Stolberg - Jetzt wollen alle dem Schmutz an den Kragen

Jetzt wollen alle dem Schmutz an den Kragen

Von: Heike Eisenmenger
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rappelvolle Autowaschstrasse an der Eschweiler Straße
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Das Personal ist im Dauerstress.
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Carwash: Frühjahrsputz in der Autowaschstraße an der Eschweiler Straße. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Wer in den vergangenen beiden Tagen sein Auto vom Schmutz des Winters befreien wollte, musste Geduld haben: In Stolbergs Waschstraße steppte der sprichwörtliche Bär, der Andrang war riesig. Viele Autofahrer gaben bereits beim Anblick der Warteschlangen, die bis auf die Straße reichte, entnervt auf.

Harald Narkewitz hatte auch keine Lust, sich in die Warteschlange vor der Waschstraße an der Eschweiler Straße einzureihen, aber eine andere Alternative gab es nicht – zumindest dann nicht, wenn man wieder die Farbe seines Autos erkennen wollte. „Ehrlich, es nervt mich, dieses Putzen. Der Wagen wird ja doch wieder dreckig, aber was will man machen?“, nahm der 52-Jährige es mit Humor.

Des Deutschen liebstes Kind

Obwohl man an der Stelle sagen muss, dass so mancher gar keinen Spaß kennt, wenn es ums Wohl von des Deutschen liebsten Kindes geht. Böses Funkeln in den Augen war gewiss, wenn man am Steuer seines Autos nicht sofort in der Wartereihe zum vorrückenden Vordermann aufschloss.

Etwa 450 Autos waren es allein am Montag, Tag eins der Schönwetterfront, die Muharem Amidi durch seine Waschanlage an der Eschweiler Straße schleuste. Gestern ging es munter weiter, die Autoschlange wollte partout nicht abreißen. Eine Verschnaufpause ist bei einem solchen Andrang nicht drin, Muharem Amidi und sein Mitarbeiter waren im Dauereinsatz. Derart viele Autos durchzuschleusen, funktioniert nur, wenn man ein so gut eingespieltes Team ist, wie es der Pächter und sein Mitarbeiter sind. Kassieren, Antenne abschrauben, Heckscheibenwischer in Schutzfolie packen – und je nach Kundenwunsch werden Felgen und Lack mit speziellen Reinigungsmitteln vorbehandelt. Außerdem wird dem Schmutz mit dem Dampfstrahler zu Leibe gerückt und per Hand das Heck geschrubbt.

„Nano“ ist das Zauberwort

Als Laie fragt man sich, ob sich die unterschiedlichen (und unterschiedlich teuren) Waschprogramme in ihrer Wirkung tatsächlich unterscheiden. Nano-Technologie ist das Zauberwort, mit dem moderne Waschstraßen gerne werben. „Doch, doch, da ist wirklich ein Unterschied. Sogar ein sehr großer“, so Muharem Amidi. Der Wagen bleibe bei der teureren Variante deutlich länger sauber, weil der Schmutz aufgrund der Versieglung nur schwer anhaften könne. Hauptsache sei aber, dass man den Wagen regelmäßig pflege. „Umso länger hat man Freude am Lack.“

Eine Faustformel dafür, wie oft eine Wäsche nötig ist, gebe es aber nicht. „Das kommt ganz darauf an, wo Sie mit Ihrem Auto unterwegs sind, ob es schnell verschmutzt wird und um welchen Schmutz es sich handelt“, erklärte der 41-Jährige.

Mario Barth entscheidet sich prinzipiell für die einfache Wäsche. „Das reicht mir vollkommen. Es ist nur blöd, dass heute so viele Leute ihr Auto waschen wollen. Ich hätte gerne gewartet, aber ich muss meine Schwiegermutter morgen früh abholen. Wenn das Auto nicht sauber ist, schimpft meine Frau mit mir“, verriet der 37-Jährige.

Für ein gepflegtes Aussehen

Mehmet Yildiz wäre ebenfalls liebend gerne an einem anderen Tag zur Waschstraße gefahren, aber es hat sich überraschend ein potenzieller Käufer für seinen betagten BMW gefunden. „Der Wagen ist noch tipptop, aber wenn er so schmutzig ist, drückt das gleich den Preis, weil der andere denkt, das Auto sei nicht gepflegt worden“, schmunzelte der 31-Jährige. In Geduld übte sich gestern auch Dilek Karabak: Die 45-Jährige war froh, endlich ihr Auto waschen lassen zu können. „Ich habe es gern schön sauber, aber als noch schlechtes Wetter herrschte, lohnte es sich doch überhaupt nicht, zur Waschstraße zu fahren. Höchstens zwei Stunden hätte die Wäsche gehalten, dann wäre wieder alles schmutzig gewesen. Das wäre rausgeworfenes Geld gewesen“, sagte die 45-jährige.

Optimismus ist da angebracht, denn es bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Schlechtwetterfront noch möglichst lange auf sich warten lässt. Allerdings ist schon für Donnerstag Regen angekündigt...

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