Kein Job im Rathaus: Peters legt Vorstandsamt nieder

Von: Jürgen Lange
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Weil sich seine Hoffnungen auf einen angestrebten Job im Rathaus zerschlagen, zieht sich Patric Peters aus der SMS zurück. Foto: J. Lange

Stolberg. Eine Gesprächsrunde im Kreise der Vorstandsmitglieder der Gesellschaft für Stadtmarketing Stolberg (SMS) soll es am kommenden Dienstag geben, aber seine Kollegen hat Patric Peters am Wochenende bereits mit einer E-Mail informiert.

„Ich habe mich entschieden, im September nicht mehr für den Vorstand zu kandidieren und mein Amt als Vorstandssprecher zur Verfügung zu stellen“, kündigt der 41-Jährige an. Seit 2004 arbeitet er im Vorstand mit, seit 2006 ist er die Stimme des Stolberger Vereins.

Schon einmal, vor zwei Jahren, hatte Peters angekündigt, sich zurückziehen zu wollen. Da hatte es rumort im Vorstand der SMS. Zu wenige Aktivposten für eine positive Darstellung Stolbergs, hatte Peters über eine zu einseitige Arbeitsbelastung geklagt. Seinerzeit hat sich die Crew im Stadtmarketing wieder zusammengerauft. Nach drei Monaten intensiver Kommunikation und des Nachdenkens über Aufgaben, Machbares und Projekte kehrte der Rechtsanwalt in die Sprecher-Position des Vorstandes zurück. Das Team engagierte sich auch wieder stärker öffentlich. Die Ausweitung der Weihnachtsbeleuchtung auf die Altstadt und die intensive Begleitung der Probephase für die Umgestaltung von Rathaus- und Salmstraße sind sichtbare Posten aus den vergangenen zwei Jahren.

Doch diesmal sind die Vorzeichen für den angekündigten Rückzug von Patric Peters anders gelagert. Der selbstständige Rechtsanwalt hat berufliche Ambitionen, die sich offensichtlich zerschlagen haben. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich gerne in die Verwaltung wechseln und die Arbeit als Vorstandssprecher mit einer hauptamtlichen Tätigkeit verbinden will“, erklärt Peters, dass er so „gerne und mit vollem Einsatz dazu beigetragen“ hätte, „diese Stadt wieder nach vorne zu bringen“. Aber : „Leider hat die Politik mir schon zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Strich durch meine Pläne gemacht und ein Veto gegen meine Person eingelegt.“

Peters‘ Hoffnung auf einen Posten als einer der neuen Beigeordneten haben sich im Rathaus offenbar zerschlagen, was weder dort jemand noch Peters selbst kommentieren wollte. Jedenfalls rechnete sich das junge CDU- und frühere FDP-Mitglied für eine Bewerbung als Beigeordneter für Jugend, Schule, Sport und Soziales wohl keine Chancen aus, nachdem die Koalitionspartner der SPD das Vorschlagsrecht für die Position zugesprochen hatten. Und die Aufgaben des bisherigen Kämmerers übernimmt der Bürgermeister selbst. Mehrfach hatte Peters sich zuvor auf ausgeschriebene Beigeordneten-Stellen als Kämmerer in anderen Kommunen in der Region beworben, ohne aber einen Zuschlag erhalten zu haben.

Der Rechtsanwalt zieht nun folgende Konsequenz: „Ich werde mich nun nach neuen beruflichen Herausforderungen außerhalb von Stolberg umsehen und kann und will daher nicht länger meine Zeit für einen Verein investieren, der mir zwar sehr am Herzen liegt, der aber ohne die Unterstützung von Politik und Verwaltung nicht das bewirken kann, was möglich und nötig wäre“, erklärt er zur Beendigung seiner Vorstandsarbeit.

In den vergangenen Jahren habe die SMS immer mehr Aufgaben der Wirtschaftsförderung übernommen, da das städtische Amt für Wirtschaftsförderung systematisch ausgeblutet worden sei. Die Stadtverwaltung sei nicht dafür aufgestellt, Unternehmer zu unterstützen, erklärt Peters, der sich „in den letzten Jahren mit einem zeitlichen Aufwand für SMS eingesetzt“ habe, der mit seinem Beruf und seiner Familie kaum noch vereinbar gewesen sei.

Dabei habe der Verein zunehmend Aufgaben übernommen, die ureigenste Aufgaben der Wirtschaftsförderung seien. Zwar habe in letzter Zeit die Politik das Stadtmarketing zunehmend als Interessenvertreter der Unternehmen wahrgenommen, aber auch aufgrund mangelnder personeller Kapazitäten habe man nicht so viel bewirken können, wie es nötig gewesen wäre.

„Als Ehrenamtler, der regelmäßig bis zu zehn Stunden in der Woche für diese Stadt investiert, bin ich gut genug. Die Gelegenheit, diese Arbeit endlich professionell betreiben zu können, will man mir aber nicht geben, und spricht sich sogar ausdrücklich gegen mich aus“, so Peters weiter: „Diese Tatsache hat mich tief verletzt.“ Er wolle nicht weiter seine Energie für eine Stadt verschwenden, die „mich immer wieder mit Füßen tritt“. Es habe aber immer Spaß gemacht, für diese Stadt zu kämpfen.

„Bedauere Entscheidung sehr“

Sehr wohl werde das ehrenamtliche Engagement von Patric Peters außerordentlich geschätzt und gewürdigt, betonte der Bürgermeister, der geborenes SMS-Vorstandsmitglied ist, auf Anfrage. „Ich bedauere seine Entscheidung sehr“, sagte Dr. Tim Grüttemeier und hofft, „dass wir ihn bei unserer nächsten Sitzung doch noch umstimmen können.“ Sollte dies jedoch nicht gelingen, werde er sich für eine schnelle Lösung im Führungsgremium einsetzen, damit die wichtige Aufgabe des Stadtmarketings weiterlaufen könne.

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