregion die Netto-Ansiedlung für machbar, erklärte Pressesprecher Detlef Funken auf Anfrage.

Aber selbst mit dem Bau eines Discounters mit einer Verkaufsfläche von 800 m2 wäre das Potenzial des Kistenplatzes noch nicht ausgeschöpft. So gibt es durchaus Überlegungen zu einer weiter gehenderen Ansiedlung von Einzelhandel in dem Nebenzentrum Atsch. „Das wird auch in unserem Hause noch kontrovers diskutiert”, erklärt Schlun und verweist auf planungsrechtlicht und städtebauliche Herausforderungen, die zu meistern wären.

„Sicherlich würde weiterer Einzelhandel zu einer Aufwertung des Standortes führen”. Allerdings wolle der Projektentwickler solche Ideen nicht auf Biegen und Brechen verfolgen, sondern vielmehr auf Stolberger Interessen Rücksicht nehmen. „Ich habe auch kein Interesse daran, Irgendjemandem weh zu tun”, betont Schlun und will sich jetzt erst einmal auf den Bau der beiden bereits genehmigten Märkte konzentrieren.

Abzuwarten bleibt nicht nur, wies auf dem Kistenplatz weitergeht, sondern auch auf dem Gelände des ehemaligen Metallwerks einen halben Kilometer weiter in Richtung Innenstadt. Zwar erklärte Klaus Schleicher, dass „Netto sich noch äußern” müsse und „Verträge existieren”, doch auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte das Unternehmen, „dass wir vom Mietvertrag zurückgetreten sind” für die ursprünglich geplante Filiale neben dem Schleicher-Park.

Während man am Konzernsitz in Maxhütte-Haidhof sich zu Plänen für den Kistenplatz „derzeit nicht äußern” möchte, verweist der Discounter auf die Erweiterung seiner Filiale an der Prämienstraße, wo nach dem Umbau ab November „900 m2 Verkaufsfläche und ein Cafe mit über hundert Quadratmeter zur Verfügung stehen” werden.

Derweil bleibt die weitere Nutzung des alten Metallwerkes eine offene Fragen, über die langsam das sprichwörtliche Gras zu wachsen scheint: Erste Kräuterbüsche fühlen sich auf dem Abraum alter Hallen heimisch. Bereits vor sieben Jahren war dort die Produktion eingestellt worden.
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