Stolberg - Jugendhilfe bastelt riesigen Adventskranz

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Jugendhilfe bastelt riesigen Adventskranz

Von: Toni Dörflinger
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Schwierig zu verarbeitendes Objekt: Thomas Krauthausen (v.l.), Renate Clemens-Symanzik, Michelle Kloubert und Ricarda Lohrbach bestücken den riesigen Kranzrohling der Aachener Pfarre St. Josef und Fronleichnam mit frischem Tannengrün. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Im Gewächshaus der Jugendberufshilfe ist es kalt. Warme Kleidung ist angebracht. „Genau die richtige Temperatur für das zu verarbeitende Material”, erklärt Gärtnereimeisterin Renate Clemens-Symanzik, die gemeinsam mit drei Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren einen riesigen Adventskranz mit Tannengrün bestückt.

Denn das sich Nobilis nennende Grün - die Edeltanne ist wegen der langen Haltbarkeit ihrer Nadeln besonders in der Weihnachtszeit geschätzt - mag keine Wärme und sollte im frischen Zustand verarbeitet werden.

Der Kranz, der fertig gebunden einen Durchmesser von rund 2,50 Meter aufweist, ist eine Auftragsarbeit der im Aachener Ostviertel ansässigen katholischen Pfarrgemeinde St. Josef und Fronleichnam. Vermittelt hat den Auftrag der in Stolberg lebende Diakon Rolf Berard, der seit 2005 die Aachener Fronleichnamspfarre seelsorgerisch betreut. Dort im Altarraum der 1930 entstandenen und vom Bauhausstil geprägten Fronleichnamskirche soll der überdimensionale Kranz kurz vor dem ersten Advent aufgehängt werden.

Noch aber ist es nicht soweit. Denn für die Jugendlichen, die nach eigenen Worten noch nie einen so großen Kranz hergestellt haben, stellt die Auftragsarbeit eine immense Herausforderung dar, die Sachkenntnis und Durchhaltevermögen erfordert.

Doch ein Drittel des gigantischen Rohlings, dessen Innenleben aus einem mit Zeitungspapier umwickelten Metallreifen besteht - grünes Gewebeband verschönert das Äußere - ist bereits auf der Ober- und Unterseite mit der silbrig glänzenden Edeltanne ausgestattet. Das dazu benötigte Material, das gleichmäßig verarbeitet werden muss, hat die Gartenwerkstatt aus einem örtlichen Supermarkt bezogen. Angeliefert wurde es als fünf Kilogramm schwere Ballen, bestätigt Clemens-Symanzik, die dafür gesorgt hat, dass die buschigen Zweige vor dem Binden zerkleinert wurden.

Bis zu drei Stunden täglich

Eine Aufgabe, die unter anderem der 16-jährige Thomas Krauthausen erledigt hat. Denn für das Kranzbinden können nur kleine Zweige verwendet werden, die dann dachziegelartig übereinander gelegt, mit Blumendraht befestigt werden. „Damit die Zweige sich später unter Wärmeeinfluss nicht lockern und den Kirchenbesuchern auf dem Kopf fallen, muss der Draht gut angezogen werden”, erläutert die 19-jährige Ricarda Lohrbach, die gemeinsam mit der 16-jährigen Michelle Kloubert die kleinen Zweige zu Bündeln zusammenfasst und vorsichtig auf der Außenfläche des Rohlings anbringt.

Bis zu drei Stunden täglich arbeiten die Jugendlichen derzeit an dem großen Kranz, den Rolf Berard Anfang der Woche per Pferdeanhänger angeliefert hat. Da die Gruppe momentan acht Jugendliche umfasst und noch andere gärtnerische Aufgaben zu erledigen sind - zeitgleich wird an einem aus dem Stolberger Rathaus stammenden Adventskranz gearbeitet -, wird an dem Kaiserstädter Prachtstück mit wechselnden Besetzungen gearbeitet.

„Da das Binden Sorgfalt erfordert und schrittweise erfolgen muss, können nicht alle Jugendlichen gleichzeitig an dem imposanten Ring arbeiten”, versichert die Werkstattleiterin, die für das Flechten kleine Teams ausgewählt hat.

Wenn alles nach Plan läuft - und momentan liegt man vollauf im Zeitrahmen - wird am kommenden Donnerstag Rolf Berard in der Gartenwerkstatt der Jugendberufshilfe eintreffen, um den fertigen Adventskranz abzuholen. „Bestimmt hat er dann wieder seinen Pferdeanhänger dabei”, schmunzelt Thomas Krauthausen, der sich ebenso wie die anderen Jugendlichen darüber freut, dass nach dem Einbruch ein Großauftrag der Jugendberufshilfe die dringend benötigte Anerkennung und Aufmerksamkeit bringt.
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