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Kirche ist jetzt ein ganz normales Gebäude

Von: mimi
Letzte Aktualisierung:
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Apostel Franz-Wilhelm Otten beim letzten Gottesdienst. Foto: M. Sous

Stolberg. Am Sonntag fand für die Mitglieder der Neuapostolischen Gemeinde Stolberg in der Kirche im Schellerweg der letzte Gottesdienst statt. Nach diesem wurde die Kirche profaniert und ist nun „ein ganz normales Gebäude wie jedes andere auch“, erklärt Peter Jobes, der Bezirksvorsteher der Gemeinde. „Die Entwidmung ist eine einfache Rückführung der Kirche in den neutralen Zustand“.

Der Grund für die Profanierung der Kirche und die daraus resultierende Auflösung der Gemeinde ist das Problem des demografischen Wandels – der junge Nachwuchs fehlt, das Interesse an der Kirche ist rückläufig. „Die große Mehrheit der Stolberger Mitglieder ist über 65, und da da der Krankheitsanteil natürlich deutlich ansteigt, wird es besonders für unsere betagten Mitbürger immer schwieriger, die Kirche zu erreichen“, meint Jobes.

Auf dem Gelände der Neuapostolischen Kirche gibt es keine Parkmöglichkeiten, und auch im Umfeld ist die Suche nicht sehr ergiebig. Von nun an müssen die Stolberger Mitglieder in die anderen Gemeinden im Kreis ausweichen: nach Brand, Eilendorf oder Eschweiler. Welche sie besuchen, ist ihnen freigestellt. Wegen der am Sonntag eher ungünstigen Busverbindungen wurden Fahrgemeinschaften zu den jeweiligen Kirchen organisiert.

„Uns fällt es natürlich nicht leicht, den Standort Stolberg nach 88 Jahren aufzugeben, aber wir müssen es schweren Herzens machen“, so Jobes. Die Entscheidung sei „basisdemokratisch“ gefallen: Alle Gemeindemitglieder wurden befragt. „Die Menschen verbinden so viele Dinge mit der Kirche, hier wurden Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten gefeiert, und das ist jetzt nun mal alles vorbei“. Der letzte Gottesdienst wurde vom Apostel Franz-Wilhelm Otten zelebriert. Die eigentliche Profanierung war ein schlichtes Kurzgebet nach dem Gottesdienst.

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