Jeder Haufen wird mit 35 Euro bestraft

Von: Ottmar Hansen
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In der Innenstadt von Stolberg haben viele Hunde alle Meter einen richtigen Haufen hinterlassen. Wer die Rathausstraße entlang oder durch den Steinweg geht, sollte seine Blicke regelmäßig auf den Boden richten. Foto: Archiv/imago
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In der Innenstadt von Stolberg haben viele Hunde alle Meter einen richtigen Haufen hinterlassen. Wer die Rathausstraße entlang oder durch den Steinweg geht, sollte seine Blicke regelmäßig auf den Boden richten. Foto: Archiv/imago

Stolberg. In der Fußgängerzone im Steinweg sind die meisten Schaufenster leer, so kann der Blick schon mal, ohne etwas zu verpassen, gen Boden gerichtet werden. Das ist auch bitter nötig. Denn alle paar Meter muss der Fußgänger einem Hundehaufen ausweichen. Offenbar ist der Steinweg zum Hundeklo verkommen.

Auch auf der Rathausstraße hat so mancher Vierbeiner sein Geschäft auf dem Gehweg verrichtet. Und wenn die Skrupel von Herrchen oder Frauchen, was den Gehweg angeht, dann doch zu groß sind, lassen sie ihren Hund mal eben in einer Toreinfahrt verschwinden, damit er dort seinen Haufen hinterlassen kann. In der Stadtverwaltung ist man gegen diese Art der Umweltverschmutzung machtlos.

Immer wieder ein Thema

Andere Kommunen stellen in ihrem Gebiet Tütenspender auf. Die schwarzen Plastiktüten können sich die Hundehalter über eine Hand stülpen und den Kot damit aufsammeln. Anschließend wird der Beutel in einem Abfalleimer ordnungsgemäß entsorgt. Derartige Tütenspender gibt es in Stolberg nicht. Grund sind die Erfahrungen, die Nachbarkommunen damit gemacht haben. Jugendliche reißen die Kunststofftüten aus der Verankerung und verstreuen sie über Straßen und Gehwege. Statt Hundehaufen verunstalten dann diese Tüten das Stadtbild. „Wir haben uns lange mit dem Thema beschäftigt und sind dann zum Schluss gekommen, dass diese Tütenspender zu oft missbraucht werden“, sagt Sven Poschen vom Ordnungsamt. Außerdem müsste an jeder Ecke in der Stadt ein solcher Spender aufgestellt werden. Ein großer Aufwand.

„Der Weg von einhundert Metern bis zum nächsten Spender ist den Hundebesitzern ja schon zu weit“, so Poschen. „Verantwortungsvolle Hundebesitzer bringen die Tüten von zu Hause mit“, sagt der Sachbearbeiter des Ordnungsamtes. „98 Prozent der Hundebesitzer haben beim Gassigehen eine Tüte dabei.“ Meist ist das ein Gefrierbeutel aus dem Supermarkt.

Wer in einem Außenbezirk Stolbergs wohnt, hat es leichter, mit seinem Hund über Wiesen und Felder zu marschieren, damit das Tier hier seinen Haufen setzt. An der Rotsch gibt es sogar eine „Hundewiese“, die nicht eingezäunt ist und auf der die Hundebesitzer ihre Tiere frei laufen lassen können. In der Stadtmitte gibt es kaum eine derartige Möglichkeit. Entsprechend landet der Kot oft auf Bürgersteig, Parkplatz oder in Einfahrt und Innenhof.

Eine Möglichkeit, das Hundehalten in Fußgängerzonen zu verbieten, gebe es nicht, betont Poschen. Wer seinen Hund in der Stadt einen Haufen machen lässt ohne ihn wegzuräumen, kann mit einem Bußgeld von 35 Euro bestraft werden. Erwischen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes den dreisten Hundehalter im Wiederholungsfall, sind 70 Euro Strafe fällig. Seit Anfang der Woche verfüge das Ordnungsamt über einen weiteren Mitarbeiter, teilte Pressesprecher Robert Walz am Donnerstag auf Anfrage mit. Der halte die Augen offen, um Hundehalter zu erwischen, die die Stadt verunreinigen. „Zuletzt war der Mann auf der Klatterstraße unterwegs“, so Walz. Alternative zu Straßen und Gehwegen in der Stadt sind Spaziergänge mit dem Hund durch die Felder. Walz: „Aber auch die Eigentümer der Felder sind nicht begeistert davon, wenn überall Hinterlassenschaften der Hunde herum liegen.“ Der Halter sollte den Kot seines Hundes besser in der Restmülltonne entsorgen.

Auch die städtischen Reinigungskolonnen sind wenig begeistert, Hundehaufen an Hundehaufen aufkehren zu müssen. Walz: „Hier sind wir auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Im Zweifelsfall sollten die Dreckfinken unter den Hundehaltern angezeigt werden.“

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