Kaum ein Weg führt aus Stolberg heraus

Von: Robert Flader
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Wer fährt wohin? Der Nahverkehrsplan 2011 - 2015 zeigt etliche Mängel innerhalb und außerhalb des Stolbergs auf. Manche Stadtteile sind nur indirekt zu erreichen. Foto: J. Lange

Stolberg. Es ist ein bisschen so wie bei „Alle Wege führen nach Rom”. Nur dass das alte Rom in vorliegenden Fall den Namen Stolberg trägt und der Weg ins Zentrum, wie beim antiken Vorbild auch, überhaupt nicht das Problem darstellt.

Im aktuellen Gutachten zum Nahverkehrsplan (NVP) der Städteregion für den Zeitraum 2011 bis 2015 wird vielmehr ersichtlich, dass die einzelnen Stadtteile untereinander kaum angeschlossen sind. Vor allem aber die interkommunale Anbindung, etwa nach Aachen oder Eschweiler, ist äußerst lückenhaft - und aller Voraussicht nach bleibt sie das auch. Man müsste also umgekehrt fragen: Welcher Weg führt also aus Stolberg heraus?

Ein paar Beispiele: Die Verbindung mit Bus und Bahn von Stolberg ins sogenannte Oberzentrum Aachen erreicht laut dem Gutachten lediglich von der Stolberger Innenstadt aus die höchste, die Qualitätsstufe 1. Dies bedeutet, dass im Innenstadtbereich im Radius von 200 Metern mindestens eine Bushaltestelle erreichbar ist und von dort aus in bestimmter Regelmäßigkeit Busse nach Aachen fahren.

Nur minimalste Standards

Der Mindeststandard, gewissermaßen die Stufe 2, wird (durch die Linie 25) allerdings nur noch in Büsbach erreicht, die restlichen Stadtteile erfüllen nur knapp die minimalsten Anforderungen von Busanbindungen alle 500 bis 700 Meter und stündlichen Verkehrsflüssen von und nach Stolberg.

Auch bei den lokalen Verbindungen sieht es nicht besser aus: Die Erreichbarkeit der Stolberger Innenstadt von Mausbach, Vicht und Breinig genügt zwar für die Qualitätsstufe 1, doch schon Venwegen und vor allem Atsch erreichen die Mindeststandards für den Nahverkehr nur knapp.

Woran liegt das? „Wir haben im Vorfeld bestimmte Standards als Ziele gesetzt”, sagt Juan Zaplana vom AVV, einer der Verantwortlichen für den Nahverkehrsplan. „Und dementsprechend haben wir bestimmte Strecken getestet.”

Noch schlechter sieht es übrigens im Rahmen der sogenannten interkommunalen Verbindungsqualität aus: Zwischen Stolberg und Würselen wird der Mindeststandard erst gar nicht erreicht, genauso wenig zwischen Donnerberg und dem eigentlich nahegelegenen Eschweiler.

Hier erhält lediglich die Achse Stolberg-Düren die höchste Stufe, die Verbindung nach Roetgen erfüllt gerade so die Mindestanforderungen. Zaplana: „Ob es sich hierbei um ein Defizit handelt, sei dahin gestellt. Es ist zunächst einmal ein Analyseergebnis.”

Den eventuellen Mängeln stehen nur vereinzelt Maßnahmenempfehlungen gegenüber: So soll es im östlichen Teil des Donnerbergs, im Bereich Enzian-/Edelweißweg, trotz der nicht erfüllten Mindestanforderungen laut dem Nahverkehrsgutachten keine Veränderungen geben. Dies gilt auch für Schevenhütte und die Vichter Ortsrandsgebiete Feldstraße/Am Weiherchen sowie Fischbachstraße/Dicke Hecke.

Demgegenüber empfiehlt das Gutachten eine „feinere Erschließung” des südlichen Zweifalls, doch könne die Aufstockung des Nahverkehrs „aus Wirtschaftlichkeitsgründen und wegen der mangelnden Wendemöglichkeit nicht empfohlen werden”.

Ein Lichtblick könnte der Ringbahnanschluss der Euregiobahn 2012 sein: Die Pendlerströme per Bahn zwischen Stolberg und Eschweiler nehmen bis 2015 auf bis zu rund 8000 Fahrgäste täglich zu, ebenso steigen voraussichtlich die Vekehre nach Herzogenrath sowie Alsdorf. Empfohlen werde deshalb eine - wie auch immer aussehende - Verbesserung der Verbindungsqualität. Genaueres geht aus dem Gutachten zunächst nicht hervor.

Donnerstag im ASVU

Der Nahverkehrsplan ist 1998 erstmals in Kraft getreten, der neue Entwurf soll als zweite Fortschreibung ab dem Frühjahr 2011 umgesetzt werden. Der NVP 2011-2015 wird am kommenden Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU, 18 Uhr) diskutiert. Die einzelnen Kommunen der Städteregion haben bis Ende Januar Zeit, Stellungnahmen zu den einzelnen Konzepten abzugeben.

Abschließend wird der Städteregionstag am 7. April 2011 über den neuen Nahverkehrsplan entscheiden.
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