Kampf den Hundehaufen auf Straßen

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. Es ist ein lauschig-warmer Frühlingsabend, an dem eine junge blonde Frau mit Pferdeschwanz und einem - vermutlich - Retriever in ebenfalls noch nicht allzu fortgeschrittenem Alter aus einem Haus am oberen Steinweg tritt und mit ihrem Vierbeiner gemütlich in Richtung Kaiserplatz spaziert.

Aber nur bis zum ersten Baumtrog vor dem „Postwagen”. So gezielt wie er es gewohnt zu sein scheint, nimmt der Hund Schwung und springt geschwind auf das Pflanzbeet - seine offensichtliche angestammte Toilette erster Wahl. Nach dem Geschäft entschwindet das Pärchen auf Gassi-Tour stadtabwärts aus dem Blick.

Eine Szene aus dieser Woche, eine Szene, die Anwohner und Geschäftsleute der Innenstadt jüngst beklagten, die aber ebenso jeden anderen Bewohner der Stadt betrifft - insbesondere die an den Gassi-Routen. Die sind geradezu ausgeschildert und markiert. Nicht nur von den Duftstoffen, mit denen die Hunde gegenseitig kommunizieren, sondern auch mit den „Tretminen”, die sie ihrem treuesten Freund hinterlassen: dem Mitmenschen.

Nicht etwa, dass dieser grundsätzlich etwas gegen den vierbeinigen Konkurrenten auf Pflaster und Asphalt in Innenstadt und Ortschaften hätte, oder ihm gar den geradezu auch menschlichen Drang, ein dringendes Geschäft erledigen zu müssen, absprechen wollte. Nein, es sind in erster Linie die zweibeinigen Partner des Hundes, die immer mehr ins Visier der Kritik geraten. Weil sie sich sprichwörtlich einen „feuchten Dreck” um den Dreck scheren, den der Vierbeiner vor Ladenlokalen, Haustüren und weiteren mehr oder minder öffentlichkeitswirksamen Stellen hinterlassen.

Ignoranz der Hundehalter

Dabei verbietet die Stadt per Ortsrecht derartige Verunreinigungen durch Hunde und verpflichtet die Halter, sie in jedem Fall wieder zu beseitigen. Eine Vorschrift, die Hundehalter in einem immer stärkeren Ausmaß ignorieren. Die Zahl derer, die mit einer Tüte die Hinterlassenschaft ihrer vierbeinigen Freunde beseitigen, scheint rückläufig zu sein. Ein Zustand, der jetzt auch die Stolberger Bündnisgrünen auf den Plan ruft. „Hundekot ist nicht nur ein Ärgernis, sondern stellt auch eine Infektionsquelle dar”, verweist Hubert Siemons auf die mögliche Übertragung von Salmonellen, Haken- und Bandwürmer oder Verursachung von Organerkrankungen.

Die Grünen möchten dem „gesellschaftlichen Problem” der zunehmenden Verschmutzung durch Hunde durch ein Mehr an Service begegnen: „Dog-Station” heißt das Zauberwort - „Automaten, denen Hundebesitzer Plastikbeutel entnehmen können, um die Hinterlassenschaft ihres Lieblings zu entsorgen”, erläutert Vorsitzende Käthe Krings den Vorstoß ihrer Fraktion. In Aachen und Aldenhoven sind solche „Dog-Stations” bereits aufgestellt. Die Stolberger Politiker haben unterschiedliche Modelle nebst Zubehör schon einmal gesichtet, um der Verwaltung die Recherche danach zu erleichtern.

Hauptausschuss entscheidet

Sie soll auch prüfen, an welchen Stellen im Stolberger Stadtgebiet solche „Dog-Stations” aufgestellt werden sollten. Außerdem sollen zusätzlich an besonders sensiblen Stellen wie Spielplätzen und Parkanlagen deutliche Verbotsschilder aufgestellt werden, die den Besitzern signalisieren, dass ihre Hunde dort ihr Geschäft nicht hinterlassen dürfen und sollten.

Der Hauptausschuss entscheidet am 26. Mai über die weitere Zukunft des Vorschlags.
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