Stolberg - Jugendamt tief betroffen von Kritik

AN App

Jugendamt tief betroffen von Kritik

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
spiel_3sp
Druckfrisch vom Planer: Die aktuelle Entwurfsversion für den Büsbacher Schulhof berücksichtigt erste Wünsche der Schulkonferenz, soll heute im Jugendhilfeausschuss vorgestellt, abgestimmt und weiter modifiziert werden.

Stolberg. Druckfrisch bringt am Nachmittag der Architekt die überarbeitete Planung für den Spielplatz auf dem Schulhof der Büsbacher Grundschule. Erste Anregungen aus dem Gespräch mit der Schulleitung und der Stellungnahme der Schulkonferenz sind bereits eingearbeitet.

Aber Josef Offergeld und Willi Seyffarth runzeln die Stirn und sind dennoch nicht ganz zufrieden. „Das vom Förderverein gestiftete Spielgerät ist jetzt nicht eingeplant”, bilanziert der Jugendamtsleiter. „Das muss aber unbedingt berücksichtigt werden”, schätzt Seyffarth das Engagement von Eltern hoch ein.

Weiteres Nachbessern am Plan

Da muss noch einmal der Planer ran. Aber für eine erste Präsentation der neuen Entwürfe muss es erst einmal reichen. Denn heute tagt der Jugendhilfeausschuss und dem Gremium sollen die Pläne präsentiert werden, denn anschließend sollen sie wieder mit der Büsbacher Grundschule kommuniziert und abgestimmt werden. „Alltagsgeschäft”, seufzt der Jugendpfleger.

Es ist ein ständiges Ringen, das Beste aus den bereit stehenden Finanzen, den Wünschen von Eltern, Anliegern und in diesem Fall der Schule zu berücksichtigen und dabei auch die pädagogischen Ansätze nicht aus den Augen zu verlieren.

„Da wird man schnell zu einem halben Architekten”, scherzt Josef Offergeld. Erreicht das vorgesehene Spielgerät eine bestimmte Höhe, muss auf Fallschutz geachtet werden, „eine mal 30, mal 40 Zentimeter dicke Perlkiesschicht oder auch weiche Kunststoffplatten je nach Lage”.

Und mit Blick auf den Büsbacher Schulhof kennt er schon genau einen Punkt, der sicherlich zu Diskussionen führen wird: der Sandkasten im Bereich für Kleinkinder. „Der ist aus pädagogischen Gründen unverzichtbar”, betont Seyffarth.

Die Jüngsten buddeln nun einmal am liebsten im Sand und backen mit Förmchen „Kuchen”. Deshalb hat das Jugendamt auch Wert auf kleine Kästen gelegt, deren sandiger Inhalt regelmäßig mit geringem Aufwand gesäubert oder ausgetauscht werden kann. Die Schulkonferenz befürchtete hingegen eine Toilette für Katz und Hund. Ein Interessenkonflikt, der in Überzeugungsarbeit aufgearbeitet werden soll, sobald der Jugendhilfeausschuss heute grünes Licht gegeben hat, unterstreichen die Mitarbeiter des Jugendamtes.

Es sind oft die kleinen Dinge, die großen Aufwand haben. Und bei dem Pensum, das das Team in den letzten drei Jahren gestemmt hat, traf die jüngst im Haupt- und Bauausschuss vorgebrachte Kritik von Seiten der Mehrheitsfraktionen um so heftiger.

Zumal sie insbesondere im Fall des Spielplatzes in der Velau nicht berechtigt war, wie auch Bürgermeisterreferentin Petra Jansen betont. „Da hat die Verwaltung eine falsche Antwort gegeben”.

Aber die hat die Politiker auf die Palme gebracht. Weil das Budget nicht gereicht haben soll, um die Architektenleistung zu berappen sollte am Spielgerät gespart worden sein. „Stimmt nicht”, betonen Jansen und Jugendamtsleitung nach sorgfältiger Recherche unisono. „Ein Missverständnis”, denn bei der als fehlend monierten Schaukel und Bank handelt es sich um zusätzliche Leistungen über den ursprünglichen Planungsstand hinaus.

im Detail hat der Spielplatz an der Friedrich-Ebert-Straße eine lange Geschichte. 2006 wurden basierend auf Erfahrungswerten 40000 Euro für die Umgestaltung angemeldet und im Haushalt 2007 berücksichtigt - mit dem Hintergedanken, dass die technischen Arbeiten durch das Betriebsamt realisiert werden könnten. Im November 2007 war absehbar, dass das alles nicht zu leisten ist. Per Dringlichkeitsbeschluss - noch unterschrieben vom seinerzeitigen CDU-Ratsherrn Christian Studer - wurden weitere 18000 Euro für die Erdarbeiten bereit gestellt. Nochmals gut 3000 Euro kamen aus einem anderen Topf dazu, um einen Basketballkorb und einen Jugendunterstand auf der großflächigen Spielfläche zu integrieren. Vor einem Jahr wurde sie so eingeweiht, wie die geplant war. Nach den Erfahrungen wünschten sich die Anwohner noch eine Schaukel und eine Bank. „Die sind bereits geliefert und warten nur auf ihre Montage”, sagt Seyffarth und entschuldigt in einem Atemzug die Kollegen vom Betriebsamt. „Die können auch nicht alles gleichzeitig machen”. Machen werden sie aber in den nächsten Wochen, verspricht Petra Jansen.

Was dann noch fehlt, sind zwei Wipptierchen. Die aus dem Angebot waren „zu hässlich”, schmunzelt Josef Offergeld. Ihr Design passte nicht auf die Anlage. Bei einer Einzelbestellung wären die Transportkosten fast teurer als die Spielgeräte gekommen. Aber bei der nächsten Lieferung kommen auch sie mit nach Stolberg und dann schnellstmöglich in die Velau, betont Willi Seyffarth. Und dann ist auch dort die Welt wieder in bester Ordnung.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert