Stolberg - Kerschgens-Gruppe baut modernstes Formstahl-Center Europas

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Kerschgens-Gruppe baut modernstes Formstahl-Center Europas

Von: Sarah Sillius
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Unterstützt werden Projektlei
Unterstützt werden Projektleiter Markus Lüttgens (rechts) und die Kerschgens-Gruppe beim großen Umbau von Stefan Meyer (links), technischem Leiter der Firma Kaltenbach, und vier Kollegen. Zusammen freuen sie sich auf die Einweihung der „schnellsten Säge der Welt”.

Stolberg. Heinz Herbort stellt sie sich ähnlich spektakulär vor wie den ersten Raketenstart von Cape Canaveral: die Einweihung der „schnellsten Säge der Welt”. „Dampf wird aufsteigen, und Gäste aus der ganzen Welt werden dabei sein”, schwärmt der geschäftsführende Gesellschafter der Stolberger Kerschgens-Gruppe in Superlativen, während er in einer der acht Hallen vor dem nagelneuen Gerät steht.

Aber noch ist es nicht so weit. Die neue Säge steht zwar schon bereit, ist aber noch nicht in Betrieb genommen. Sie ist nur ein Bestandteil der umfangreichen, drei Millionen teuren Baumaßnahmen des Unternehmens, das hauptsächlich Stahl, aber auch andere Werkstoffe liefert.

Im Juni ist der Startschuss gefallen für die 14-monatige Umbauphase, der eineinhalb Jahre Planung vorausgingen.

In sechs Bauphasen wird mehr als 10.000 Quadratmeter Fläche neu gestaltet. Querförderer, Rollenbahnen und Sägen werden installiert. Dann kommen ein Bohr- und Ausklinkzentrum hinzu, fünf neue Kräne und eine Strahl- und Lackieranlage, die das Material in zwei Komponentenfarben beschichten kann.

„Damit gewinnen wir ein Alleinstellungsmerkmal”, erklärt Steffen Gerling, Geschäftsführer des Vertriebs, den Wettbewerbsvorteil. „Solch eine Lackieranlage gibt es sonst nur in Stahlbaubetrieben. Auch das Bohren ist in unserer Branche noch nicht weit verbreitet.” So soll am Standort Stolberg das modernste Formstahl-Center Europas entstehen. Zurzeit aber sind die Hallen noch ein ständiges Zwischenlager.

Während das Material auf Schienen in die eine Halle einfährt, wird in der anderen fleißig geschweißt, umgeräumt und die Stahlrohre werden über Kräne transportiert. „Der Materialfluss wird nach dem Umbau in die andere Richtung laufen, das ist ein riesiger logistischer Aufwand”, sagt Gerling.

Die Koordination des Mammut-Projekts schultert Markus Lüttgens. Seit vier Jahren ist er bei Kerschgens tätig. Dass ihm diese große Aufgabe anvertraut wurde, ist eine große Ehre, sagt er und blickt auf die laufenden Arbeiten. „Alle Baumaßnahmen fügen sich in das parallel laufende Tagesgeschäft bei Vollbetrieb ein”, sagt er. Störungen im Betriebsablauf dürften keine entstehen. „Alles muss ineinander verzahnt werden.” Die Kunden müssten weiterhin zuverlässig bedient werden, auch wenn ständig umgeräumt wird. Fünf bis sechs Tage, in drei Schichten im Tag, manchmal auch sonntags.

„Die Mitarbeiter gehen natürlich auf dem Zahnfleisch, wir sind sehr stolz auf sie”, sagt Herbort. Dass die Belegschaft „durch dick und dünn geht” soll belohnt werden. „Von unserer Stamm-Mannschaft bleibt uns jeder erhalten”, versichert Gerling. Was nicht selbstverständlich ist, schließlich werden durch die neuen Maschinen etwa neun Mitarbeiter weniger gebraucht. „Das sind Zeit- oder Leiharbeiter, denen von Beginn an klar war, dass sie nur befristet beschäftigt sind”, erklärt Gerling.

Die Arbeitsbedingungen für die Stamm-Mannschaft sollen sich nach dem Umbau erheblich verbessern. „Die Arbeit wird weniger körperlich und staubig sein. Die Mitarbeiter sind dann mehr für die Überwachung der Abläufe am Computer zuständig”, erklärt Herbort.

Zu dem neuen Formstahl-Center soll nämlich auch ein automatisches Produktionsplanungssystem gehören. „Mit Hilfe der Software können wir verfolgen, wo sich das Material gerade befindet und schnell auf Störungen reagieren”, erklärt Gerling. „Nichts bleibt so, wie es mal gewesen ist”, sagt Heinz Herbort über die Zukunft der Kerschgens-Gruppe. Und das ist nicht nur der schnellsten Säge der Welt, sondern vor allem dem starken Zusammenhalt des Teams zu verdanken.
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