Stolberg - Keiner bekennt sich zum „Schuh-Tick”

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Keiner bekennt sich zum „Schuh-Tick”

Von: -jül-
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Schuhe - weniger als Objekt der (weiblichen) Begierde, sondern als Kunstwerke: Marion Menzels Kompositionen aus zarten Teeblättern faszinieren. Als passendes Accessoire zeigte die Künstlerin Taschen. Foto: J. Lange

Stolberg. Die anwesenden Damen bestand auf die Feststellung, keinen „Schuh-Tick” zu haben. Dennoch waren es diese durchaus zerbrechliche Kollektion von Stiefeln, Pumps und Ballerinas, denen ihr ganzes Augenmerk galt - sieht man einmal von den dazu passenden Taschen, denen ihre Blicke nicht minder galten.

Allesamt zu kaufen im Rittersaal der Burg, doch trotz Wellness-Applikationen ohne den gewünschten Tragekomfort: Bei den Designer-Modellen handelt es sich schlicht um Kunst. Geschaffen aus filigranen Teeblättern und Pferdehaar.

„Es muss Tee sein”, betont Marion Menzel. „Wegen der unnachahmlichen und ausdruckstarken Struktur der Oberfläche”. Die Idee dazu kam der Künstlerin als Langenfeld - natürlich - beim Teetrinken. Mit Marion Menzel stellt eine renommierte Vertreterin der „Arte Povera” ihre Werke „Kulturen” aus in der Galerie der Stolberger Burg.

Eine Richtung, die Banales zum Kunstwerk macht. „„Arte Povera” will die Welt nicht abbilden, sondern sie neu erschaffen - in poetischen Erzählungen und unerwarteten Konstellationen”, wie Galeristin Anita Engert am Sonntag bei der Vernissage erläutert, die vom vierköpfigen Ensemble „Sounds of Trumpets” musikalsich eindrucksvoll umrahmt wurde. Zu sehen sind auch Werke aus Kölner Kirchen, die Kerzenbänke thematisieren.

Trotz oder gerade wegen des künstlerischen Anspruchs sind Menzels Werke so faszinierend, dass insbesondere die Damen nach der Eröffnung durch Hildegard Nießen die Einzelstücke noch einmal näher unter die Lupe nahmen - allen voran die stellvertretende Bürgermeisterin. Ob am ersten Eröffnungstag bereits Kollektionen die Galerie mit dem heimischen „Schuhmuseum” wechselten, ist nicht überliefert.

Aber die Artibus-Ausstellung im Rahmen des städtischen Kulturprogramms ist noch bis zum 26. Juli dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu bewundern.
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