AN App

Kippt Wasserschutz den Windpark Laufenburger Wald?

Von: -jül-
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die Bürgerinitiative „Gegenwind in Schevenhütte“ hält die jetzige Planung des Windparks Laufenburger Wald für nicht genehmigungsfähig – aus Gründen des Trinkwasserschutzes.

Dort möchte die Stolberger Green GmbH fünf Windräder mit einer Gesamtleistung von 33.500 Kilowatt errichten. Voraussetzung ist das noch bei der Kupferstadt anhängige Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans, um Konzentrationszonen für Windenergie auszuweisen. Von 14 untersuchten Standorten sind noch 224,1 Hektar im privaten Laufenburger Wald im Verfahren.

Die Kompetenzteams der Bürgerinitiative haben in den letzten fünf Wochen alle Aspekte der Planung beleuchtet und selbst recherchiert, berichtete ihr Sprecher Ulrich Prinz am Sonntag gegenüber unserer Zeitung. „Dabei kam heraus, dass die heutige Wasserschutzverordnung für die Wehebachtalsperre nur noch bis zum 31. Dezember 2015 gültig ist.“ Eine neue Verordnung sei bei der Bezirksregierung Köln in Vorbereitung und richte sich nach der zuletzt mit Datum vom 3. Februar 2014 erlassenen Verordnung für die Sengebachtalsperre bei Solingen.

Regelung wird bereits angewendet

Dort ist festgelegt, dass Windräder in der Wasserschutzzone II nicht mehr genehmigungsfähig sind. Bisher waren Genehmigungen im Einzelfall möglich. In der Verordnung für die Sengebachtalsperre ist das „Errichten, Erweitern und wesentliche Ändern“ von Windkraftanlagen verboten. Für den Bereich der Wasserschutzzone III könnten sie genehmigt werden.

„Laut Auskunft der Bezirksregierung wird die neue Regelung auch heute schon bei Genehmigungen angewandt“, berichtet Lars Krüger von der Bürgerinitiative. „Drei der fünf geplanten Windräder sollen im Bereich der Wasserschutzzone II der Wehebachtalsperre errichtet werden. Eine Genehmigung dieser Standorte wäre damit ausgeschlossen“, so Krüger.

„Dann bleiben nur noch zwei Standorte übrig. Dies ist zu wenig, um eine Konzentrationsfläche für Windenergieanlagen ausweisen zu können“, argumentiert Prinz.

Darüber hinaus sei die Bürgerinitiative davon überzeugt, weitere Abwägungsfehler im Planverfahren und Mängel in den Gutachten beweisen zu können, die das Planfeststellungsverfahren für den Flächennutzungsplan in Frage stellen würden. „Wir haben, auch mit Hilfe unseres Rechtsanwalts so viele Punkte gefunden, dass eine Genehmigung des Windparks in weite Ferne rückt“, meint Lars Krüger.

Die Bürgerinitiative hat als Juristen Klaus Marotzke aus Düren verpflichtet, der bereits die Initiative gegen das von Trianel projektierte Pumpwasserspeichwerk am Rursee beraten hatte.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert